Andacht im ST

Kirche segnet werdende Eltern

 Ihre Astrid Klumb
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Astrid Klumb.

Heute schreibt die evangelische Pfarrerin Astrid Klumb über Erntedank

Liebe Leserin,
lieber Leser,

kommenden Sonntag feiern wir in unseren Kirchen das Erntedankfest. Wir schmücken unsere Gotteshäuser mit den Gaben der Natur: Reifes Obst und Gemüse findet festlich dekoriert neben bunten Blumensträußen, Ähren und verschiedenen Brotsorten seinen Platz. Der Dank für die Gaben der Schöpfung bekommt im Erntemonat seinen festen spirituellen Ort. Oft singen wir dann das alte Lied von Matthias Claudius: „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen stehen in des Himmels Hand.“ Damit bekennen wir, dass wir viel eigene Arbeit in die Ernte gesteckt haben, doch ob es aufgeht und Früchte trägt, liegt in der Hand Gottes, unseres Schöpfers. Das Lied beschreibt es poetisch: „Er sendet Tau und Regen und Sonn‘ und Mondenschein, er wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein.“ Das heißt: Gottes Segen, seine Kraft, sein Mittun, gehören unbedingt zu dem Prozess des Reifens dazu.

Als kleines Mädchen liebte ich es, in unserem Dorf im Hunsrück den Altar mit Erntegaben von unserem Bauernhof zu schmücken. Auch heute werden in vielen Gemeinden Gottesdienste für die ganze Familie angeboten. Kinder lieben es, in die kreative Gestaltung des Altarraumes eingebunden zu werden. Und sind nicht unsere Kleinen selbst ein Teil der reichen Fülle, für die wir ganz bewusst und ausdrücklich unserem Schöpfer danken?

Als Kirchen wenden wir uns seit diesem Jahr in besonderer Weise werdenden Eltern zu. Dazu haben wir uns als ökumenisches Team zusammengefunden. Wir möchten junge Familien in dieser besonderen Zeit des Heranreifens ihres Kindes ermutigen, in dem wir sie einladen, Gottes Segen, seine Kraft, sein Mittun zu empfangen. Als Mutter weiß ich: Gerade die Zeit der Schwangerschaft kann von tiefgreifenden, spannenden, aber manchmal auch aufregenden Fragen begleitet sein. Das Gefühl totaler Vorfreude wechselt sich ab mit der Sorge, wie die Geburt wohl verlaufen und wie sich das Leben danach verändern wird. Wenn das Kind erst da ist, scheint nichts mehr selbstverständlich und wie früher zu sein. Gleichzeitig ist dieses „kleine große Wunder“ überwältigend und zieht viele in seinen Bann: vom Partner über die Hebamme bis zu den Geschwisterkindern, Großeltern, Paten, Freunden und Freundinnen.

Unsere ökumenische Initiative unter der Überschrift „Segen berührt neues Leben“ (www.segen-beruehrt-neues-leben.de) lädt schwangere Frauen und ihre Begleiter und Begleiterinnen dazu ein, sich durch Gottes Segen stärken zu lassen. Unser Schöpfer ermutigt uns nach den biblischen Erzählungen dazu, uns gegenseitig zu segnen. Gerne segneten Eltern ihre Kinder. Auch Jesus ließ sich durch nichts davon abhalten, besonders Kinder zu segnen (Markus 10, 13-16).

Diese alte Tradition des Segnens möchten wir neu aufgreifen: Viermal im Jahr bieten wir für werdende Eltern und alle, die über das Wunder des Lebens staunen, eine stimmungsvolle Feier in einem schönen Raum an. Wir stehen bereit, Menschen ganz persönlich zu segnen, und ermutigen darüber hinaus Angehörige, das Kind im Bauch der Mutter zu segnen. Den Segen von den Liebsten zugesprochen zu bekommen, berührt ungemein. Es kann zudem helfen, sich einander mehr anzuvertrauen – auch mit den eigenen Ängsten.

Ich finde es gut, dass wir in dieser Weise füreinander da sein können. Aber letztlich ist es Gottes Kraft, die durch segnende Menschen hindurchfließt. Es ist die Kraft unseres Schöpfers, die uns unterstützt in Zeiten der Schwangerschaft wie in jeder schöpferischen Lebenssituation. Gott sei Dank!
Ein gesegnetes Erntedankfest wünscht Ihnen
Ihre Astrid Klumb

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