Pandemie

Kinderbauernhof leidet im Lockdown große Not

Söhnchen Teo Rocholl vermisst die Besucher auf dem Erlebnisbauernhof. Die erneute Zwangspause ist für den Hof ein schwerer finanzieller Schlag. Foto: Rocholl
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Söhnchen Teo Rocholl vermisst die Besucher auf dem Erlebnisbauernhof. Die erneute Zwangspause ist für den Hof ein schwerer finanzieller Schlag.

Familie Rocholl aus Höhrath will trotz finanzieller Schwierigkeiten nicht aufgeben.

Von Anja Carolina Siebel

Solingen. Dass sie nicht aufgeben wollen, das steht für Kathy und Sven Rocholl felsenfest. Aber die Betreiber des Erlebnisbauernhofes Rocholl in Höhrath haben mit den Folgen der Corona-Pandemie und des inzwischen dritten Lockdowns erheblich zu kämpfen.

„Die erneute Zwangspause ist für uns und unseren Hof ein schwerer finanzieller Schlag“, sagt Kathy Rocholl auf Nachfrage. Nicht nur, dass die Familie mit zwei Kindern sich in ihren Bedürfnissen stark einschränken muss. „Teure Anschaffungen können wir uns schon lange nicht mehr leisten, aber das müssen wir auch nicht.“

„Viele Projekte für Kinder sind jetzt nicht mehr realisierbar.“
Kathy Rocholl, Hofbetreiberin

Beängstigender ist es für die Erzieherin, Motopädin und Hippopädagogin, dass die Vorräte für die Tiere knapp werden. 18 Pferde, zwei Mini-Schweine, sieben Milchziegen, drei Zwergschafe, 200 Hühner sowie Hasen und Meerschweinchen leben in friedlicher Eintracht auf dem Gelände. Sie sind zu normalen Zeiten zum Reiten da, zum Schmusen und Streicheln. Schulklassen kommen zu Besuch, Kita-Gruppen, Familien mit Kindern. Kathy und Sven Rocholl bieten zu Nicht-Corona-Zeiten in Höhrath 63 verschiedene Kurse rund und das Thema Bauernhof an, zudem Abenteuerferien und Reitunterricht.

Betrieb ist normalerweise an sechs Tagen pro Woche von spätestens mittags bis abends. Es gibt Krabbelgruppen für Mütter und Kinder auf dem Hof der Rocholls, Bauernhof- und Reitkurse sowie Reit- und Erlebnistherapien.

All das ist seit mehreren Monaten nun erst mal vorbei. Kinderlachen verbreiten allenfalls die beiden Söhne Tom und Teo, der Hof bleibt ansonsten leer. Es gibt seit November keine Gäste. Und entsprechend fehlen auch die monatlichen Einnahmen. Kathy Rocholl: „Jetzt gehen langsam die Heuvorräte zu Ende und neue Futtermittel müssen beschafft werden. Auch dafür fehlt uns das Geld.“ Als Familie und Hofbetreiber würden sie seit Monaten ihr Bestes geben, um den Hof aufrecht zu erhalten und nach der Corona-Pandemie wieder viele Kinderaugen strahlen zu lassen. „Aber viele Projekte, die zur Erweiterung des Hofes und zum Ausbau der vielen Kinderkurse umgesetzt werden sollten, sind nun nicht mehr realisierbar”, sagt Kathy Rocholl. Ein Pony musste bereits verkauft werden. „Und vom Direktvertrieb von 150 Eiern unserer Legehennen können wir auch nicht auf Dauer leben.“

Aufgeben, das betont die Hofbetreiberin, sei für die Familie noch lange keine Option. Und Ideen für die Zukunft ohne Corona auf dem Höhrather Hof gibt es mehr als genug.

Jeder Tierstall, jedes Gehege, ist bei den Rocholls seit Jahren ein kleines Projekt, das dann nach Fertigstellung meist mit vielen kleinen und großen Zuschauern zu einer kleinen Attraktion wird.

Anschaffung einer Jurte ist das neueste Projekt

Das neueste Projekt sollte die Anschaffung einer Jurte, also einer Art großem Zelt, sein. „Die könnte nicht nur bei Ferienprogrammen, sondern auch bei Krabbelgruppen und Jahreskursen als Start- und Treffpunkt genutzt werden“, stellt sich Kathy Rocholl vor.

Die Kosten für die Jurte liegen allerdings bei 1750 Euro. „Plus Mittelstanden, Wind- und Wetterschutz und Einrichtung kommen wir hier auf gut 3000 Euro”. Über 2600 Euro wurden schon gespendet.

Denn um den Hof zu erhalten und die laufenden Kosten zu stemmen, sammelt der Kinderbauernhof mit einer Online-Spendenkampagne auf dem Internetportal „GoFundMe“ Spenden.

„Wir würden uns riesig freuen, wenn wir über Spenden den Hof halten und die Erweiterung in Angriff nehmen können und somit im Frühjahr und in Zukunft ganz vielen Kindern noch tollere Momente und schöne Abenteuer auf dem Bauernhof bereiten können”, hofft Kathy Rocholl.

Kontakt zum Hof unter Tel. (01 52) 53 78 90 95

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisert.

Spendenaktion

Menschen auf der ganzen Welt sammeln Spenden für Anliegen, die ihnen wichtig sind. So funktioniert die Internet-Plattform „GoFundMe“, die 2010 an den Start ging. Die Plattform versteht sich als „finanzieller Motor der Zivilgesellschaft“ und ermöglicht individuelle Spendenkampagnen für Privatpersonen, Organisationen und Projekte in zahlreichen Bereichen. Dazu zählen etwa Medizinisches, Gedenkfeiern, Notfälle, Unternehmertum, Sport, Bildung, Frauenrechte oder Tiere.

www.gofundme.com

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