Walder Theatertage mit „Taxi Damaskus“

Konzertlesung berührt die Zuhörer

Aeham Ahmad, der „Pianist aus den Trümmern“.
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Aeham Ahmad, der „Pianist aus den Trümmern“.

„Steigen Sie ein in mein gelbes, bescheidenes Taxi“: Das taten die Besucher und erlebten diese Reise.

Von Tanja Alandt

Solingen. Berührendes Programm bei den 25. Walder Theatertagen: Aeham Ahmad und Dr. Andreas Lukas stellten ihr Buch „Taxi Damaskus“ bei einer Konzertlesung in der ausgebuchten Walder Kirche vor. Das Publikum hörte dem Klavierspiel sowie den syrischen Klageliedern von Ahmad, der als „Pianist aus den Trümmern“ bekannt ist, gebannt zu und ließ sich ebenfalls von dem Politikwissenschaftler und freien Journalisten Andreas Lukas mit nach Syrien nehmen: „Steigen Sie ein in mein gelbes, bescheidenes Taxi, mit dem ich tagein und tagaus durch diese turbulente Stadt fahre und meinen Lebensunterhalt verdiene“, so der Schriftsteller.

Er saß auf einem Stuhl neben Ahmad am Klavier im blauen Scheinwerferlicht und las von den Hoffnungen und Begegnungen der Fahrgäste „aus dem zerstörten Land, wo seit elf Jahren Krieg herrscht“ vor.

Ahmad, der als palästinensisch-syrischer Flüchtling aus Yarmouk, einem Vorort von Damaskus, nach Deutschland fliehen musste, ließ die Melodie „Die Gedanken sind frei“ als roten Faden in seinen Stücken erklingen. 2015 erhielt er den Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte der Beethoven-Akademie in Bonn.

In der Pause zeigte der studierte Musikpädagoge und zweifache Autor einem jungen Fan aus dem Publikum ein paar Tastengriffe am Klavier, dieser ließ sich anschließend, wie viele andere Gäste auch, das Buch von den beiden Autoren signieren. Lukas schrieb den Besuchern beispielsweise „Begegnungen sind unser Lebenselexier“ in das Buch hinein. Ebenfalls für das gemeinsame CD-Album „Gemeinsam Eins! Together One!“ mit Musik und Poesie der beiden Künstler interessierten sich die Gäste.

Zugabe und viel Applaus

Nach der Autogramm-Pause rief der Pianist – wieder zurück auf der Bühne – den jungen Fan zu sich. Sie spielten noch einmal vor dem Publikum zusammen und der junge Klavierspieler verließ glücklich unter Applaus wieder die Bühne.

Die eindrucksvolle Art des Klavierspiels von Aeham Ahmad, dessen Klavier in Damaskus vom IS verbrannt wurde, ging unter die Haut, ließ die erzählten Geschichten lebendig werden. Nach einigen Klangfarben und Erzählungen sowie lyrisch-musikalischen Gedanken und Eindrücken aus Syrien gab es eine stimmungsvolle Zugabe und großen Beifall.

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