Familienzeit

Kinder verlieren beim Basteln ihre Scheu

Für das Projekt „You + me = colourful“ wurde der Keller der Gläsernen Werkstatt zum Atelier. Kinder schufen kunterbunte Pappkarton-Tiere.
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Für das Projekt „You + me = colourful“ wurde der Keller der Gläsernen Werkstatt zum Atelier. Kinder schufen kunterbunte Pappkarton-Tiere.

Integrationsprojekt des Kölner Musik-Kunst-Tanz-Theater und der Diakonie Solingen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Im Keller der Gläsernen Werkstatt wurde vier Tage lang eifrig gewerkelt: Kleben, schneiden, Kartons reißen, anmalen, mit Wolle oder Federn verzieren – und am Ende bevölkerte eine fröhliche und bunte Menagerie den großen, rohen Raum.

Rund zehn Kinder unterschiedlicher Nationalitäten hatten, angeleitet von Anka und Julia Herbster vom Musik-Kunst-Tanz-Theater in Köln, gemeinsam viel Spaß daran, kreativ zu sein. „Die Sprachbarrieren haben sich im Laufe der Woche immer mehr verkleinert“, sagte Julia Herbster, die für das vom Landesverband Rheinland (LVR) geförderten Projekt Kooperationspartner der Diakonie Solingen und der Gläsernen Werkstatt als Gastgeber war. „Wir suchen uns gerne auch außerhalb von Köln Einsatzorte für dieses Konzept des gestalterischen Miteinanders von Kindern im Grundschulalter“, erklärte sie. Es war ihre Initiative, die Diakonie anzusprechen, die wegen ihrer vielfachen Begleitung und Betreuung von Flüchtlingen beziehungsweise Menschen mit Migrationshintergrund gerne mit ins Boot gekommen war.

„Kindern in den Ferien zusammenbringen und durch freie Arbeit mit einfachen Materialien voller Freude Erfahrungen machen zu lassen, hat uns als Konzept schnell überzeugt“, erklärte Judith Yazdani, Handlungsfeldleiterin Gesellschaftliche Teilhabe des Diakonischen Werkes Solingen, ihre Zusage zur Zusammenarbeit. „Es passt genau zu den Zielen unserer Integrationsmaßnahmen“. Am Ende des mehrtägigen, Workshops war klar: Das Ganze war ein schöner Erfolg. „Zunächst waren fast alle Kinder etwas schüchtern. Mit Blick auf die zunächst fremden Mitbastler, aber auch im Umgang mit den Materialien“, erzählte Julia Herbster. Inzwischen sei das Eis in allen Richtungen gebrochen. „Die Kinder verständigen sich immer unbefangener miteinander, die multilinguale Kunst war ihre Sprache und im gleichen Zug wurden sie auch mutiger beim Werkeln: nach kleinteiligen Erstlingswerken entstanden, zum Schluss richtig große Tiere wie Einhorn oder Eisbär.“

Am Schluss des mehrtägigen Workshops blieb zu klären, was mit den vielen entstandenen Kunstwerken nun geschehen soll: Ein Teil der Eulen, Katzen, großen schwarzen Schlangen oder Bienen wurde gerne als Anschauungsobjekt und Deko der Gläsernen Werkstatt überlassen. Von ihren Lieblingstieren die in Kleingruppen-Arbeit an den Arbeitstischen oder auf dem mit Folie beklebten Fußboden entstanden waren, wollten sich die Kinder aber nicht gerne trennen.

Für den Heimweg aber musste einiges an Organisation geleistet werden, denn schnell war klar: Eine Fahrt in einem vollen Bus, dazu bei Regen und Wind, würde der Pappkarton-Fauna nicht guttun. Die Lösung hieß schließlich: sich mit dem Auto abholen lassen.

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