Nachwuchs

Kindergärten betreuen im Lockdown weniger Kinder

Auch in der evangelischen Kita Birkerstraße betreuen Ute Retterath und ihr Team derzeit deutlich weniger Kinder als sonst. Foto: Michael Schütz
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Auch in der evangelischen Kita Birkerstraße betreuen Ute Retterath und ihr Team derzeit deutlich weniger Kinder als sonst.

Die Kitas sind offen, doch viele Eltern lassen ihren Nachwuchs zu Hause.

Von Anja Kriskofski

Die Solinger Kindertagesstätten haben seit Montag wieder geöffnet. Doch wegen des Lockdowns hat NRW-Jugendminister Joachim Stamp (FDP) an die Eltern appelliert, ihre Kinder nur dann in die Betreuung zu bringen, wenn es unbedingt nötig sei. Auf einer Pressekonferenz teilte er gestern zudem mit, dass ab Montag bis vorläufig Ende Januar der „eingeschränkte Pandemiebetrieb“ gilt. Die Betreuungszeiten für jedes Kind werden um zehn Stunden pro Woche verkürzt. In Solingen werden offenbar schon jetzt viele Mädchen und Jungen weiter zu Hause betreut. Im Schnitt sei nur ein Drittel der Kinder da, berichten mehrere Kindergarten-Träger auf ST-Anfrage.

So ist es zum Beispiel in der evangelischen Kindertagesstätte Birkerstraße. Rund ein Drittel der Kinder sei Anfang der Woche in die Einrichtung gekommen, sagt Leiterin Ute Retterath. Auch an der Birkerstraße werden die Kinder wegen der Pandemie ausschließlich in ihren Gruppen betreut. Bei einem Infektionsfall in einer Gruppe müsse so nicht die ganze Einrichtung geschlossen werden.

Bei den anderen evangelischen Kitas unter dem Dach des Diakonischen Werks sehe es ähnlich aus, sagt Petra Butterweck, zuständige Abteilungsleiterin der Diakonie. „Die Bereitschaft der Eltern, das System zu unterstützen, ist groß.“

Gerade Kindern mit Förderbedarf fehlt das Lernfeld Kita

Dennoch sei es für viele schwer, dem Appell nach Betreuung zu Hause zu folgen. „Wir haben den Kitaleitungen auch gesagt, nicht auf die Eltern einzuwirken, ihre Kinder zu Hause zu lassen. Wir sind da“, betont sie. Viele Familien seien durch den erneuten Lockdown sehr belastet.

In den sieben Kitas der Arbeiterwohlfahrt (Awo) sei im Schnitt nur ein Fünftel der Kinder zu Beginn der ersten Januarwoche gekommen, berichtet Awo-Geschäftsführer Dirk Wiebenga. Man habe in einem Elternbrief gebeten, die Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu betreuen. „Ich bin dankbar, dass Eltern diesen Appell wahrgenommen haben. Aber wenn es private Gründe gibt, können sie die Kinder schicken.“ Denn die Situation für Familien sei nicht einfach. Auch bei Kindern mit Förderbedarf mache es sich besonders bemerkbar, wenn das Lernfeld Kindergarten fehle. „Wir erleben auch, dass Eltern die Betreuungszeiten bereits jetzt nicht voll ausnutzen.“

Auch in den 19 städtischen Kitas würden deutlich weniger Kinder betreut als sonst, berichtet Stadtsprecherin Stefanie Mergehenn.

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