Jubiläum

Kud Borac plant für November ein großes Fest

Im Verein Kud Borac wird seit Januar wieder getanzt. Das 50-Jährige wird in diesem Jahr gefeiert.Foto: Michael Schütz
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Im Verein Kud Borac wird seit Januar wieder getanzt. Das 50-Jährige wird in diesem Jahr gefeiert.

Serbischer Folkloreverein wird 50 Jahre alt.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Die Anfänge von Kud Borac kennen Tatjana Vuckovic und Aleksanda Jonakovic nur aus den Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern: Vor 50 Jahren, in der damaligen Migrationswelle von „Jugoslawen“ gegründet, die in Solingen ihre zweite Heimat gefunden hatten, hieß der Verein damals „Sloga“, auf Deutsch: Einigkeit beziehungsweise Zusammenhalt. „Als Gastarbeiter mit ihren Familien gekommen, wurde hier Geselligkeit gesucht, beim Kegeln, Fußball spielen und auch damals schon beim Tanzen traditioneller Folklore“, sagt Aleksanda, im heutigen Vorstand von Kud Borac für die Finanzen zuständig.

In diesem Jahr ist die Vereinsgründung 50 Jahre her und seitdem hat sich nicht nur der Name verändert: Eigene Vereinsräume gibt es wie früher im heutigen Mehrgenerationenhaus am Mercimek-Platz nicht mehr. Die Mitgliederzahl ist gegenüber den Anfängen deutlich geschrumpft und der Fokus liegt ausschließlich auf dem Folklore-Tanz. Und doch ist das Jubiläum Grund genug, nicht nur ein Fest mit Musik und Party zu planen, sondern auch, um sich genauer mit der Historie zu beschäftigen.

Gemeinsam mit seiner Vorstandskollegin Tatjana Vuckovic trägt Aleksanda Jonakovic die Entwicklung von den Anfängen bis ins „Heute“ zusammen. Dieses „Jetzt“ ist sehr lebendig. „Zumindest war es das, bis die Pandemie begann“, sagt er. Ein Tanzverein, der sich durch Können und Zusammenhalt nicht nur bis zu mehrfachen Teilnahmen an Europameisterschaften hochgearbeitet hatte, sondern auch mit vierten, oder fünften Plätzen von jeweils über 60 Teilnehmern respektable Ergebnisse erzielte. Seit Januar kann nach der langen Corona- Pause endlich wieder in der Halle der Schule Eintrachtstraße trainiert werden.

Dieser Neu-Start war nicht so einfach. Erst allmählich kommt der alte Schwung zurück: „Viele haben sich inzwischen vom Tanzen weg orientiert, haben andere Hobbys gefunden oder final die Lust verloren“, sagt Tatjana Vuckovic bedauernd. „Das gilt auch für die bis dato große Kindergruppe, da sind viele nicht mehr zurückgekommen.“ Dazu käme, dass der langjährige Trainer Dejan Aleksic, der die Truppe zusammengehalten hatte und Motivation sowie Motor war, 2020 nach Wien gegangen war.

Wir sind mit dem Verein groß geworden.

Tatjana Vuckovic, Kud Borac

Dennoch: Aufgeben oder gar Resignation kam weder für sie noch für Aleksanda in Frage. „Wir sind mit dem Verein und in dem Verein groß geworden. Trotz zusätzlicher Interessen und auch anderen Freunden außerhalb, war Borac immer wichtiger und geliebter Lebenskern für uns. Folglich ackern wir dafür, die Neufindungsphase erfolgreich hinzukriegen, neue Leute zu begeistern und eine neue Tanztruppe aufzubauen, die genauso viel Energie hat wie die, die vor Corona zusammen war“, sagt Tatjana nachdrücklich und mit spürbarer Leidenschaft.

Ihr sind ihre serbischen Wurzeln wichtig: Als Teil der „Enkelgeneration“ versteht sie es als Chance, in beiden Kulturen zuhause zu sein. „Es geht ja um viel mehr als um Sprache. Und bei unserem Tanzen um viel mehr als um Sport.“

Die Kostüme, die Musik sind für sie Tradition, die in Solingen durch ihre Familien mitgebracht wurde. Und sie sind Zeugnis dafür, wie es früher war. Es gehe dabei aber um das „Sowohl-als-auch“ serbischer und deutscher Kultur und nicht um ein „Entweder-oder“. Toll sei, auf diese Weise auch mit der älteren Generation im Gespräch zu sein. Derzeit tanzen in Kud Borac 15 Paare und zehn Kinder. „Längst nicht alle kommen aus Solingen, wir sind inzwischen in andere Städte vernetzt; teilweise kommen Mitglieder extra aus dem Ruhrgebiet zum wöchentlichen Training“, sagt Jonakovic. „Aber über Interessenten aus Solingen freuen wir uns natürlich immer besonders riesig“.

Der Verein und das Jubiläum

Wer sich intensiver mit Kud Borac beschäftigen möchte, bekommt über die sozialen Netzwerke Instagram und Facebook weitere Informationen. Dort gibt es auch Hinweise zur Jubiläumsfeier am 2. November 2022. Bis dahin hofft der Verein, wie in der Vergangenheit wieder mehr Präsenz bei den Solinger Festen zeigen zu können.

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