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Klinikum und DRK rufen gemeinsam zur Blutspende auf

Professor Dr. Thomas Standl (r.) und Dr. Tim Lohoff zeigen teilweise leere Blutkonservenschränke.
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Professor Dr. Thomas Standl (r.) und Dr. Tim Lohoff zeigen teilweise leere Blutkonservenschränke.

Blutkonserven sind Mangelware – mobile Station stoppt am 1. September in Solingen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums, aber auch Bürgerinnen und Bürger, können am 1. September unmittelbar vor dem Gebäude des Klinikums an der Gotenstraße Blut spenden. Blut sei nun einmal der „besondere Saft, der Leben rettet“, zitiert Professor Thomas Standl Johann Wolfgang von Goethe, der sich nicht nur als Literat einen Namen gemacht hat, sondern auch als Naturforscher anerkannt war. Als „Großverbraucher“ von Blutkonserven wolle das Klinikum nun erstmalig in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zu einer Großspende-Aktion aufrufen. Gerade in den Sommermonaten sei die Blutspende-Bereitschaft in der Bevölkerung statistisch gesehen, geringer als in der kälteren Jahreszeit, sagt Dr. Tim Lohoff, Ober- und transfusionsverantwortlicher Arzt.

Das hänge mit der langen Urlaubszeit zusammen, bestätigt Vera Sievert vom Blutspendedienst West des DRK. Es ginge nicht nur um die Schulferien, sondern auch um die Monate Mai und September, in denen viele Menschen verreisen, erklärt sie.

In diesem Jahr sei der Mangel besonders eklatant, sagt Lohoff fürs Klinikum. Man brauche aber in einem Krankenhaus ständig ausreichend Ersatzblut auf Vorrat, betonte Professor Standl, dem die seit Jahren enge Blutkonserven-Situation Sorgen bereitet. „Seit dem Auftauchen des HI–Virus vor etlichen Jahren, verzeichnet man weniger Blutspenden als davor und durch Corona ist die Zahl der regelmäßigen Spender nun noch mal zurückgegangen.“ Nicht nur verunglückte Personen mit starken Blutungen benötigten aber dringend Fremdblut in ausreichender Menge. Auch Chemotherapie-Patienten, deren Hämoglobin-Werte viel zu niedrig seien, müssten regelmäßig „substituiert“ werden, so der Fachbegriff für eine Blutübertragung. Auch Operationen in sehr stark durchbluteten Bereichen wie etwa beim „Einbau“ einer neuen Hüfte, seien ohne Fremdblut nicht denkbar. „Jährlich rechnen wir im Haus mit rund 3000 roten Blutkonserven, also Erythrozyten“, sagt Lohoff. Dazu kämen rund 900 Plasmakonserven und etwa 150 Thrombozyten-Konserven.

Für den gesamten Bereich Köln/Düsseldorf des Blutspendedienstes West des DRK werden täglich 600 bis 900 Blutspenden benötigt, ergänzt Vera Sievert. „Rote Blutkonserven“, also Blut, denen die Leukozyten entzogen wurden, seien maximal sechs Wochen haltbar, Thrombozyten sogar nur fünf Tage. „Es muss also immer und immer wieder aufs Neue gespendet werden, um diesen regionalen Bedarf zu decken.“

Bei der Aktion am 1. September, für den ein großer weißer DRK-Bus an die Stelle vor dem Klinikum fährt, auf der zuletzt die Wartecontainer für Besucher aufgebaut waren, seien alle Solinger willkommen. Wobei der Standort natürlich in erster Linie Klinikum-Mitarbeiter und Klinikum-Nachbarn anspricht.

Termine: Reservierungen werden online entgegengenommen: drk-blutspende.de/blutspendetermine

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