Ausstellung

Künstler widmen sich verlassenen Orten

Ausstellung in den Güterhallen.

Von Karl-Rainer Broch

Mit der Gruppenausstellung „Lost Places“ zeigen die acht Mitglieder der Galerie Kunstraum Solingen in den Güterhallen ein einheitliches Thema – mit ganz unterschiedlichen Techniken. Die Ausstellung wird morgen Abend um 19 Uhr mit einer Vernissage eröffnet.

Die Idee, nach der Umbenennung der Galerie von „Künstlerpack“ in „Kunstraum“ vor zweieinhalb Jahren eine Gemeinschaftsausstellung zu machen, wurde durch die Corona-Pandemie verzögert, so dass genug Zeit blieb, sich mit dem Thema über verlorene Plätze auseinanderzusetzen. Herausgekommen ist ein sehenswertes Kaleidoskop von Werken mit einer rostigen Karre aus dem Industriemuseum als Blickfang.

Norbert Sarrazin hat ein Foto dieses nicht mehr benutzten Transportmittels vor den Fenstern der Gesenkschmiede Hendrichs auf zwei mal drei Meter vergrößert. Ebenfalls imposant wirken die beiden „Monster-Aquarelle“ von Karla Froitzheim: „Normalerweise sind Aquarelle klein und zierlich, aber ich habe meine unterschiedlichen Eindrücke beim Geo-Caching in zwei Bildern mit je ein mal zwei Metern untergebracht.“ Ihre Inspirationen erhielt sie auf Brachen im Ruhrgebiet.

Für Julietta (Eigenschreibweise: JuliEtta) ist das Meer auch ein verlorener Platz, in ihrer „Illusion“ wirkt eine weggeworfene Plastiktüte im Wasser wie eine Qualle. Von Peter Wischnewski ist man großformatige abstrakte Bilder gewöhnt. Im Kunstraum ist er mit einem Foto einer von der Natur eroberten Bank dabei, er ist bei einer Wanderung nach Hohenscheid darauf gestoßen: „So kam ich zu einem neuen Metier meiner Arbeit.“

Irmgard Stohlmann hat Vergangenes und inzwischen Unbenutztes nicht nur bei ihrem Großelternhaus entdeckt, sondern auch ein Autowrack im Wald, einen alten Stollen im Westerwald und das malerisch teil pastellartig oder mit kräftigem Farbenwechsel auf die Leinwand gebannt. Surreal wirkt die Impression von Sylvia Knust-Schubert über fliegende Menschen beim Tanz, verloren beim Vergangenen.

Julia Krasovskaya hat bei ihren Aquarellen alte Arbeiterschuhe und einen verloren im Raum stehenden Stuhl in den Mittelpunkt gestellt. Lara Leon-Sar meint, dass man die Statue ohne Arme vor einer verlassenen Fabrik auch wiederbeleben kann, sie zeigt eine Hand, die Hoffnung auf Erneuerung gibt.

Vernissage, Samstag, 27. August, 19 Uhr; Ausstellung bis 9. Oktober, geöffnet sonntags 14 bis 18 Uhr, Galerie Kunstraum Solingen, Alexander-Coppel-Straße 42

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