ST-Wohltätigkeitsaktion

Die jüngste Tochter kümmert sich um alle

Die Mutter ist gehbehindert, die älteste Tochter Autistin. Familie Juric erzählt ihre Geschichte.
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Die Mutter ist gehbehindert, die älteste Tochter Autistin. Familie Juric erzählt ihre Geschichte.

Zur Gehbehinderung der Mutter kommt noch die Autismuserkrankung einer der Töchter – einer von vielen Fällen, bei dem die Kette der helfenden Hände hilft.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Anna Juric (Name von der Redaktion geändert) lebt mit drei ihrer sechs erwachsenen Kinder unter einem Dach. Das ist eine große Hilfe für die 58-Jährige, die in ihrem Leben schon viele Schicksalsschläge verarbeiten musste.

Körperlich besonders eingeschränkt ist sie durch ihre eigene Krankheitsgeschichte, die bereits vor sieben Jahren begann. Nach Brüchen musste sie schon dreimal am Rücken operiert werden. Mittlerweile ist sie zu 100 Prozent gehbehindert und komplett auf den Rollstuhl angewiesen. Dazu kommt noch eine schwere Diabetes. Die Erkrankungen, das Gefühl, den Haushalt nicht mehr alleine bewältigen zu können und von der Unterstützung der Töchter abhängig zu sein, belastet Anna Juric auch psychisch stark.

Ihre Wohnung verlassen kann die 58-Jährige nur mit Hilfe einer ihrer Töchter. „Unsere Mutter kann höchstens drei Minuten auf ihren Beinen stehen“, schildert die jüngste Tochter (22) die gesundheitliche Lage ihrer Mutter, die früher als Schneiderin gearbeitet hat. 2014 war sie mit vier ihrer insgesamt sechs Kinder aus Bosnien nach Deutschland gekommen. Das war ein Jahr, nachdem der Familienvater gestorben war. Die beiden anderen erwachsenen Kinder leben in Bosnien.

Mittlere Tochter hat einen Pseudotumor im Kopf

Die 22-jährige Tochter kümmert sich nicht nur um die Mutter, hilft ihr bei der täglichen Körperpflege, kocht für die Familie und putzt die Wohnung. Auch ihre älteste Schwester, die ebenfalls noch im Haushalt der Mutter lebt, braucht die Hilfe der jüngeren Schwester. Die 40-Jährige ist Autistin, leidet unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung, einer Intelligenzminderung und Angststörungen.

Kette der helfenden Hände Solingen

Froh ist die Familie, dass mittlerweile die 25-jährige Schwester mit Mann und zwei kleinen Kindern ebenfalls eine Mietwohnung im gleichen Haus gefunden hat. Denn auch sie ist nicht gesund. Bei der 25-jährigen, die regelmäßig unter extrem starken Kopfschmerzen und Sehstörungen leidet, wurde ein Pseudotumor im Kopf diagnostiziert. Zu viel Flüssigkeit im Kopf und der damit verbundene erhöhte Druck verursachen die Schmerzen. „Ich warte jetzt auf den nächsten Termin in der Uniklinik Essen“, so die 25-Jährige, die mit dem Risiko leben muss, zu erblinden.

Dass ihre jüngere Schwester in der Nähe ist und sie notfalls bei den beiden Kindern, der dreijährigen Tochter und dem zweijährigen Sohn, unterstützen kann, sei da eine große Hilfe. Für die Dreijährige hofft sie, möglichst bald einen Kita-Platz zu finden. „Auch das ist ein großes Problem, das mich derzeit sehr belastet“, so die 25-jährige junge Frau.

Der enge Familien-Zusammenhalt, das Zusammensein mit ihren Kindern und den beiden kleinen Enkelkindern stärkt Anna Juric. Und es gibt auch der jüngsten Tochter die Kraft für die große Verantwortung. „Ich habe meinen Vater verloren, als ich 13 Jahre alt war. Meine größte Angst ist, auch noch meine Mutter zu verlieren.“

Die Familie ist ein Fall von vielen in der Stadt, bei denen die Kette der helfenden Hände, die Wohltätigkeitsaktion des Solinger Tageblatts, zumindest mit finanzieller Unterstützung etwas helfen kann. Denn neben Sorgen um die Gesundheit sind es auch immer wieder finanzielle Engpässe, die betroffene Familien zusätzlich belasten.

Spenden an die „Kette“

Veröffentlichung: Die Namen der Spender veröffentlichen wir im ST, sofern auf der Überweisung nicht „anonym“ oder „kein Name“ angegeben wird.

Spenden: Das Geld an die ST-Wohltätigkeitsaktion geht zu 100 Prozent an bedürftige Menschen in Solingen. Die kompletten Verwaltungskosten trägt der Verlag B. Boll.

Aktion: Spenden an die Kette der helfenden Hände sind steuerlich abzugsfähig. Spendenquittungen werden ausgestellt.

Barspenden: In den Geschäftsstellen des Solinger Tageblatts stehen Spendendosen bereit.

Sachspenden: Aus organisatorischen Gründen können wir keine Sachspenden vermitteln.

IBAN: DE 91 3425 0000 0000 0271 02

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