Zeichen gegen Antisemitismus

3. Kippatag: Jüdisches Leben gehört zu Solingen

Auf dem Walter-Scheel-Platz beteiligten sich rund 80 Bürger am 3. Kippa-Tag. Bernd Krebs (links) und Leonid Goldberg setzten sich gegen Antisemitismus ein. Foto: Christian Beier
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Auf dem Walter-Scheel-Platz beteiligten sich rund 80 Bürger am 3. Kippa-Tag. Bernd Krebs (links) und Leonid Goldberg setzten sich gegen Antisemitismus ein.

Auf dem Walter-Scheel-Platz wurde ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt.

Von Philipp Müller

Solingen. 80 Bürger der Stadt waren gestern um 15 Uhr zum Walter-Scheel-Platz gekommen. Der Grund: Die Stadt Solingen, der Freundeskreis Ness Ziona und die Jüdische Kultusgemeinde hatten zum 3. Kippa-Tag geladen. Wegen der Corona-Beschränkungen hatte Leonid Goldberg von der Jüdischen Gemeinde nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet. „Ich bin wirklich freudig überrascht“, sagte er tief bewegt.

Es war bereits der dritte Kippa-Tag in Solingen, mit dem wieder ein Zeichen gegen wachsenden Antisemitismus gesetzt wurde. Der Freundeskreis Solingen mit der israelischen Partnerstadt Ness Ziona, der seit 1986 besteht, hatte anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Staates Israel die Idee zum Kippa-Tag. Schon 2018 sah der Vorsitzende des Freundeskreises, Bernd Krebs, akuten Handlungsbedarf: ,,Es ist eine Schande, dass in unserem Land Menschen jüdischen Glaubens zunehmend angegriffen werden, weil sie eine Kippa tragen.“ Entsprechende Angriffe auf jüdische Mitbürger hatte es vor allem in Großstädten gegeben.

Das bekräftigte Krebs gestern erneut und erklärte: „Wir dürfen Antisemitismus nicht dulden.“ Da sei die ganze Stadtgesellschaft gefordert. Auch rief er dazu auf, bei den anstehenden Kommunalwahlen keine Parteien zu wählen, die Bevölkerungsgruppen ausgrenzen wollen. Er betonte – wie auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) – in seiner Rede, dass jüdisches Leben zur Stadt Solingen gehöre.

„Die gesamte Gesellschaft muss gegen Antisemitismus kämpfen.“

Leonid Goldberg, Jüdische Kultusgemeinde im Bergischen

Kurzbach erklärte, der Kippa-Tag sei auch leider ein knappes Jahr nach dem antisemitischen Anschlag von Halle von großer Aktualität getragen und keiner solle verkennen, dass es auch in Solingen Judenfeindlichkeit geben würde. Leonid Goldberg, der Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde im Bergischen, äußerte den Wunsch: „Nicht wir Juden müssen gegen Antisemitismus kämpfen, das ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft.“ Er hoffe, dass noch mehr Städte im Bergischen dem Solinger Beispiel mit einem Kippa-Tag folgen.

Die Violinistin Franca Lippert hatte die Veranstaltung mit der Musik von John Williams aus Schindlers Liste und dem berühmten Violinen-Thema eröffnet.

Juden trauen sich nicht, sich durch äußerlich erkennbare Zeichen öffentlich zu ihrer Religion zu bekennen. Das gilt laut Leonid Goldberg seit Jahren auch in den Städten des Bergischen Landes, wie der Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal betont. 

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