Investitionen

Krankenhaus setzt auf OP-Technik mit Robotern

Dr. Martin Eversmeyer, Geschäftsführer des Klinikums, stellte die Eckpunkte vor. Archivfotos: to/cb
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Dr. Martin Eversmeyer, Geschäftsführer des Klinikums, stellte die Eckpunkte vor.

Medizinische Abteilungen werden umgebaut, um größere Erträge zu erzielen – Bettenzahl wird reduziert.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Das Operieren mit Hilfe von Robotern (Robotic Surgery) ist eine der Leistungen, mit denen das Städtische Klinikum attraktiver für Patienten werden will. Denn die geplanten Investitionen von rund 120 Millionen Euro in Gebäude, IT und Medizintechnik sollen auch durch den Ausbau des medizinischen Angebots erwirtschaftet werden. Alle Kliniken blieben erhalten, betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). In vielen Abteilungen sind jedoch Umstrukturierungen vorgesehen. Auch sonst werden Abläufe gestrafft. So soll die Zahl der Betten um rund 100 auf 550 bis 570 sinken, erklärte der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Martin Eversmeyer.

Das Klinikum will die Verweildauer von Patienten verkürzen. Diese ist im Vergleich zu anderen Häusern höher. „In einigen unserer Kliniken ist sie schon besser geworden“, so Eversmeyer. Die Folge: Bleiben Patienten kürzere Zeit im Krankenhaus, werden auch weniger Betten gebraucht.

Behandlung von Tumorpatienten soll ausgebaut werden

Dreh- und Angelpunkt des Masterplans ist der Ausbau in den medizinischen Abteilungen. In mehreren Kliniken stehen zudem Chefarzt-Wechsel an. Über eine Million Euro will das Klinikum in die robotergestützte Chirurgie investieren, die unter anderem in der Urologie und bei Eingriffen im Unterleib eingesetzt werden soll. „Dort ist das heute Standard“, erläuterte der medizinische Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Standl. Ohne die neue Technik gingen der Klinik Patienten verloren.

Prof. Dr. Thomas Standl, medizinischer Geschäftsführer, skizzierte den Umbau der Abteilungen.

In der Intensivmedizin sollen bei der Beatmung von Patienten künftig spezielle Ecmo-Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen – unter anderem bei Covid-19. Einen Schwerpunkt möchte das Klinikum bei der Behandlung von Tumorpatienten setzen. „Wir wollen in der Klinik für Gastroenterologie ein eigenes Department für Onkologie implementieren – und zwar zeitnah.“ So brauche man für die Zertifizierung als Krebszentrum, die für 2021 zusammen mit der St. Lukas Klinik angestrebt wird, eine gut aufgestellte Onkologie.

Auch die Kardiologie steht vor einer Erweiterung. Da Prof. Dr. Hans Martin Hoffmeister in den Ruhestand geht, wird nicht nur ein neuer Chefarzt oder eine neue Chefärztin gesucht. Mit einem eigenständigen, angeschlossenen Department für Rhythmologie soll die Spezialisierung der Klinik vorangetrieben werden. Standl: „Die Beseitigung von Herzrhythmusstörungen ist eine aufstrebende Sektion. Zwei bis drei Millionen Menschen leiden zum Beispiel an Vorhofflimmern.“

Neu geschaffen wird eine Klinik für Geriatrie (Altersmedizin) und Innere Medizin, für die bereits eine Leitung gesucht werde. Die bisherige Klinik für Nephrologie werde als Department daran angedockt.

Einen neuen Chefarzt bekommt 2021 auch die Kinderklinik, da Dr. Volker Soditt im Sommer in den Ruhestand geht. Er sei froh, dass die Klinik trotz der dramatischen Unterfinanzierung erhalten bleibe, sagte OB Kurzbach. Fortgeführt wird auch die eigene Röntgenabteilung, die zum Institut für diagnostische Radiologie wird.

Städtisches Klinikum investiert 120 Millionen Euro: Zwei Drittel fließen in einen Neubau - Das Haus strukturiert um und schließt betriebsbedingte Kündigungen aus. 

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