Malstation

Krebspatienten malen unter freiem Himmel

Patienten der St. Lukas Klinik sind froh, dass die Malstation wieder geöffnet hat. Foto: Tim Oelberman
+
Patienten der St. Lukas Klinik sind froh, dass die Malstation wieder geöffnet hat.

Wegen der Pandemie sind Ateliers geschlossen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Eigentlich könne sie gar nicht malen, wiegelt Vera Boden ab, als sie ihre Skizze zeigt, die während der letzten Stunde im Park an der Schwanenstraße entstanden ist. Aber das, was die langjährige Teilnehmerin der Malstation für onkologische Langzeitpatienten auf ihrem Blatt verewigt hat, ist eindeutig der Bildausschnitt vor ihr: Bäume, Wiese, Himmel und Büsche. Vera Boden liebt es, einmal wöchentlich beim Angebot von Künstler Carsten Weck mitzumachen. Er initiierte es vor etlichen Jahren für die St. Lukas Klinik und leitet es seitdem.

Heute sei sie zum 297. Mal dabei, verrät Vera Boden. „Zusammen mit meiner Freundin Heidi Pütz war ich sozusagen Gründungsmitglied.“ Dass das Angebot auch in Corona-Zeiten durch die Verlagerung ins Freie wieder aufgenommen werden konnte, findet sie wunderbar. „Leider ist das Wetter nicht immer gut und bei Regen muss der Kurs ausfallen.“

Zu zehnt seien sie normalerweise, sagt Carsten Weck, „Heute fehlen drei Teilnehmer.“ Sieben Malende verteilen sich also mustergültig mit gebotenem Abstand auf den großen Stufen des Kriegermahnmals in dem lauschigen Park und zeichnen eifrig. Die Teilnehmer sind offensichtlich gut gelaunt, es wird viel gelacht. Das genau sei der Sinn dieses Projekts, sagt Professor Ulrich Mahlknecht, Chefarzt der Onkologie und Hämatologie am Haus. Er kommt auf eine Stippvisite vorbei. „Wir verfolgen hier zur Behandlung von Krebserkrankungen einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur die Medizin im Fokus hat, sondern auch auf gute Ernährung und Bewegung setzt – und darauf, auch der Seele des Betroffenen Gutes zu tun.“ Das geschehe durch die Malprojekte ganz eindeutig. „Sie haben einen positiven Einfluss auf die Gesundheit.“

„Beim Malen und Töttern hat man gar keine Zeit mehr, Sorgen zu wälzen“ führt Carsten Weck weiter aus. „Man ist abgelenkt, schafft etwas Produktives, wird innerlich leichter und entspannter.“

Auch das Malmobil bei Palliativpatienten sei derzeit, trotz der Corona-Krise, im Einsatz: „Unter Einhaltung aller nötigen Hygiene-Maßnahmen.“ Nicht stattfinden könnten leider die beiden anderen Projekte in der Geriatrie und im Altenheim. „Da müssen wir noch Geduld haben, bis die Pandemie abflaut“, sagt Weck.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Wie die Stadt die Inzidenz ermittelt und meldet
Wie die Stadt die Inzidenz ermittelt und meldet
Wie die Stadt die Inzidenz ermittelt und meldet
Weyerstraße nach Unfall gesperrt
Weyerstraße nach Unfall gesperrt
Weyerstraße nach Unfall gesperrt
Seniorin bestohlen und geschubst
Seniorin bestohlen und geschubst
Seniorin bestohlen und geschubst
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz weiter über 50
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz weiter über 50
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz weiter über 50

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare