Nachfrage gestiegen

Kleingärten in Solingen erleben ihren zweiten Frühling

Harri Haack, Vorsitzender des Stadtverbandes der Solinger Kleingärten, sieht die aktuelle Entwicklung hin zu mehr jüngeren Familien in den Kleingartenanlagen sehr positiv. Archivfoto: Christian Beier
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Harri Haack, Vorsitzender des Stadtverbandes der Solinger Kleingärten, sieht die aktuelle Entwicklung hin zu mehr jüngeren Familien in den Kleingartenanlagen sehr positiv.

Die Nachfrage nach freien Parzellen ist in der Krise enorm gestiegen – ganz besonders junge Familien sind interessiert.

Von Moritz Jonas

Solingen. Aktuell ist es für viele schwierig bis unmöglich, irgendwie in den Urlaub zu kommen. Aus diesem Grund suchen vor allem viele Familien mit Kindern nach Alternativen in der Nachbarschaft. Dabei fällt die Wahl häufig auf den guten alten Kleingarten. Auch in Solingen. Viele Kleingartenvereine verzeichnen einen deutlichen Anstieg bei der Nachfrage nach freien Parzellen. Einige vergessen dabei allerdings, dass ein solcher Garten nicht ausschließlich der reinen Erholung dient. Selbstverständlich ist das Gärtnern auch eine der wesentlichen Aufgaben.

„Der Bedarf an Kleingarten Parzellen ist bedingt durch die Corona-Pandemie deutlich gestiegen“, sagt Harri Haack, Vorsitzender des Solinger Kleingärtner Stadtverbandes. Bei vielen Vereinen seien die Parzellen in den Anlagen bereits seit mehreren Monaten restlos belegt und sie müssten damit beginnen, Wartelisten zu führen, berichtet Haack.

So zum Beispiel der Kleingartenverein an der Gabelsbergerstraße. „Zurzeit befinden sich rund 20 Bewerber auf unserer Warteliste und zusätzlich dazu sind all unsere 165 Gärten belegt“, sagt Kassiererin Gisela Bender.

Auch der Verein SG Kotten kann eine wachsende Nachfrage beobachten. In den vergangenen Monaten seien immer wieder Interessenten auf den Vorstand zugekommen, darunter vor allem Familien mit Kindern, berichtet der Vorsitzende Bernhard Rutkowski.

Die Erklärung für den Ansturm auf die Gartenparzellen, ist für Harri Haack vom Stadtverband recht simpel. Die meisten würden einfach nach einem Ort suchen, um mal wieder rauszukommen und den eigenen vier Wänden zu entfliehen. Dabei würden allerdings viele häufig vergessen, dass ein Kleingarten nicht nur der Erholung dient, sondern auch mit Arbeit verbunden ist. Der Anbau von Obst und Gemüse zum Eigenbedarf sei zum Beispiel eine der wichtigsten Voraussetzungen beim Kleingärtnern, so Haack. Aber selbstverständlich diene der Kleingarten nach getaner Arbeit auch zur Entspannung vom hektischen Alltag, ergänzt Haack.

Deshalb rät er allen zukünftigen Pächtern, sich vorher bei den Vereinsvorständen zu informieren. Die Vorstände könnten den Bewerber schon einmal einen Überblick geben, was es bedeutet, einen Kleingarten zu pachten und somit gleich mit möglichen Missverständnissen aufzuräumen, sagt Haack. Auch wenn es sehr selten der Fall sei, dass ein Garten mal völlig verwildert zurückgelassen würde.

„Es freut uns natürlich, dass wir momentan sehr viele junge Familien für das Kleingärtnern gewinnen können.“

Harri Haack, Vorsitzender des Stadtverbandes der Solinger Kleingärten

Deshalb blickt Haack auch eher positiv auf die aktuelle Entwicklung. „Es freut uns natürlich, dass wir momentan sehr viele junge Familien für das Kleingärtnern gewinnen können.

Allerdings bestehe auch die Sorge, dass der aktuelle Trend wieder abflaut, sobald das Reisen wieder möglich ist. „Die Befürchtung ist durchaus da, aber wir hoffen, dass auch noch viele neue Pächter nach dem Abklingen der Pandemie ihre Parzelle weiterhin behalten werden, und Freude am Kleingartenwesen haben“, sagt Haack.

Aber selbst wenn dies der Fall wäre, sei man recht zuversichtlich, dass kein langer Leerstand herrschen wird. Denn auch in den vergangenen Jahren hätten die Vereine nur wenige freie Parzellen gehabt. Aktuell sei die Situation einfach nur besonders komfortabel, meint Harri Haack.

Bundeskleingartengesetz

Durch das Bundeskleingartengesetz ist die allgemeine Nutzung von Kleingärten in Deutschland geregelt – zum Beispiel, dass die Pächter dazu verpflichtet sind, eine Kompoststelle in ihrem Garten zu errichten oder das die gewonnenen Erzeugnisse aus dem Garten überwiegend der Selbstversorgung dienen sollen. Außerdem dürfen nur maximal drei Spielgeräte im Garten aufgestellt werden. Die anfallende Gartenarbeit wie das Rasenmähen darf hierdurch allerdings nicht nachhaltig behindert werden.

solinger-kleingaertner.de

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