St. Lukas

Krebs-Zentrum erhält Zertifikat

Professor Ulrich Mahlknecht (r.) und Dr. Markus Meibert, (Mitte), die Leiter des Pankreaszentrums in der St. Lukas Klinik, freuen sich mit Alfons Kern. Dem früheren Rektor der Albert-Schweitzer-Realschule wurde vor 15 Jahren ein bösartiger Tumor an der Bauchspeicheldrüse entfernt. 

Die Behandlung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse ist ein Schwerpunkt der St. Lukas Klinik.

Von Kathrin Schüller

Alfons Kern geht es gut. Vor 15 Jahren war das anders. Der frühere Rektor der Albert-Schweitzer-Realschule hatte einen bösartigen Tumor an der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). In einer aufwendigen Operation wurde der Tumor entfernt. Von seinem Leben mit und nach der Krebserkrankung erzählte Kern am Mittwoch bei einem Pressetermin in der St. Lukas Klinik.

Anlass war die Zertifizierung des Pankreaszentrums. Ein unabhängiges Expertenteam hat die Qualität der Arbeit, die dort geleistet wird, bescheinigt. „Wir wissen, dass wir gut sind, und wir wollen das auch zeigen“, so kommentierte der Leiter des Zentrums, Dr. Markus Meibert, das Zertifikat und die Anwesenheit seines ehemaligen Patienten. Kern war der Erste, bei dem Meibert nach seinem Amtsantritt in Solingen einen Tumor an der Bauchspeicheldrüse entfernte.

Seine Familie habe ihn nach der Diagnose abgeschrieben, sagte Kern. Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als heimtückisch. „Charakteristische Frühsymptome fehlen“, erklärte Meibert. Dass der Krebs bei Kern erkannt wurde, sei einem aufmerksamen Hausarzt zu verdanken. Was die Diagnostik und Therapie so anspruchsvoll macht, ist die Lage des rund 15 Zentimeter langen Organs. „Es befindet sich versteckt im Oberbauch“, erklärte Meibert. „Umlagert wird es von dicken Gefäßen.“ Um einen Tumor entfernen zu können, muss das Organ, das auch für die Insulinproduktion zuständig ist, erst einmal freigelegt werden.

Chirurgen, die sich solche Operationen zutrauen, brauchten viel Erfahrung, erklärte Professor Ulrich Mahlknecht, Chefarzt für Onkologie an der St. Lukas Klinik. „Das müssen Sie sich vorstellen wie bei einem Pianisten. Der muss auch ständig üben.“

Fünf Stunden habe der Eingriff gedauert, erzählte Kern. 500 mal mussten Blutgefäße unterbunden werden. Der Kopf der Bauchspeicheldrüse wurde vollständig abgetrennt.

Seit der Operation muss Kern täglich Ferment-Tabletten nehmen, damit die Verdauung funktioniert. Alle paar Monate kommt ein Antibiotikum dazu. „Weil der Schließmuskel fehlt, wandern Bakterien in die Gallenblase. Sie entzündet sich“, erklärte Meibert.

Kern sieht das alles gelassen. „Ich hatte so viel Glück“, sagte der 84-Jährige, der gerne mit seinem Alter kokettiert. Und den Schock der Diagnose habe er längst verkraftet.

Wöchentlich findet eine Tumorkonferenz statt

BAUCHSPEICHELDRÜSE

FUNKTION Das kleine Organ übernimmt wichtige Funktionen im Verdauungssystem, in dem sie den Bauchspeicheldrüsensaft in den Zwölffingerdarm ausschüttet. Die darin enthaltenen Enzyme spalten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette aus der Nahrung so auf, dass sie über die Darmschleimhaut aufgenommen werden können. 

INSULIN In der Bauchspeicheldrüse liegen die Lagerhansinseln, die für die Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels zuständig sind.

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