Nachruf

Künstler Peter Amann ist gestorben

Peter Amann verstarb plötzlich mit 71 Jahren. Er war eine wichtige und geachtete Stimme der Kunstfreiheit in Solingen.
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Peter Amann verstarb plötzlich mit 71 Jahren. Er war eine wichtige und geachtete Stimme der Kunstfreiheit in Solingen.

Der Chef des Güterhallenvereins im Südpark ist plötzlich verstorben.

Von Philipp Müller

Solingen. Mit 71 Jahren ist am Mittwoch der Künstler Peter Amann plötzlich gestorben. Künstler ist dabei zu kurz gegriffen. Er war zugleich Kommunikator, Ideengeber, guter Zuhörer und vor allem ein Macher für die Sache der Kunst und der Kunstfreiheit. Und – auch das trifft es sicher – er war im wahrsten Sinne des Wortes ein Lebenskünstler. Mit seiner herzlichen, väterlichen Art wusste er viele für die Sache der Kunst zu begeistern.

Erst zu Jahresbeginn hatte er den Vorsitz im Trägerverein der Künstlerkolonie in den Güterhallen im Südpark übernommen. Das Projekt, das im Rahmen der Regionale 2006 entstand, lag ihm nicht nur am Herzen, er war für viele das öffentlich schlagende Herz der Ateliergemeinschaft – neben all den anderen kreativen Köpfen, mit denen er sich nicht nur gerne austauschte, sondern auch Pläne und Aktionen entwarf. Ganz im Sinne der gemeinsam getragenen und sich fortentwickelnden künstlerischen Vielfalt.

Tief sitzt der Schock in der Ateliergemeinschaft im Südpark. Petra Krötzsch arbeitet als Südparkmanagerin schon lange eng mit dem Verein und Peter Amann zusammen. Sie sagt für den Verein: „Kein Statement der Welt könnte unserer Trauer und dem unfassbar großen Verlust für die Güterhallen gerecht werden. Wir werden in seinem Sinne weitermachen.“

Schweißgerät und Geistesblitze schufen Peter Amanns Kunst

Künstlerisch war Peter Amann vor allem für seine Skulpturen bekannt. Aus Alltagsgegenständen, meist aus Metall, schuf er neue Welten. Dabei war es das Schweißgerät, welches seine Ideen zusammenhielt, in Form brachte. Durch den Feuerstrahl und Amanns Geistesblitze entstanden mal Witz, mal Ernst, mal Skurriles oder auch Fantastisches in besonderer Form.

Dieses Herausbrechen des Künstlerischen aus dem scheinbar Belanglosen war ihm nicht nur in seinen Werken wichtig. Hinter den gemeinsamen Aktionen im Südpark wollte er immer die Idee vermittelt wissen, die alles zusammenhält. Und so, wie die Gedanken frei sind, so verstand er auch die reale Kunst als Form der unabdingbaren, nicht zu fesselnden Freiheit.

Bis zum Schluss war Amann voller Tatendrang. So war es ihm wichtig, dass nach den Beschränkungen durch Corona und die Zwangsschließungen der Ateliers wieder Leben im Südpark einzieht. Zusammen mit dem Vorstand hat er an neuen Formaten gearbeitet.

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