Kultur

Künstler zaubern vielseitige Klangeindrücke

Die Musikerinnen und Musiker (hier die Gruppe Radio Trio) verwandelten den Lichtturm in einen musikalischen Experimentierraum.
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Die Musikerinnen und Musiker (hier die Gruppe Radio Trio) verwandelten den Lichtturm in einen musikalischen Experimentierraum.

Unter dem Titel „Château d'Eau“ wurden alle Etagen des Gräfrather Lichtturms bespielt.

Von Wolfgang Günther

Eigentlich sollte der Gräfrather Lichtturm am Samstagabend zum experimentellen Funkturm werden. Geplant war eine intermediale Installation im Spannungsfeld zweier Orte des Geschehens. Die Klangperformance einer Künstlergruppe war in Kooperation mit dem Kulturmanagement geplant und sollte vom Lichtturm per Funk auf den Platz vor dem Theater und Konzerthaus übertragen werden. „Aber das Wetter war leider zu unsicher, wir wollten dort viele technische Geräte aufbauen, die vertragen natürlich keinen Regen“, sagte Verena Barié zu Beginn der Veranstaltung, die daher kurzerhand komplett in den Lichtturm verlegt wurde.

Barié hat auf einer der Etagen des Turms einen Schreibtisch und arbeitet mit ihrer Agentur LTS4 als Kuratorin Konzepte für Veranstaltungen in dem einzigartigen Lichtturm aus. Die Konzerte und Lesungen stehen unter dem Titel „Château d’Eau“ – und der Name Wasserschloss passt gut zum Lichtturm, der vor der wunderbar gelungenen Restaurierung einmal als Gräfrather Wasserturm diente.

Dazu hat sie viele Kontakte in der Welt der Künstler. Die Klangperformance im Turm war bereits die fünfte Veranstaltung in diesem Jahr dort. Verena Barié ist auch Musikerin, spielt verschiedene Flöten. Die Performance vieler Künstlerinnen und Künstler bot eine Einheit von Klang, Licht, Wort und Musik, und wurde am Abend mehrmals wiederholt, sobald neue Besucher kamen.

Start der ersten Gruppe war am frühen Abend in der Kuppel des Lichtturms, als plötzlich nach dem vielen Regen die Sonne durchbrach. In scharfem Kontrast zu dem schönen Ausblick standen die schroffen und verstörenden Fetzen von aktuellen Nachrichten, lakonische Berichte von Krieg, Tod und Verderben tönten aus den Lautsprechern. Eine Etage tiefer bot Verena Barié mit ihren Blockflöten und den Musikern Heni Kim (Klarinette), dem Saxofonisten Florian Walther und Rochus Aust (Trompete) experimentelle Musik.

Julio Lugon bot am Mischpultein breites Klangspektrum dar

Dann ging es wieder eine Etage weiter nach unten, um den Klangkünstler Julio Lugon zu erleben. Der vielseitige Künstler kommt aus der Malerei und hat jetzt seinen Schwerpunkt auf experimentelle Musik und Klangkunst verlegt. Im Jahr 2019 war Lugon erster Preisträger von „bonn hoeren – sonotopia“, einem Wettbewerb für Studierende der Klangkunst. Im Lichtturm experimentierte er als DJ seine elektronischen Klänge und bot am Mischpult stehend ein breit gefächertes Klangspektrum dar.

Markus Hennes agierte als Stimmakrobat und das „Duo dazwischen“ bot im Erdgeschoss des Lichtturms Malerei und Musik. Tina Klopp stellte ihre ganz besondere Idee vor. Sie möchte deutschlandweit einen neuen Feiertag einführen und den 4. Oktober zum „Lebenstauschtag“ machen, an dem Menschen einen Tauschpartner suchen, und komplett für 24 Stunden in dieses andere Leben schlüpfen. Dieser Rollentausch würde der Entwicklung von Empathie förderlich sein.

Die Besucher spendeten den Künstlern auf allen Etagen ausgiebigen Applaus.

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