Corona-Krise

In der Kirche wird in kleinem Kreis gefeiert

In der Gemeinde Rupelrath hatte Pfarrer Matthias Clever für die Familien der Konfirmanden separate Tische aufgestellt. Foto: Andreas Horn
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In der Gemeinde Rupelrath hatte Pfarrer Matthias Clever für die Familien der Konfirmanden separate Tische aufgestellt.

Kommunionen und Konfirmationen werden nachgeholt.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Die Feste der Kommunionen und Konfirmationen sind nicht nur für die Familien ein großes Ereignis. Auch die Kirchen sind an diesen Tagen traditionell bis auf den letzten Platz gefüllt. Weil das wegen der Corona-Pandemie im April und Mai nicht denkbar war, mussten die kirchlichen Feste im Frühjahr abgesagt und verschoben werden.

Nach und nach werden diese Feiern jetzt nachgeholt. „Wir hatten bereits vor den Sommerferien damit begonnen, die Feiern der Erstkommunionen in den Gemeinden nachzuholen. Das läuft jetzt nach den Ferien weiter, allerdings immer nur im kleinen Kreis“, erklärt Michael Mohr, katholischer Pfarrer in St. Clemens. Konkret bedeute das, dass jeweils nur eine Erstkommuniongruppe mit bis zu sieben Kindern zusammen mit den Familien in den vorgegeben Grenzen und mit den bekannten Regeln Messe feiert.

Bei der Firmung verhalte es sich etwas anders. „Firmung ist in der Regel einmal im Jahr, der Termin wird vom Weihbischof in Köln vorgegeben“, so Mohr. „Wir in St. Johannes der Täufer und in St. Clemens hatten kurz vor dem Corona-Lockdown eine Firmung, so dass noch kein weiterer Termin ausgefallen ist.“

Auch in den evangelischen Gemeinden werden jetzt alle für den April und Mai geplanten Konfirmationen nachgeholt. „Zu Termin und Gestaltung gibt es aber unterschiedliche Planungen“, erklärt Pfarrer Thomas Förster. Viele Gemeinden bilden kleine Gruppen und verteilen die Familien auf mehrere Gottesdienste. „So soll gewährleistet bleiben, dass durch den begrenzten Personenkreis das Infektionsrisiko niedrig bleibt.“

Die ersten dieser Gottesdienste wurden am vergangenen Wochenende in der Christuskirche der Evangelischen Kirchengemeinde St. Reinoldi Rupelrath gefeiert. „Wir haben in Absprache mit den Familien unsere Konfis in drei Gruppen aufgeteilt“, erklärt Pfarrer Matthias Clever. „Jede Familie darf bis zu zehn Personen mitbringen, die in der Kirche bei einander sitzen.“ Zwischen den einzelnen Familien sei ein ausreichender Abstand gewährleistet. „Außerdem haben wir den Gottesdienst in den angrenzenden Gemeindesaal übertragen sowie für Familien und Freunde live ins Internet gestellt.“ Damit es nach der Feier auf dem Kirchenvorplatz nicht zu voll wird, hat die Rupelrather Kirchengemeinde auch da vorgesorgt: „Für jede Familie wurde draußen ein abgegrenztes Areal markiert.“

Bis Oktober finden noch 22 kleine Konfirmationen statt

Bis Anfang Oktober sollen auch in den anderen Gemeinden noch mindestens 22 Konfirmationsgottesdienste mit kleinen Gruppen folgen – unter anderem in Dorp, Gräfrath, Ketzberg und Merscheid. Die Zahl der Konfirmanden hängt dabei immer von der Größe der jeweiligen Kirche ab. So müssen in einer Gemeinde sogar Zweiergruppen gebildet werden, damit der Abstand groß genug bleiben kann.

Weitere Gemeinden wie die Lutherkirchengemeinde oder die Walder Gemeinde haben dagegen mit den Konfis und ihren Familien vereinbart, die Konfirmationsgottesdienste auf das kommende Jahr zu verschieben. Dahinter steht die Hoffnung, dass dann auch wieder Konfirmationen in den Gesamtgruppen gefeiert werden können. In anderen Gemeinden steht eine Entscheidung über die Konfirmationstermine noch aus. Insgesamt musste in diesem Frühjahr für knapp 300 Solinger Jugendliche die geplante Konfirmation verschoben werden.

Vorbereitungen

Abstimmung: Die evangelischen Presbyterien und die katholischen Kirchengemeinden haben in Abstimmung mit dem Ordnungsamt Rahmenbedingungen und Hygienekonzepte für ihre Kirchen erstellt.

Vorsichtige Schritte hin zu mehr Gottesdiensten: „Es wird Zeit, sich wieder zu sehen und Gemeinschaft zu erleben“, sagt Pfarrer Bernd Reinzhagen.

Auch in Zeiten ohne Gottesdienste wollten die Kirchen ihre seelsorgerische Tätigkeit nicht vernachlässigen. Sie planten Gottesdienste via Internet.

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