Umorganisationen

Kinderpornografie: Polizei verdoppelt Zahl der Ermittler

Die landesweite Überlastung ist seit 2010 bekannt.
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Die landesweite Überlastung ist seit 2010 bekannt.

Es gibt Rückstände bei Missbrauchsverfahren.

  • Laut Innenministerium gibt es landesweit erhebliche Rückstände bei Verfahren.
  • Falls ein Kind in Gefahr sein könnte, handeln die Fahnder sofort.
  • Die Aufklärungsquote liegt bei 89 Prozent.

Von Dirk Lotze

Solingen/Wuppertal. Es sind erschütternde Straftaten – und die Behörden erhöhen massiv den Druck: Im Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie hat die für Solingen zuständige Polizei in Wuppertal 2019 die Zahl ihrer Ermittler verdoppelt. Das teilt das Präsidium mit. Laut Innenministerium gibt landesweit erhebliche Rückstände bei Verfahren – und immense Anstrengungen dagegen. Das positive Signal: Falls ein Kind in Gefahr sein könnte, handeln die Fahnder sofort.

Jedes kinderpornografische Video führt zu neuen Hinweisen und noch mehr Videos; die Ermittlungen weiten sich aus wie eine Kaskade. Die Folge ist ein Stau. Dabei zeigt jede Aufnahme eine Tat, bei der ein Kind Opfer wurde. Laut Innenministerium ist die landesweite Überlastung seit 2010 bekannt. Die Mittel dagegen hätten über Jahre nicht ausgereicht. Ende März 2019 hatte im Durchschnitt jeder eingesetzte Beamte knapp sechs Durchsuchungen vorzunehmen, die er noch nicht ausgeführt hatte. Seit Sommer 2019 greifen Umorganisationen.

Polizeisprecher Alexander Kresta erklärt: „Beim Polizeipräsidium Wuppertal zählen die Bereiche sexueller Missbrauch von Kindern und Kinderpornografie zu den Schwerpunktsetzungen.“ Entscheidend sei die Ausstattung mit Computern.

Solingen: Kriminalstatistik zeigt erste Ergebnisse der Umorganisation

Bei Gefahr für ein Kind leitet die Polizei Sofortmaßnahmen ein, sagt Kresta: „Hinweisen wird unverzüglich nachgegangen.“ So sei es im Fall eines Rentners gewesen, der 2019 in Wuppertal in Verdacht geriet. Ein Großaufgebot durchsuchte Haus und Grundstück. Kresta: „Die Beteiligung des Beschuldigten an Kindesentführungen konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden.“ Die Beamten stellten reihenweise Festplatten sicher. Es folgten bundesweite Ermittlungen, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wolf-Tilman Baumert: „Wir haben Verfahren an die Behörden in Essen, Oldenburg, Siegen, München, Freiburg und Berlin abgegeben.“

Die schnellere Sichtung von Spuren zeigt sich bereits in der Kriminalstatistik: Für 2019 weist sie im Bergischen Land 25 Prozent mehr bekannte Fälle von Kinderpornografie aus, insgesamt 139 Taten.

Aufklärungsquote: 89 Prozent. Ausnahme ist Solingen, mit weniger Fällen und geringerer Aufklärungsquote. Ohne auf die Stadt einzugehen, erläutert das Innenministerium, hohe Schwankungen seien bekannt: „Wenn heute eine Internet-Chatgruppe von Verdächtigen gefunden wird, dann gibt es 50 neue Verfahren“, sagt eine Sprecherin.

Kresta schließt örtliche Unterschiede in der Strafverfolgung aus: Im Bereich des Wuppertaler Präsidiums werden alle einschlägigen Fälle zentral bearbeitet, mit dem gleichen Nachdruck.

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