Skulpturen

Künstler beleuchtet die Welt, wie sie heute menschengemacht ist

Michael Bauer-Brandes im Kunstmuseum vor seiner Skulptur „Menschengemacht“, die seiner Ausstellung den Titel gibt. Foto: Christian Beier
+
Michael Bauer-Brandes im Kunstmuseum vor seiner Skulptur „Menschengemacht“, die seiner Ausstellung den Titel gibt.

Michael Bauer-Brandes zeigt im Kunstmuseum Skulpturen aus Stahl, Eisen und Holz.

Von Philipp Müller

Solingen. Ist es der Turmbau zu Babel? Ist es eine Pyramide aus Menschen? Wachsen dünne Pflanzen in den Himmel? Die Skulptur „Menschengemacht“ von Michael Bauer-Brandes im Kunstmuseum lässt viele Interpretationen zu. Genau das will der in Müngsten arbeitende Kunstschmied auch erreichen. Noch bis Sonntag ist die Ausstellung im Untergeschoss des Neubaus des Museums in Gräfrath zu erleben.

„Menschengemacht“ ist nicht nur der Titel einer der Skulpturen, das ist auch der Titel der Schau. Sie ist in die ebenfalls am Sonntag endende Jahresschau des Vereins der Solinger Künstler eingebunden. Dabei zeigen 18 Künstlerinnen und Künstler aktuelle Werke unter dem Titel „Cellular, second edition“, mit der sie die Corona-Zeit, Isolation und Freiheitsgedanken aufgreifen.

Michael Bauer-Brandes hat große Skulpturen mitgebracht. Sie entstehen bei ihm an der Wupper. Dort findet er auch das Holz als Treibgut am Wehr vor seiner Schmiede. „Ich bin ein Jäger und Sammler“, sagt er. Zusammen mit bei Restaurationsarbeiten übriggebliebenen Eisen und Stahlteilen hat der die Ausgangsstücke für seine Kunstwerke. Manchmal entwickle sich aus einem der Objekte die Idee für die spätere künstlerische Arbeit. Manchmal habe er ein Konzept im Kopf, suche und finde die entsprechenden Objekte in seinem Sammelsurium an Gegenständen. „Eigentlich hab ich davon viel zu viele“, gibt er zu. Aber der Kreativprozess begeistert ihn, das merkt man im Gespräch deutlich.

Das ist mehr, als Kohle ins Feuer zu werfen.

Michael Bauer-Brandes zur Arbeit für „Menschengemacht“

Schon seit vielen Jahren schafft Bauer-Brandes neben seinen Kunstschmiedearbeiten auch Kunst in Form der Skulpturen. Für die Schau „Menschengemacht“ ist er aber tief in sich gegangen, suchte nach dem Sinn. Den fand er in seiner eigentlichen Tätigkeit als Schmied. Seine Erkenntnis: „Das ist mehr, als Kohle ins Feuer zu werfen.“ Als Schmied verbrauche er viel Steinkohle, einen fossilen Brennstoff.

Er reflektierte das für sich. Was für ihn so selbstverständlich ist, habe aber auch mit dem Verbrauch unseres Planeten Erde zu tun. Der sei eben nicht mehr in seiner natürlichen Form vorhanden, sondern vom Menschen gemacht – und er werde vom Menschen heute stark bedroht.

So fordert er die Besucherinnen und Besuchern mit Skulpturen wie „Rindsviecher“ auf, über den Fleischverbrauch nachzudenken. „Die Flotte“ verweist auf das Ausnutzen der Meere oder Lützerath – ein Dorf bei Garzweiler – erinnert an die Ausbeutung der Böden für den Braunkohle-Tagebau. QR-Codes leiten zu weitergehenden Infos zu den Werken.

Kommenden Sonntag, 13. März, führt er um 11.15 und 14.15 Uhr durch die Ausstellung. Abschied nehmen er und seine Skulpturen im Anschluss um 15 Uhr mit einem Harfenkonzert aus dem Museum.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare