Ideenwoche

Klingenmuseum: Solinger können noch Wünsche einbringen

Auf Gruppenbildungen wurde verzichtet, die Besucher der Ideenwerkstatt im Klingenmuseum tauschten sich im lockeren Gespräch aus.
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Auf Gruppenbildungen wurde verzichtet, die Besucher der Ideenwerkstatt im Klingenmuseum tauschten sich im lockeren Gespräch aus.

Bürger können sich an der Neuausrichtung des Klingenmuseums beteiligen. Die Ideen reichen von QR-Codes bis virtuellen Fechtkämpfen.

Von Holger Hoeck

Solingen. Das Deutsche Klingenmuseum ist international bekannt und lockt jährlich zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland an. Seine Dauerausstellung, die seit 1991 unverändert gezeigt wird, ist jedoch in die Jahre gekommen und bedarf einer Überarbeitung. Daher hat die Museumsleitung in Kooperation mit der Stabsstelle Bürgerbeteiligung und der städtischen Jugendförderung die Ideenwochen ins Leben gerufen, in denen engagierte Bürger noch bis zum 11. November ihre Ideen und Wünsche für eine Neuausrichtung des Hauses einbringen können. Zum Auftakt der Aktion ermöglichte ein Workshop den Dialog zwischen Museumsverantwortlichen und Interessierten.

Verschiedenfarbige Pappzettel und Stifte lagen auf den Tischen parat, die von den Moderatoren der einzelnen Arbeitsgruppen mit Vorschlägen beschriftet wurden. Angesichts der überschaubaren Besucheranzahl wurde kurzfristig auf die Bildung von Kleingruppen verzichtet und das Gespräch im offenen Austausch gesucht.

Nach der Begrüßung durch Evelyn Wurm von der Stabsstelle stellte Museumsleiter Dr. Sixt Wetzler das Zukunftskonzept vor, das bereits in den letzten Jahren entwickelt wurde. „Wir arbeiten schon lange an dem Prozess der Neuaufstellung. Obwohl der gestellte Förderantrag abgelehnt wurde, möchten wir dennoch weitermachen. Für uns ist es wichtig, dem vorliegenden groben Konzept den letzten Schliff zu geben, und das soll mit Ihnen und euch in den nächsten Wochen geschehen.“

Das neue Klingenmuseum soll zwölf Themenräume umfassen

Zwölf Themenräume soll das „neue“ Klingenmuseum umfassen, die Wetzler kurz umriss und anschließend unter den Fragestellungen „Was soll gezeigt werden?“ und „Wie soll es präsentiert werden?“ von den Besuchern erörtert wurden.

Bei ihren Gedankenspielen sollten sie idealerweise auch eine mögliche Präsentationsform des jeweiligen Themas sowie die anzusprechenden Inhalte berücksichtigen. Gleich das erste Thema unter dem Titel „Der Ort und seine Schätze“ barg interessante Vorschläge. „Ich würde mir wünschen, den Klosterschatz, der ja nicht aus der Lebenswelt junger Leute ist, mit modernen Erklärungen, etwa in Form eines QR-Codes oder mit einem Film, zu versehen. Das spricht heutzutage doch viele, insbesondere Heranwachsende, an“, trug eine Teilnehmerin ihr Wunschdenken zur Erlebbarkeit und zu digitalen Hintergrundinfos vor.

Auch der Aspekt, der sich der Solinger Stadtgeschichte, der internationalen Bedeutung und der heutigen Situation der Solinger Klingenproduktion widmen soll, wurde ausgiebig und intensiv debattiert. „Ich bin dafür, hierbei auf jeden Fall das Solinger Stadtwappen zu thematisieren. Selbst viele Solinger wissen doch nicht, wieso da ein Anker drauf ist“, empfahl ein anderer Besucher.

Zudem könne die Historie aller Stadtteile visualisiert werden. Aktives Mitwirken der Museumsbesucher böte hingegen das Thema „Fechten und Kampfkunst“.

Bei einer akustischen Untermalung durch Klingengeräusche, aufgezeichnet während eines Fechtkampfs, wäre es gerade für ein jüngeres Publikum attraktiv, sich vielleicht mit einem virtuellen Fechter zu duellieren, meinte ein Besucher. Beim Themenraum „Jagd und Schlachtung“ bestärkten die Interessierten die Museumsbetreiber, auch der Frage nach dem „Lebensmittel Tier“ nachzugehen oder die Machetenanfertigung einschließlich einer Auswahl optisch schöner Stücke vorzustellen.

„Ich bin überzeugt, dass wir auch durch die weiteren Veranstaltungen spannende Impulse erhalten werden, um den gedanklichen Setzkasten, den wir ja schon haben, mit Ideen füllen zu können“, so Museumsleiter Dr. Sixt Wetzler. Er freut sich auf die teaminterne Auswertung und Überprüfung der eingereichten Vorschläge hinsichtlich ihrer Realisierung.

Pläne

Das Klingenmuseum möchte zukünftig neben den genannten Bereichen auch die Themen „Die Klingen an sich“, Klingenkunst, Vielfalt und Ästhetik, Essen und Tafelkultur, Gewalt und Krieg, Klinge und Körper sowie die Besteck-Geschichte aufgreifen. Ein Foyer bildet den abschließenden Themenraum.

Die Ideenwochen werden mit einem digitalen Workshop (heute), dem Besuch von Schulklassen sowie persönlichen Sprechstunden mit Museumsleiter Wetzler fortgesetzt. Zudem lädt die Plattform zum „Zukunftskonzept Deutsches Klingenmuseum“ auf der Webseite der Bürgerbeteiligung www.solingen-redet-mit.de zum digitalen Dialog und zur Mitteilung von Ideen und Vorstellungen aller Solinger und Solingerinnen ein.

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