Lebensretter

Kinder können Herz-Druckmassage lernen

Elke Bojarski (l.) und Kathrin Funk zeigen an speziellen Übungspuppen, wie Herz-Druckmassage richtig funktioniert. Foto: Christian Beier
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Elke Bojarski (l.) und Kathrin Funk zeigen an speziellen Übungspuppen, wie Herz-Druckmassage richtig funktioniert.

Verein Bergische Lebensretter bietet Schulen Kurse mit Übungspuppen an.

Von Simone Theyßen-Speich

An diesem Wochenende endet die offizielle „Woche der Wiederbelebung“. Anlass für Kathrin Funk und Elke Bojarski, Menschen jeden Alters dafür zu sensibilisieren, dass jeder bei einem medizinischen Notfall mit einer Herz-Druckmassage Leben retten kann. Mit ihrem Verein Bergische Lebensretter wollen sie gezielt Schulen ansprechen. „Denn gerade Kinder und Jugendliche sollen die Angst verlieren, etwas falsch zu machen“, betont Anke Funk, Fachärztin für Anästhesie. Als Notärztin weiß sie, wie wichtig es ist, dass Angehörige, Freunde oder auch Passanten im Notfall beherzt zugreifen. „Das Einzige, was man falsch machen kann, ist, gar nichts zu machen.“

Um möglichst viel richtig zu machen, sei es wichtig, die Herz-Druckmassage regelmäßig zu üben. „Bei einer Messe bin ich auf die speziellen Übungspuppen aufmerksam geworden und habe privat sofort welche gekauft“, stellt Kathrin Funk die Figuren mit dem Computer-Innenleben vor. Erst danach habe sie gemeinsam mit Elke Bojarski, die als Grafik-Designerin für die Werbung zuständig ist, im vergangenen November den Verein Bergische Lebensretter gegründet.

Jetzt hoffen die beiden, möglichst viele Solinger Schule für die Idee zu begeistern, die Schüler in der richtigen Herz-Druckmassage zu schulen. „Die Schulen können bei uns Puppen ausleihen, bei uns einen Kurs machen aber auch für regelmäßige Unterrichtsstunden oder Arbeitsgemeinschaften eigene Puppen anschaffen“, erklärt die Anästhesistin.

Dazu hat sich bereits die Gesamtschule Höhscheid entschieden. Lehrer Erol Herrmann hat das Projekt an der Schule übernommen. Insgesamt acht Puppen hat die Gesamtschule an der Kanalstraße gekauft, zum Preis von je 250 Euro. „Wir konnten das über den Schulverein und mit einem kleinen Beitrag der Schüler realisieren“, so Herrmann.

Jetzt soll das Wiederbelebungs-Training im Offenen Ganztag, im Sport- und im Biologieunterricht der Schule eingebunden werden, erklärt der Ganztags-Koordinator. „Das passt auch wunderbar in unser ,Fit for Life‘-Modul der Schule“, so der Pädagoge.

Tempo und Druck der Massage sind im Notfall entscheidend. Bei den Puppen wird über eine App angezeigt, was man richtig macht – und was nicht. „Zusätzlich gibt es ein Programm, bei dem die Kinder sich spielerisch bei einem Autorennen messen können“, erklärt Elke Bojarski die Software. „Es geht aber nicht darum, möglichst schnell zu sein, sondern die Druckmassage möglichst gut auszuführen.“

Bei der Druckmassage mit anderen abwechseln

Das Konzept der Kurse soll aber noch mehr umfassen. „Es ist auch wichtig zu lernen, wie man einen Notruf richtig absetzt und dass man die Gruppe der Umstehenden bei einem Notfall koordiniert“, erklärt Kathrin Funk. Man brauche Helfer bei der Herz-Druckmassage. Acht oder zehn Minuten, bis der Notarzt eintrifft, könne das keiner alleine. „Aber wenn nicht geholfen wird, reduziert sich die Überlebenschance pro Minute um zehn Prozent“, gibt sie zu bedenken.

100 bis 120 mal pro Minute wird im Idealfall gedrückt, fünf bis sieben Zentimeter tief in den Brustkorb. „Das ist ganz schön tief“, so Bojarski. Um die richtige Technik zu vermitteln, möchte der Verein auch einen Film drehen. Finanzielle Unterstützung dafür gab es durch eine Spende der Stadt-Sparkasse. Gedreht wird mit Schülern der Gesamtschule Höhscheid. „Wir würden uns natürlich über noch mehr Unterstützung freuen“, so Funk, die derzeit mit dem Verein den „Salon 122“ an der Neuenhofer Straße kostenlos nutzen kann.

Herzstillstand

Notfall: Von bundesweit über 50 000 Herz-Kreislauf-Stillständen jährlich finden etwa 60 Prozent zu Hause statt. In etwa der Hälfte der Fälle sind Angehörige oder Freunde anwesend.

Zeit: Entscheidend ist, schnell zu helfen, nach drei bis fünf Minuten fangen Gehirnzellen an zu sterben. So schnell ist kein Notarzt vor Ort.

Kontakt: Bergische Lebensretter, E-Mails an

info@bergische-lebensretter.de

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