Earth Hour

Die Klingenstadt schaltet die Lichter aus

Christoph Dorenbeck ist Abteilungsleiter Anlagentechnik der Technischen Betriebe. Er managt unter anderem die Straßenbeleuchtung. Foto: Christian Beier
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Christoph Dorenbeck ist Abteilungsleiter Anlagentechnik der Technischen Betriebe. Er managt unter anderem die Straßenbeleuchtung.

Die Beteiligung an der weltweiten Klimaaktion Earth Hour musste gut geplant sein.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Als am Samstagabend in der Klingenstadt pünktlich um 20.30 Uhr viele sonst im Dunkeln weithin sichtbare Gebäude „erloschen“, konnten die Planer zufrieden durchatmen. Schließlich mussten im Vorfeld etliche Zeitschaltuhren digital umgestellt oder via Mausklick in entsprechenden Computerprogrammen andere Häkchen gesetzt werden.

Einer, der dafür zuständig war, ist Christoph Dorenbeck, Abteilungsleiter Anlagentechnik bei den Technischen Betrieben Solingen. In seinem Fachbereich werde beispielsweise die Straßenbeleuchtung gemanagt, sagt er. Zusätzlich ist er aber auch für die Beleuchtungskonzepte der Kirchen St. Mariä Himmelfahrt in Gräfrath, St. Clemens und der evangelischen Kirche Wald zuständig. In Wald arbeitet Dorenbeck eng mit der Denkmalstiftung Walder Kirche zusammen, die ihn vor Jahren mit der Illumination von Turm, Gebäude und Vorplatz beauftragt hat.

In den letzten Tagen hatte Dorenbeck viel zu tun – seitdem klar war, dass sich Solingen zum achten Mal an der weltweiten Klimaschutz-Aktion Earth Hour beteiligt. Mit dieser symbolischen Dunkel-Stunde soll rund um Globus demonstriert werden, wie wichtig es ist, mit den Ressourcen der Erde verantwortungsvoll umzugehen, um künftigen Generationen einen intakten Planeten zu hinterlassen. Bei der Walder Kirche etwa gehe es darum, den sogenannten Dämmerungsschalter zu deaktivieren, der ansonsten abends, je nach schwindender Tageslichtstärke, dafür sorgt, dass die Beleuchtung des historischen Kirchturms anspringt. Die ursprüngliche Idee der Walder Denkmalstiftung, auch den Kirchplatz in Finsternis zu versetzen, habe man verworfen, sagt Dorenbeck. „Mit Blick auf die dann dunklen Treppenstufen und die dadurch verstärkte Stolpergefahr.“

Um die sowieso in der Dunkelheit nicht illuminierten Rathaus- beziehungsweise Verwaltungsgebäude in Mitte und an der Bonner Straße müsse man sich nicht aufwendig kümmern, erläuterte Stadtsprecher Thomas Kraft. Jeder Mitarbeiter trage für das eigene Büro die Verantwortung und lösche beim Verlassen das Licht. Und alle seien zudem angehalten, an diesem Wochenende noch mal extra akribisch darauf zu achten, dass selbst die Notbeleuchtung in den Fluren übers Wochenende ausgeschaltet sei.

Solinger waren aufgefordert worden mitzumachen

Das Theater- und Konzerthaus ist sowieso seit Wochen dunkel: Ohne Veranstaltungen mit Publikum schläft es ohnehin in den Abend- und Nachtstunden unbeleuchtet vor sich hin. Sven Heuermann, Klimaschutzmanager der Stadt Solingen, forderte alle Solingerinnen und Solinger auf, sich ebenfalls zu beteiligen und in den eigenen vier Wänden mit dem Lichtausschalten ein Zeichen setzen. Ob sich viel Solinger dieser Idee angeschlossen haben und sich gar kreative Ideen zur Abendgestaltung ohne Lampen ausgedacht haben, bleibt aber buchstäblich im Dunkeln. Vielleicht haben einige die Gelegenheit genutzt, mit Kerzen zugleich an die verstorbenen Opfer der Pandemie zu gedenken.

Earth Hour

Die Earth Hour wurde 2007 vom World Wide Fund For Nature (WWF) – eine der größten internationalen Natur- und Umweltschutzorganisationen – ins Leben gerufen und findet seitdem jedes Jahr im März statt. „Wenn es uns nicht gelingt, die Erderwärmung zu bremsen, drohen Mensch und Natur katastrophale Konsequenzen“, erklären die Organisatoren.

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