Tradition

Kirche St. Michael: Warum der Abbau einer Krippe für Ärger sorgt

Die Krippe erstreckte sich vom Altar bis zur den Stufen. Sie wurde abgebaut.
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Die Krippe erstreckte sich vom Altar bis zur den Stufen. Sie wurde abgebaut.

Der Fall schlägt Wellen: Ein Ehrenamtler erhebt Vorwürfe gegen den Stadtdechanten.

Von Anja Kriskofski

Solingen. In der katholischen Gemeinde St. Clemens gibt es Ärger. Grund ist der Abbau der Krippe in der Kirche St. Michael am Central. Seine über vier Wochen gestaltete Krippe sei für ein Konzert am 8. Januar zerstört worden, sagt Arnold Falkowski, der seit 45 Jahren die Krippen in der Gemeinde baut. Pfarrer Michael Mohr, zu dessen Gemeinde St. Michael gehört, widerspricht: Die Krippe sei abgebaut worden. „Das wäre nicht nötig gewesen, wenn sie die gleichen Dimensionen gehabt hätte wie in den Vorjahren.“

Der Fall schlägt Wellen: Mehrere Katholiken haben sich per E-Mail ans ST gewandt und den Umgang mit Falkowski kritisiert. Der wiederum hat sich sogar beim Erzbistum Köln beschwert. Was ist passiert? Wie auf Fotos zu sehen ist, erstreckte sich die Krippe in St. Michael vom Altar bis zu den Stufen, die den Altarraum begrenzen. Er habe unter anderem einen imitierten Wasserlauf aufgebaut, mit Steinen, die von Kindern der Gemeinde bemalt worden seien, erklärt Falkowski. Sie hätten auch Sterne gebastelt. Die Krippe sei Woche für Woche erweitert worden. „Komplett wurde sie erst mit den Heiligen Drei Königen am
6. Januar.“

In St. Michael fand am 8. Januar ein Konzert mit fünf Chören statt. Über 70 Sängerinnen und Sänger, darunter auch Kinder, seien dabei gewesen, berichtet Chorleiterin Andrea Wingen. „Das Konzert gibt es seit 1997 jedes Jahr.“ Er habe Falkowski bereits Ende Dezember mitgeteilt, dass die Krippe für das Konzert umgebaut oder zurückgebaut werden müsse, erklärt Pfarrer Mohr. „Sie war an einem anderen Ort als sonst und viel größer als in den Vorjahren. Das war aber in keiner Weise mit mir abgesprochen.“ Angesichts der Größe der Krippe wäre es laut Chorleiterin Wingen „undenkbar gewesen, alle Sänger und Sängerinnen unterzukriegen“.

Per E-Mail ging es zwischen Krippenbauer, Chorleiterin und Pfarrer hin und her, ohne dass man auf einen gemeinsamen Nenner kam. Ein Umbau der Krippe sei nicht möglich gewesen, ohne das ganze Ensemble zu zerstören, betont Falkowski. Weil die Chöre den Platz brauchten, habe er Falkowski mitgeteilt, dass die Krippe dann ganz abgebaut werden müsse, sagt Mohr. Aus gesundheitlichen Gründen sei ihm das nicht möglich gewesen, erklärt der Krippenbauer. Also übernahm den Abbau unter anderem Andrea Wingen.

Falkowski will keine Krippen in St. Michael mehr bauen

Falkowski beklagt, dass seine Requisiten weggeworfen worden seien, auch die von Kindern gebastelten Sachen. „Das ist lieblos und menschenverachtend.“ Pfarrer Mohr und die Chorleiterin widersprechen im Gespräch mit dem ST: Die Sterne seien in Kartons und Tüten in der Sakristei verstaut worden. Nur Verbrauchsmaterial wie „Sägespäne, Sand und unbemalte Kiesel“ habe man entsorgt.

Übrig blieben nach dem Abbau der Krippe nur die Figuren mit Jesuskind.

Für ihn sei das Krippenbauen in St. Michael definitiv beendet, sagt Arnold Falkowski. Als Ersatz arrangierte er vor der Kirche die bemalten Steine. Auch diese seien entfernt worden. Die Sammlung für das Kinderhospiz Burgholz sei durch den Abbau der Krippe vorzeitig beendet worden.

Er wolle ihn zu einem klärenden Gespräch einladen, kündigt Pfarrer Mohr an.

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