Betreuung

Kitas: Stadt prüft Lösungen für die Ferien

Wegen der Covid-19-Pandemie durften die Kindergärten wochenlang nur eine Notbetreuung anbieten. Archivfoto: Roland Keusch
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Wegen der Covid-19-Pandemie durften die Kindergärten wochenlang nur eine Notbetreuung anbieten.

Kindergärten sind wieder für alle geöffnet – doch bald steht die reguläre Sommerschließung an.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Am Montag haben die Kindertagesstätten wieder den eingeschränkten Regelbetrieb aufgenommen. Alle Kinder können – in reduziertem Stundenumfang – wieder in die Kita kommen. Doch schon in drei Wochen beginnen die Sommerferien – und damit auch die meist dreiwöchige Schließungszeit der Kitas. Vor einem Problem stehen damit Eltern, die ihren Jahresurlaub bereits einsetzen mussten, um ihre Kinder während der Corona-Krise zu betreuen. In Remscheid haben Elternvertreter deshalb gefordert, die Einrichtungen nicht zu schließen. Auch in Solingen gebe es Gespräche mit den Trägern über mögliche Lösungen, teilt die Stadt Solingen mit. Dabei gehe es vor allem um die Klärung von Partnerschaften zwischen zwei Einrichtungen, erklärt Stadtsprecherin Sabine Rische: „Also darum, welche Kita in Härtefällen die Betreuung von Kindern übernimmt, deren eigene Einrichtung gerade drei Wochen geschlossen ist.“

Auch der Solinger Jugendamtselternbeirat (Jaebs) fordert Lösungen für betroffene Familien. „Wenn die Sommerferien für Eltern nicht zu stemmen sind, sollte man sich über individuelle Lösungen unterhalten“, erklärt der Jaebs-Vorsitzende Christian Fuhrmann auf ST-Anfrage. Grundsätzlich halte er es aber für wichtig, dass die Einrichtungen im Sommer schließen. „Auch die Erzieher brauchen Urlaub.“ Viele Mitarbeiter hätten in der Corona-Krise in der Notbetreuung gearbeitet.

Darauf weist auch Dirk Wiebenga, Vorstand der Solinger Arbeiterwohlfahrt (Awo), hin, die in Solingen sechs Einrichtungen betreibt. „Auch unsere Mitarbeiter haben ihre Jahresplanung. Viele sind selbst Eltern und müssen in den Sommerferien eigene Kinder versorgen.“ Nur wenige seien während der corona-bedingten Schließung gar nicht im Einsatz gewesen, da es die Notbetreuung gab. In „absoluten Notsituationen“ werde man versuchen, für die betroffenen Familien eine Lösung zu finden, sagt Wiebenga. Dabei müsse man jedoch auch die Kinder im Blick haben. „Wir können Kinder nicht einfach von Kita A in Kita B schicken.“

Eine Aussetzung der Schließungszeit wäre schwer umzusetzen, erklärt Tina Julia Thiermann, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Solingen, unter dessen Dach viele Kindergärten organisiert sind. Bislang gebe es auch keine Information, dass Träger Entsprechendes planen.

Bei den 14 Kitas des Diakonischen Werks werden die üblichen Schließzeiten in den Sommerferien bestehen bleiben, teilt Monika Janßen, Abteilungsleiterin für Öffentlichkeitsarbeit, mit. Es gebe jedoch schon immer das Angebot, dass Kinder in den Ferien in einer anderen Einrichtung des Trägers betreut werden können. „Das nehmen Eltern jedoch sehr selten in Anspruch.“

„Wir können Kinder nicht einfach von A nach B schicken.“
Dirk Wiebenga, Awo-Vorstand

Das Betreuungsproblem trifft nicht nur Familien mit Kindergartenkindern, sondern auch solche mit Grundschülern. Der Verein Schulkinderbetreuung Gräfrath, Träger von offenem Ganztag und Übermittagbetreuung an der Grundschule Gerberstraße, hat deshalb gehandelt. Statt wie üblich für drei Wochen, können Kinder die ganzen Sommerferien über dort betreut werden. „Wir wollen den Eltern damit entgegenkommen“, erklärt die Vorsitzende Karina Fetzer. „Wenn sie wegen der Corona-Krise ihren Urlaub schon aufgebraucht haben, wissen sie ihre Kinder versorgt.“ Einige Familien hätten das bereits angenommen.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Einschränkungen

Seit Montag gilt in den Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen der eingeschränkte Regelbetrieb. Alle Kinder dürfen wieder in die Betreuung kommen, allerdings zehn Wochenstunden weniger als eigentlich gebucht. In Absprache mit den Behörden können Kitas auch ein höheres Stundenkontingent anbieten. Eine Reduzierung muss ebenso vom Jugendamt genehmigt werden.

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