Klinikum muss sich schnell modernisieren

Weitere Reaktionen zum Masterplan

Von Andreas Tews

Eine breite Mehrheit in der Politik sieht in dem am Dienstag veröffentlichten Masterplan für das Städtische Klinikum eine Chance für das Haus, sich in kommunaler Trägerschaft gut für die Zukunft aufzustellen. Nach Vertretern der CDU und der SPD haben sich gestern auch Politiker der Grünen und der FDP entsprechend geäußert.

Der Masterplan sieht unter anderem Investitionen von 120 Millionen Euro in den kommenden Jahren vor. Mit Hilfe entsprechender Kredite will die Geschäftsführung einen Neubau für das Haus G errichten, unter anderem das Labor und die Bildungsakademie modernisieren sowie die IT-Infrastruktur auf einen modernen Stand bringen lassen. Auch diverse medizinische Bereiche wollen der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Martin Eversmeyer und der medizinische Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Standl neu aufstellen, um die Einnahmesituation zu verbessern.

Die Vorsitzende der Grünen-Ratsfraktion, Juliane Hilbricht, sieht in diesem Konzept „die Chance, das Klinikum überlebensfähig zu machen“. Sie spricht von „ambitionierten und gut durchgerechneten Zielen“. Neben Investitionen in Bausubstanz und Technik hält sie es auch für wichtig, das medizinische Angebot neu aufzustellen, ohne dabei auf die Funktion des Krankenhauses als Maximalversorger zu verzichten. Als richtig und wichtig bezeichnet sie unter anderem den Ansatz, die Onkologie mit einer psychischen Begleitung zu kombinieren.

Von einer „realistischen Prognose“ spricht im Zusammenhang mit der angepeilten Investitionssumme der gesundheitspolitische Sprecher der FDP, Dr. Robert Weindl. Die Pläne der Geschäftsführung bieten aus seiner Sicht eine gute Perspektive für das Klinikum. Bei der Modernisierung gelte es jetzt schnell aufzuholen, sonst werde man von der Entwicklung abgehängt. Wichtig sei es, zukunftsfähige Fachgebiete vorzuhalten. Dazu zählt Weindl unter anderem die Altersmedizin.

Allerdings seien noch einige Fragen offen – unter anderem im Bezug auf die Bilanz für das Jahr 2020, in der sich die Folgen der Corona-Krise als Einmaleffekt sehr positiv auf die Zahlen auswirken. Auch sei es interessant, wie ein notwendiger Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen bewerkstelligt werden solle.

Zuvor hatten die Aufsichtsratsmitglieder Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver (SPD) und Kai Sturmfels (CDU) von einem „großen Wurf“ für das Klinikum gesprochen. Die SPD-Ratsfraktion sieht in dem Masterplan einen wichtigen Impuls für den Standort Solingen.

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