Vortrag

Klimaexperte fordert Verhaltensänderung

Prof. Dr. Ralf Koppmann ist Leiter des Instituts für Atmosphären- und Umweltforschung der Uni Wuppertal.
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Prof. Dr. Ralf Koppmann ist Leiter des Instituts für Atmosphären- und Umweltforschung der Uni Wuppertal.

Prof. Ralf Koppmann hält Vortrag im Galileum.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Höchste Dringlichkeit, ja. Hysterie, nein. Auf diese Formel bringt Prof. Dr. Ralf Koppmann den Klimawandel und die Notwendigkeit, zu handeln. Der Leiter des Instituts für Atmosphären- und Umweltforschung der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal kommt am 18. Oktober für einen Vortrag ins Galileum.

„Der Klimawandel und seine Auswirkungen – Zusammenhänge verständlich erklärt“, so hat Koppmann seinen Vortrag überschrieben, der vom Solinger Tageblatt präsentiert wird. Dabei möchte er bewusst „keine schrillen Töne von der Straße“, sondern Zahlen, Daten und Zusammenhänge präsentieren.

Jahrhundertereignisse kommen mittlerweile alle paar Jahre

Natürlich seien große Klimaereignisse wie die Flutkatastrophe im vergangenen Sommer „zunächst einmal nichts anderes als Wetter“. Dass es zu solchen „Jahrhundertereignissen“ aber mittlerweile alle paar Jahre komme, sei Ausfluss des Klimawandels. Der Anstieg der Temperatur etwa könne mit natürlichen Ursachen nicht erklärt werden, so Koppmann.

Aktuell entlässt die Menschheit in jedem Jahr 40 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2) in die Erdatmosphäre. Mit 800 Millionen Tonnen liegt Deutschland auf Platz sechs der Emittenten. Prof. Koppmann ist skeptisch, ob die weitere Erwärmung der Erde noch aufzuhalten ist. Dabei hat er in seinen wissenschaftlichen Erklärungen auch den Anstieg des Meeresspiegels um jährlich 3,3 Millimeter, das Auftauen des Permafrostbodens in der Arktis, die Gletscherschmelze in den Alpen und die Verdunstung von Seen in Afrika im Blick. Seine Theorie: Die Menschheit werde sich, um zu überleben, den Veränderungen anpassen müssen.

Aus Messreihen in aller Welt – am Boden, auf Schiffen, mit Zeppelinen, Flugzeugen, Raketen und Satelliten – weiß Koppmann, wie dramatisch sich das Klima verändert hat. Insbesondere durch den hohen CO2-Ausstoß. „Trotzdem werde ich in meinem Vortrag nicht in die schrillen Töne der radikalen Klimaaktivisten einstimmen“, sagt er, denn: „So einfach, wie viele glauben, ist das alles nicht.“

Wer annimmt, das Klima sei mit E-Fahrzeugen zu retten, dürfte an den Zahlen und Fakten des Wissenschaftlers deshalb keinen Gefallen finden. „Sie können zehn Millionen E-Autos anstelle von Verbrennern auf die Straßen bringen. Wenn Sie zugleich den Strommix nicht ändern, nutzt das allein gar nichts.“

Dienstag, 18. Oktober, 20 Uhr, Planetarium des Galileums, Walter-Horn-Weg 1, Eintritt: 5 Euro zugunsten des Galileums. Es gilt Maskenpflicht. Tickets unter: www.galileum-solingen.de

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