Pandemie

Solinger Tanzformationen hängen im Corona-Winter durch

Mila (l.) und Lilly Hartkopf von den Schiwa Minis und der Kindertanzgruppe müssen ihre Kostüme im Schrank lassen. Foto: Jana Hartkopf
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Mila (l.) und Lilly Hartkopf von den Schiwa Minis und der Kindertanzgruppe müssen ihre Kostüme im Schrank lassen.

Zwischen Hoffnung und Frust:.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. „Phönix aus der Asche“ war der Titel der letzten großen Choreographie der TKS, der Tanzgruppe Klingenstadt Solingen in der vergangenen Saison. „Wer hätte vor einem Jahr bei der Gala-Sitzung der Muckemau – der traditionellen Premiere unseres neuen Sessionstanzes – gedacht, dass das nun unser Motto für die hoffentlich baldige Zukunft werden wird“, sagt Rebecca vom Feld-Thiere, die Geschäftsführerin des Vereins. Das sei jetzt aber so, denn derzeit hingen alle ziemlich in den Seilen.

„Nach dem ersten Lockdown, im Frühjahr und im Sommer haben wir draußen in den Parks trainieren können, dann im Frühherbst mit Abstand auch wieder in den Hallen – da waren alle sehr engagiert und guten Mutes“, schaut sie zurück.

Mit der Vollbremsung im November und dem schon so langen „Nichts mehr“-Gefühl aber bröckele nun spürbar die Laune. Zwar werde immerhin einmal pro Woche via Zoom trainiert und die Trainerinnen bemühten sich redlich, diese Einheiten abwechslungsreich zu gestalten. „Aber man merkt schon, dass sowohl die älteren wie auch die jüngeren Tänzerinnen gerade in einem mentalen Loch stecken, weil augenblicklich kein Ende der Situation absehbar ist.“

Der lange Winter ohne Karneval, ohne Veranstaltungen, Auftritte und die kribbelnde Vorfreude darauf macht auch der Tanzformation Schiwa zu schaffen. Auch dort wird viel via Internet gechattet und trainiert. „Aber das ist und bleibt kein vollständiger Ersatz für echte Treffen, kein Ausgleich zu realen Trainingsstunden“, sagt Geschäftsführerin Bettina Heuschkel. Damit wolle sie diese Möglichkeiten nicht schlecht reden, betont sie. „Besser so als gar nicht.“ Aber ewig könne das natürlich nicht so weitergehen, schon jetzt bröckele die Motivation. „Der zweite Lockdown ist gefühlt perspektivlos lang und das zehrt an der mentalen Kraft.“

Gerade für die jüngeren Tänzerinnen werde die Zeit lang, ohne eine konkrete Idee, wann Training und Leben wieder zurückkehre. „Zu Weihnachten haben wir virtuelle Feiern angeboten, um zu signalisieren „Hey, uns gibt’s noch“, sagt Heuschkel. „Das kam gut an. Aber inzwischen hängt wohl jeder erst recht in einem mehr oder weniger tiefen Motivationstal.“

In der warmen Jahreszeit – körperlich wie seelisch noch fitter – gab es bei der Schiwa viel Ersatz-Programm mit Laufen oder Sport im Freien und Training, erzählten Heuschkel – wie auch die Trainerinnen der Showgarde, Christina Thoms und Julia Krumpen.

Die sind mit ihren Schützlingen in die Jahnkampfbahn ausgewichen, um den nötigen Abstand zu garantieren. Im Spätsommer war dann überall der Trainingsbetrieb in den Hallen wieder angelaufen, wenn auch mit Hygiene-Konzepten. Die zweite Vollbremsung mit der Komplett-Absage von Karneval und dem sich einstellenden „Endlos-Gefühl“ der Tristesse war dann schon hart.

Videos werden zum Streamen ins Internet gestellt

Deshalb suchten die Verantwortlichen nach Lichtblicken, um die Laune aufzuhellen: Ein Malwettbewerb für die Minis der Schiwa-Formation bekam viel Resonanz. Die Showgarde setzt in diesen Tagen auf ein Online-Projekt. Zu dem Miljö-Song „Zigg zoröck“ performten die Tanz-Mädels nach einer virtuellen Choreographie- Anleitung der Trainerinnen. Ein befreundeter Technik-Freak wird die einzelnen Videos zu einem Ganzen zusammenschneiden und das pünktlich zu den „tollen Tagen“ – die ja dieses Tag still bleiben werden – zum Streamen ins Netz stellen.

„Wir brauchten einfach ein Ziel in diesen Frust-Tagen seit dem zweiten Lockdown“, sagt Christina Thoms. Zusammen mit ihrer Trainerkollegin zeichnete sie die gleiche Jahreskurve wie die anderen Tanzvereine: im Frühling und Sommer Optimismus, im Frühherbst Aufbruchstimmung und seit November ein Durchhänger mit Hoffnung auf Besserung.

Die Tanzformationen untermalen nicht nur den Karneval, sondern nehmen auch regelmäßig an Wettbewerben wie Meisterschaften teil. Auch diese Aktivitäten fielen im vergangenen Jahr seit dem Beginn der Pandemie weg.

Aktivitäten

Meisterschaften: Die Tanzformationen der Klingenstadt begleiten nicht nur den Karneval, sondern nehmen auch regelmäßig an Wettbewerben sowie an Meisterschaften teil. Auch diese Aktivitäten fielen im vergangenen Jahr seit dem Beginn der Corona-Pandemie weg.

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