Klingenmuseum

Kinder entdecken Schmiedekunst

Schmied Olaf Fabian-Knöpges, alias Meister Heinrich Ridder, erklärte den Kindern beim historischen Ferienspiel alte Handwerkstechniken. Foto: Michael Schütz
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Schmied Olaf Fabian-Knöpges, alias Meister Heinrich Ridder, erklärte den Kindern beim historischen Ferienspiel alte Handwerkstechniken.

Das Klingenmuseum lud zu einer Zeitreise ins 18. Jahrhundert ein.

Von Stephanie Licciardi

Im Schmiedehaus erklingt der Klang des Bergischen Landes. Emsig hauen die fünf Nachwuchsschmiede mit „Meister Heinrich Ridder“ um die Wette. Im Feuer wird der zu verarbeitende Stahl erhitzt. Er wird das Siegel „Me Fecit Solingen“ tragen, Vorläufer von „Made in Solingen“.

Zum Start der Historischen Sommerspiele-Reihe im Deutschen Klingenmuseum lud das Team um Olaf Fabian-Knöpges, alias Meister Heinrich Ridder, zur Zeitreise in das Jahr 1753 ein: ein Jahr der Kaufleute, Schmiede und Schleifer in der Klingenstadt.

„Wir sind froh, dass wir innerhalb kürzester Zeit trotz der Corona-Schutzverordnungen und der damit verbundenen Auflagen ein Ferienprogramm auf die Beine gestellt haben“, sagte Dr. Sixt Wetzler, stellvertretender Museumsleiter. Das Team des Klingenmuseums organisiert seit sechs Jahren die Ferienspiele rund um die Gräfrather Geschichte. Ob Zeitreisen ins Mittelalter oder in die Frühe Neuzeit, die spielerische Herangehensweise an die Geschichte des Stadtteils sowie das Format überhaupt kommen bei den jungen Besuchern an. Nathalie und Magdalena sind zum wiederholten Mal dabei. „Es macht uns vor allem viel Spaß hier.“

Fabian Potthas ist eigentlich Student der Alten Geschichte und Antiken Kulturen. Sein Praktikum absolviert der 25-jährige Student zurzeit im Museum. Eine schöne Abwechslung sei diese Zeit, vor allem nach Monaten im Homeschooling. „Es ist einfach mal etwas anderes, in eine historische Rolle zu schlüpfen und sich mit einer anderen Epoche zu beschäftigen.“

Mit Holzpantinen an den Füßen und in Leinenkleidung mimt Potthas den Lehrlingsjungen Dietmar. Der hat ordentlich in Meister Ridders Schmiede zu schuften. Sobald sein Name – „Diiiieeetmaar!“ – laut über durch die Schmiede oder das Kontor hallt, hat er zu folgen.

Unterschiedliche Stationen geben Einblick in die Waffenkunst

Gemeinsam mit Hund Kalle, dem heimlichen Star und Mini-Maskottchen des Museums, führt „Waschfrau“ Susanne Nitsch die fünf Zeitreisenden in die hohe Kunst des Waschens ein. Nicht bequem mit der Waschmaschine, sondern mit Bottich, Gallseife, Waschbrett und der Wäscheglocke geht es Schmutzflecken an den Zwirn. „Puh, das geht mächtig in die Arme“, findet Fine.

Im Jahr 1753 sind Schleifer, Schmiede oder auch Lieferfrauen rund um die Uhr mit Klingen und Waffen beschäftigt. Die Kinder Fine, Marla, Nathalie, Magdalena und Kaspar sind damit beauftragt, ihre eigens geschmiedeten und geschliffenen Klingen zum Reider zu bringen. Doch Obacht! Unterwegs lauert allerlei Gesindel in den Wäldern des alten Solingen und so mancher Lump hat es auf die klimpernden Silbermünzen und die begehrten Klingen abgesehen. Doch es gelingt trotz aller Widrigkeiten, die Ware beim Reider abzuliefern.

Die unterschiedlichen Stationen in der Schmiede- und Schleiferwerkstatt beleuchten beim Ferienspiel jedoch nicht nur die Welt der Menschen im 18. Jahrhundert, sondern geben auch einen handfesten Einblick in die Schmiede- und Waffenkunst der Stadt Solingen.

Ferienspiele

Die historischen Ferienspiele „Me Fecit Solingen“ finden ein weiteres Mal vom 20. bis zum 24. Juli statt. Mitmachen können Kinder ab sieben Jahren. Anmeldungen sind telefonisch unter Tel. (02 12) 2 58 36 10 oder per E-Mail möglich.

klingenmuseum@solingen.dewww.klingenmuseum.de

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