Seit Weihnachten geschlossen

Kirche sucht wieder neuen Pächter für Café Gloria

Wieder geschlossen: Das Café Gloria in der evangelischen Kirche am Fronhof. Foto: Christian Beier
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Wieder geschlossen: Das Café Gloria in der evangelischen Kirche am Fronhof.

Betreiber der Begegnungsstätte in der evangelischen Stadtkirche am Fronhof hat bereits nach nur wenigen Monaten gekündigt.

Von Stefan Prinz

Pfarrerin Jutta Degen ist enttäuscht: Der neue Betreiber des Kirchencafés Gloria in der evangelischen Stadtkirche am Fronhof hat bereits nach wenigen Monaten wieder gekündigt. Damit ist bereits zum wiederholten Mal ein Versuch gescheitert, die Begegnungsstätte mit Leben zu füllen. Die evangelische Kirchengemeinde wolle nun möglichst schnell einen neuen Pächter für die schmucken Räume des Kirchencafés finden.

Erst im Mai vergangenen Jahres hatte ausgerechnet eine hinduistische Großfamilie den Mut, den gastronomischen Neustart in der christlichen Kirche zu wagen. In der Folge standen neben deutscher Küche auch indisch-tamilische Gerichte auf der Speisekarte.

Familiengottesdienst mit Frühstück

Pfarrerin Degen wollte das Café und die Stadtkirche noch enger miteinander zu vernetzen: Es gab sogar Familienfrühstücke nach dem Gottesdienst. Aber auch den neuen Betreibern gelang es nicht, das Café wirtschaftlich zu betreiben. Seit Weihnachten ist es geschlossen.

Die Betreiber des Gloria hatten bisher auch Veranstaltungen im Bürgersaal der Kirche mit Essen und Trinken versorgt. Dafür soll nun für eine Übergangszeit ein externer Essenslieferant gefunden werden. „Denn die Buchungen für den Saal sind unverändert sehr zahlreich“, sagt Jutta Degen.

Evangelische und katholische Kirche hatten das Café Gloria vor vier Jahren gemeinsam aus der Taufe gehoben und wollten damit die enge Zusammenarbeit beider Kirchen in Solingen intensiveren. „Wir wollen bei der Tilgung der Kreditraten helfen und das Kirchencafé mit Leben füllen, durch Veranstaltungen, aber auch dadurch, dass katholische Seelsorger oder geschulte Laien Menschen im Café ihr offenes Ohr leihen“, erklärten damals die Initiatoren.

Evangelische und die katholische Kirchengemeinde betrieben das Café zunächst gemeinsam. Der wirtschaftliche Erfolg blieb allerdings aus: In den Jahren 2015 und 2016 machte das Gloria jeweils rund 80 000 Euro Schulden, erklärte der Solinger Rechtsanwalt Detlef Wagner. Wagner war von den Kirchen damit beauftragt worden, für das Café Insolvenz anzumelden. Die bisherige Betreiber-Gesellschaft von katholischer und evangelischer Kirche gibt es seit der Insolvenz nicht mehr. Die beiden Kirchengemeinden haben sich geschäftlich wieder getrennt.

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