Bundestagswahl 2021

So entscheiden Handballteams, wen sie wählen: Klima und Außenpolitik sind wichtig

Die WMTV-Handballerinnen Miriam Plaskocinski, Sabrina Wachholder und Anna Thomas-Mann mit den TSV-Handballern Lukas Diel, Mees Bachmann und Dominik Richter (v.l.) sprachen mit dem ST darüber, was ihnen beim Wählen wichtig ist. Foto: Kurt Kosler
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Die WMTV-Handballerinnen Miriam Plaskocinski, Sabrina Wachholder und Anna Thomas-Mann mit den TSV-Handballern Lukas Diel, Mees Bachmann und Dominik Richter (v.l.) sprachen mit dem ST darüber, was ihnen beim Wählen wichtig ist.

Handball: Frauen des WMTV und Männer des TSV Aufderhöhe im Gespräch.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Das Wohl rund um Familien steht für Anna Thomas-Mann ganz oben auf ihrer Prioritätenliste, wenn sie sich Gedanken über den 26. September macht, an dem der nächste Bundestag gewählt wird. Die berufstätige Mutter eines 13-jährigen Sohnes beklagt etwa immer massiver werdenden Lehrermangel. „Derzeit hat mein Sohn in der 8. Klasse auf dem Gymnasium weniger Unterricht als in seiner Grundschulzeit.“

Auch die Klimaveränderung treibt die Mittdreißigerin um. „Das Hochwasser im Juli hat doch deutlich gezeigt, dass da ganz massiv etwas nicht mehr so ist, wie es sein sollte. Es muss anders gedacht und entschieden werden als die Jahre zuvor.“ Sie ist fest davon überzeugt, dass Wirtschaft und Ökologie zusammenpassen.

Das Klima ist für alle sechs Handball-Aktiven der 1. Frauen-Mannschaft des WMTV und des 1. Männer-Teams des TSV Aufderhöhe ein wichtiges Stichwort. Für Sabrina Wachholder fällt darunter auch der Punkt Mobilität. Die müsse in jedem Fall erhalten werden, etwa durch andere Techniken als den herkömmlichen Verbrenner. Ihr ist es ein Anliegen, das gesellschaftliche Miteinander in Deutschland zu verbessern – da sei man doch, besonders in jüngerer Zeit und nicht zuletzt durch Corona, sehr auseinandergedriftet. So seien unsichtbare Risse entstanden, die geschlossen werden müssten.

Miriam Plaskocinski legt einen Fokus auf die Verbesserung ihres Berufsalltags: Als Erzieherin in einer Kita lebt sie zum Beispiel täglich mit Personallücken. Es sei kaum Zeit, sich so den Kindern zu widmen, wie es ihrem pädagogischen Anspruch entspräche. Außerdem wünscht sie sich eine Aufstockung von Stellen im Gesundheits-, Sozial- und Inklusionswesen. Behinderungen würden oft zu spät erkannt – „wenn schon viel Lebenszeit für den kleinen Menschen verstrichen ist, die man für eine gezielte Förderung hätte nutzen können“.

„Derzeit gibt keine der handelnden Personen ein wirklich zufriedenstellendes Bild ab.“

Lukas Diel, Handballer

Auch die Männer-Handballer stellen das Thema Umwelt in den Vordergrund. Zwar mahnt etwa Dominik Richter an, nicht vorschnell zu agieren, schließlich müsse „die Energie, die wir brauchen, ja irgendwo herkommen“. Man brauche „langfristig kluge Lösungen“. Aber dass sich Grundlegendes ändern müsse und ein „Weiter so“ nicht möglich sei, das betont auch Mees Bachmann. „Starkregen und Dürresommer zeigen ja deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist.“ Leider sei der Wahlkampf, so der Tenor, „ziemlich flach“. Es gehe zu sehr um Personen und deren künftige Positionen, weniger um die brennenden Themen Deutschlands als Teil der Welt.

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Lukas Diel beklagt zudem, dass „eigentlich keiner die Außenpolitik anspricht. Das ist im Augenblick etwas, was viel zu wenig rüberkommt, dabei ist in den letzten 40 Jahren viel schief gelaufen, zuletzt, wie wir alle sehen konnten, in Afghanistan. Aber auch bei der Energiewende oder der Digitalisierung hätte man besser und mehr über Landesgrenzen hinweg agieren müssen, um Nachhaltiges zu erreichen.“

Er wünscht sich, wieder mehr Vertrauen in die Politik haben zu können. „Aber derzeit gibt keine der handelnden Personen ein wirklich zufriedenstellendes Bild ab.“ Man habe geschlafen, zum Beispiel beim Thema Klimaschutz. Da hätte man viel rigoroser und weniger zaghaft agieren müssen: „Es muss schneller gehen, zum Beispiel mit einer strikten Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes.“

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