Symposium

Klingenhersteller sprechen über die Zukunft

Dr. Andreas Groß, Geschäftsführer der Berger Gruppe, referierte über künstliche Intelligenz für die Schneidwarenindustrie. Foto: Christian Beier
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Dr. Andreas Groß, Geschäftsführer der Berger Gruppe, referierte über künstliche Intelligenz für die Schneidwarenindustrie.

Industrieverband Schneid- und Haushaltswaren lud in Kooperation mit der Berger Gruppe zu einem Symposium ein.

Von Michael Kremer

Alles, was Rang und Namen in der Schneidwaren-Branche hat, traf sich am Dienstag in der Kohlfurth. Dorthin, in die Räume der Berger Gruppe, hatte der Industrieverband Schneid- und Haushaltswaren (IVSH) zu seinem zweiten Schneidwaren-Symposium eingeladen. Mit knapp 120 Teilnehmern war der Zuspruch deutlich größer als im Vorjahr, als gut 90 Firmenvertreter den Weg ins bergische Drei-Städte-Eck gefunden hatten. „Wir mussten sogar einigen Interessenten absagen, weil wir die Kapazitätsgrenze erreicht haben“, sagt IVSH-Geschäftsführer Jens-Heinrich Beckmann.

Bereits in seiner zweiten Auflage hat sich das Symposium damit als gute Möglichkeit etabliert, um mit Mitbewerbern ins Gespräch zu kommen und sich über neue Entwicklungen in der Branche zu informieren. Die Bandbreite reichte dabei vom Rohmaterial über die Fertigung bis hin zur Digitalisierung in der Produktion. Die zahlreichen Nachfragen aus dem Publikum zeigten, dass die Themenauswahl den Nerv der Anwesenden getroffen hat. Schließlich gehe es laut Beckmann darum, in „deutlich schwierigeren Zeiten“ wettbewerbsfähig zu bleiben und den technischen Vorsprung zu halten. Dies gelte nach den Worten des IVSH-Geschäftsführers insbesondere deshalb, weil angesichts der weltpolitischen Lage die Zugkraft des Exports nicht mehr so groß sei wie noch vor Jahren.

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Gerade vor diesem Hintergrund sei der gegenseitige Austausch von großer Bedeutung, wie Andreas Groß, Geschäftsführer der Berger Gruppe, betonte. Als Maschinenhersteller käme seinem Unternehmen dabei eine neutrale Rolle zu, um „kompaktes Wissen für die Herstellung in der Schneidwarenindustrie“ vermitteln zu können. Auch der Industrieverband sieht sich diesbezüglich als „neutrale Plattform“, wie Beckmann betonte, auf der sich ohne Konkurrenzdenken ausgetauscht werden könne.

Roboter bestimmen das Bild in der Fabrik der Zukunft

Gerade die Digitalisierung bringt für alle Hersteller die gleichen Herausforderungen mit sich. Dazu gehören „Roboter in der Fabrik der Zukunft“, über die Thomas Reisiger von ABB Corporate Research referierte. Ein anderes Thema ist die 3-D-Technologie. Werner Koch, Manager des in Solingen ansässigen 3-D-Netzwerkes, prognostizierte den Teilnehmern des Symposiums, dass schnelle 3-D-Drucker schon sehr bald „reif für die Massenproduktion“ sein werden.

Auch die Produktionsabläufe werden zunehmend von moderner Technik beeinflusst. Beispielsweise durch fahrerlose Transportsysteme, die für mehr Flexibilität und Effizienz in Produktion und Logistik sorgen werden. Um diese These zu untermauern hatte die SEW Eurodrive GmbH & Co KG für Demonstrationszwecke ein solches Transportsystem mitgebracht, dass selbstständig seinen einprogrammierten Weg durch die Werkshalle findet. Schleifen im Boden werden dafür nicht benötigt.

INDUSTRIEVERBAND

FACHVERBAND Der IVSH ist die einzige, allgemeine Interessenvertretung der Schneid- und Haushaltwarenindustrie und nimmt für die Mitglieder übergeordnete Aufgaben wahr.

GESCHICHTE Die Wurzeln des IVSH reichen bis 1891 zurück. Am 13. Mai schlossen sich in Solingen sämtliche „Fabrikantenvereine“ zusammen.

Da das Symposium laut Ankündigung „alle wesentlichen Themen und Prozess, die für die Herstellung von Schneidwaren aus heutiger Sicht von Bedeutung sind“ abdecken sollte, standen auch sehr fachspezifische Referate auf dem Programm. Beispielsweise „moderne Spritzgusstechniken für die Schneidwarenindustrie“, vorgestellt von der Arburg GmbH & Co KG, oder „metallkundliche Grundlagen der Wärmebehandlung martensitischer rostfreier Stähle“, mit denen sich Dr.-Ing. Michael Blüm von der Bergischen Uni Wuppertal befasste.

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