Pina-Bausch-Saal

Praxis Dr. Fröhlich: Fast 1000 Zuschauer sehen Mundartstück

Der Pina-Bausch-Saal verwandelte sich am Wochenende in die „Praxis Dr. Fröhlich“. Foto: Rouven Böttner
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Der Pina-Bausch-Saal verwandelte sich am Wochenende in die „Praxis Dr. Fröhlich“.

Stadtensemble inszeniert „Praxis Dr. Fröhlich“ neu

Von Karl-Rainer Broch

Solingen. Die „Praxis Dr. Fröhlich“ hatte am Wochenende im Pina-Bausch-Saal des Theaters geöffnet. Das Stadtensemble als Nachfolger des Ensembles Profan hatte das Lustspiel in Solinger Mundart von Heidi Theunissen aus dem Jahr 2006 neu inszeniert. Regisseur Michael Tesch brauchte aber kaum Änderungen vorzunehmen, denn: „Sie hat ein zeitloses Stück geschrieben.“

Der Erfolg blieb nicht aus, schon bei der Premiere am Samstag kamen 400 Besucher und Besucherinnen ins Theater, bei den beiden Vorstellungen am Sonntag war der Zuspruch etwas geringer, aber mit insgesamt knapp 1000 verkauften Karten hatte das Mundartstück bessere Zahlen vorzuweisen als normale Schauspiele in letzter Zeit.

Michael Tesch führte das nach fast dreijähriger Abstinenz durch die Corona-Pandemie auf „neue Lust am Theater“ zurück. Da auch Gäste mit wenigen oder gar keinen Kenntnissen von Solinger Platt auf ihre Kosten kamen, wurde auch der Auftrag von Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) erfüllt, die Mundart zu retten.
Hier gibt es den Bericht von den Proben zu „Praxis Dr. Fröhlich..

Auf der Bühne warteten die Sprechstundenhilfen Jenny Müller (Sabine Roth) und Leni Meyer (Sylvie Wester-Stamm) auf die Patienten, während Dr. Max Fröhlich seinem geliebten Hobby, der Jagd, frönte und die beiden Damen ihn entschuldigen mussten („Der Doktor ist auf Fortbildung“). Im Wartezimmer wurde die Trennung zwischen Kassen- und Privatpatienten durch Holzstühle und Ledersessel vollzogen. Die Patientin Emmi Moll (Hannelore Selbach) dominierte das Wartezimmer und hatte immer wieder die Lacher auf ihrer Seite, wenn sie sich in das Geschehen einschaltete.

Fast jeder Satz wurde mit Beifall und Gelächter honoriert

Überhaupt: Heidi Theunissens Wahrnehmungen über das Patientenverhalten kamen aus dem realen Leben, fast jeder Satz wurde aus dem Saal mit Beifall und Gelächter honoriert. Da zeigten sich Alexander Riedel als vom Hund gebissener Patient Erwin Schmitz und Petra Lokay als hochnäsige Privatpatientin Frau von Dries, die mit Verachtung auf den Bauern Schneider (Uwe Dahlhaus) herabblickte, dessen „bestes Stück“ eine Behandlung verlangte. Das war aber nicht seine Frau, sondern die Kuh Erna, der Dr. Fröhlich – souverän Jürgen Nippel – Liebeskummer bescheinigte.

Karl-Heinz Stamm war der allwissende Günther Becker: „Ich wollte Arzt werden, kann aber kein Blut sehen“, und Sabine Sorgnit kam arg zugerichtet in die Praxis, während die schwangere Anneliese (Ulrike Hönemann) den mutmaßlichen Vater mit dem klassischen Gag als „Reiner Mako“ identifizierte. Aufgelöst wurde das muntere Spiel im zweiten Teil, als auch die Person des anfangs mysteriösen Besuchers Hans Sauer (Holger Langenberg) entschlüsselt wurde.

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