Weihnachten im Krankenhaus

Für Kinder in der Klinik gibt es kleine Geschenke

Die kleine Gioia bekommt ein Geschenk von Michelle Ludwig überreicht, die ihren Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) in der Kinderklinik macht und danach eine Pflegeausbildung aufnehmen möchte. Foto: Kinderklinik
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Die kleine Gioia bekommt ein Geschenk von Michelle Ludwig überreicht, die ihren Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) in der Kinderklinik macht und danach eine Pflegeausbildung aufnehmen möchte.

Ärzte und Pfleger versuchen, die Zahl der jungen Patienten über Weihnachten zu reduzieren.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Dass Weihnachten in diesem Corona-Jahr 2020 anders ist als sonst, das wurde schon oft zitiert. Und in den meisten Familien wird man dementsprechend im ganz kleinen Kreis feiern, vielleicht sogar darauf verzichten, Oma und Opa an den Festtagen einzuladen oder zu besuchen.

Besonders tragisch ist es aber in den Fällen, in denen Eltern und Kinder nicht miteinander unter dem Weihnachtsbaum sitzen können – etwa weil ein Kind über die Feiertage im Krankenhaus liegt. „Zu Weihnachten versuchen wir natürlich immer, die Zahl unserer kleinen Patienten so weit es geht zu reduzieren“, erklärt Dr. Volker Soditt, Chefarzt der Kinderklinik im Städtischen Klinikum. Geplante Operationen etwa würden vorher so terminiert, dass die Kinder vor Weihnachten wieder entlassen werden können.

10 bis 15 akute Fälle habe es in den vergangenen Jahren immer über Weihnachten in der Kinderklinik gegeben. „Das sind oftmals Durchfall-Erkrankungen oder Behandlungen nach einem schweren Sturz oder einem operierten Knochenbruch“, so der Kinderarzt.

Natürlich möchten Ärzte und Pflegepersonal den Kindern die Weihnachtstage in der Klinik besonders schön gestalten. „Unsere Mitarbeiter packen schon vorher kleine Geschenke ein, so dass wir den Kindern an Weihnachten auch Päckchen übergeben können“, erzählt Dr. Volker Soditt, der dann auch schon mal in das Weihnachtsmann-Kostüm schlüpft.

An Nikolaus haben die Alligators beispielsweise gepackte Tüten für die Kinder übergeben. „Da sie aufgrund der Corona-Situation nicht auf die Station durften, habe ich die Geschenke draußen entgegengenommen und als Nikolaus verkleidet übergeben.“ Denn auch jetzt an den Feiertagen wolle man nicht riskieren, dass durch eine Aufweichung der Besuchsregel das Infektionsrisiko für Patienten und Mitarbeiter steigt.

Insgesamt habe es auf der Kinderstation durch die Kontakteinschränkungen der vergangenen Monate weniger Patienten gegeben. „Auch die Zahl der Notfallpatienten, etwa durch Infekte, die in diesem Jahr durch die Maskenpflicht nicht so ausprägt waren, ist zurückgegangen“, so Dr. Soditt.

„Die Besuchsperson sollte möglichst immer dieselbe sein.“

Dr. Volker Soditt, Chefarzt

So gab es beispielsweise in diesem Herbst deutlich weniger Bronchitis- oder Gastroenteritis-Fälle, die sonst im Oktober und November häufig sind. Aber es habe auch immer wieder Tage gegeben, an denen die Station durch Unfälle oder Akutaufnahmen sehr gut ausgelastet gewesen sei. Aber natürlich werde trotzdem immer aufgepasst, dass infizierte und nicht-infizierte Patienten getrennt untergebracht sind.

Kinderklinik-Chefarzt Dr. Volker Soditt.

Auch mit Blick auf die Besuchsregelung war in diesem Jahr alles anders. Ein Besucher pro Kind sei zugelassen. „Das sollte möglichst auch immer die selbe sein, in der Regel Mutter oder Vater“, erklärt der Mediziner. Kleine Kinder könnten aber weiterhin mit Begleitperson, etwa der Mutter, aufgenommen werden. „Dann kann der Vater als Besucher trotzdem noch kommen. Wir müssen natürlich auch versuchen, besondere Härten zu vermeiden.“

Auch in der Kinderklinik wird jeder Patient vor der Aufnahme auf das Coronavirus getestet. „Und solange das Ergebnis noch nicht vorliegt und der Status unklar ist, behandeln wir – als Vorsichtsmaßnahme – jeden Patienten als wäre er infiziert.“


Kinderklinik

Klinikum: Im Städtischen Klinikum ist die einzige Kinderklinik der Stadt.

Betten: Die Klinik verfügt über 35 Betten inklusive der Frühchenstation. Zudem wird die Geburtshilfe fachlich mit betreut.

Corona: Bei Notaufnahmen wird ein schneller PCR-Test gemacht, sonst wird der Corona-Test vor der Aufnahme gemacht.

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