Neue Ausstattung

Katastrophenschützer misten Gulaschkanone aus

Andreas Killer vom Solinger DRK hat die Ausstattung der neuen Versorgungs-Lkws für den Katastrophenschutz mit entwickelt. Foto: Tim Oelbermann
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Andreas Killer vom Solinger DRK hat die Ausstattung der neuen Versorgungs-Lkws für den Katastrophenschutz mit entwickelt.

Solinger Rotes Kreuz erhielt für besondere Einsatzzwecke ein neues Fahrzeug mit moderner Küchentechnik.

Von Philipp Müller

Mitte. An der Florastraße fuhr am Freitag Stefan Nippes, operativer Krisenmanager des Solinger Roten Kreuzes, auf den Hof des Katastrophenschutzes des Kreisverbands. Auf dem Beifahrersitz saß Andreas Killer. Er ist nicht nur hauptamtlich für den Katastrophenschutz beim Solinger DRK verantwortlich, es ist auch ein bisschen sein Baby, das die beiden in Wermelskirchen bei einer Fachfirma abgeholt hatten. Killer war in der Endphase der Entwicklung der neuen Ausstattung für die Versorgungs-Lkw beteiligt.

Der neue Wagen des Katastrophenschutzes, der von drei Fachfirmen und Mercedes-Benz entwickelt wurde, löst die alten Gulaschkanonen des DRK ab. Er hat rund 250 000 Euro gekostet, davon alleine die Ausstattung 136 000 Euro. In Kürze werde es ein Schulungskonzept der Bezirksregierung Düsseldorf geben, denn sie und das Land NRW bleiben Eigentümer des Speziallasters.

„Das ist die Gulaschkanone 3.0 neuester Art.“

Stefan Nippes, DRK Solingen

Mit dem Schulungskonzept werden Zug um Zug die 300 ehrenamtlichen Helfer des DRK für den Einsatz mit dem Fahrzeug eingewiesen. „Das ist die Gulaschkanone 3.0 neuester Art“, scherzt Nippes. Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte zu Wochenbeginn die Übergabe eingeleitet. Die mache Sinn, sagt Killer. Der Fuhrpark für den Katastrophenschutz ist nicht nur beim DRK Solingen in die Jahre gekommen.

Die Aktion mit Innenminister Reul hat diesen Hintergrund: Insgesamt werden die Hilfsorganisationen in NRW mit 85 neuen Fahrzeugen ausgestattet, die die alten Feldküchen, die der Volksmund „Gulaschkanonen“ nennt, ersetzen. Alles ist jetzt viel moderner: Die neuen Verpflegungsmodule bestehen unter anderem aus Induktionskochfeldern, einem induktionsbeheizten  Kochkessel,   Warmhalteöfen, einer Ausgabetheke und einer kompletten Spülstation mit einer Industriespülmaschine. Dazu kommen noch zwei Stromaggregate, Geschirr und Besteck und eine Frischwasser- und Abwasseraufbereitung beim Solinger Fahrzeug, erklärt Andreas Killer. Selbst Kühlschränke gibt es.

Die Ausrüstung der Fahrzeuge wurde vom Systemlieferanten Dönges in Wermelskirchen genau nach den Vorgaben und Wünschen der Hilfsorganisationen und des Landes NRW durchgeführt.

Der neue Lkw wird Teil der zwei Züge, die das DRK für den Solinger Katastrophenschutz mit jeweils 33 ehrenamtlichen Helfern stellt. Ein weiterer Zug kommt von den Maltesern. Eingesetzt werden können sie vom Krisenstab der Stadt Solingen.

An der Florastraße verfügt das Solinger DRK über eine Fülle an Spezialfahrzeugen für solche Einsätze. Sie werden regelmäßig gewartet und auch getestet. So werde die neue Gulaschkanone 3.0 jeden Monat 150 Kilometer gefahren, die Stromaggregate müssen auch monatlich laufen. So soll im Ernstfall eine Instandsetzung zum Einsatzbeginn vermieden werden. Außerdem sollen die Fahrzeuge im Zweifel auch Jahrzehnte halten. Für den neuen Versorgungs-Lkw rechnet Andreas Killer mit mindestens 20 Jahren. Und danach kommt auch nicht alles auf den Schrott. Nippes berichtet, ein alter Wassertank aus dem Jahr 1963 gehe jetzt ans DRK-Museum in Euskirchen.

Organisation

Katastrophenschutz: Die rechtliche Grundlage bildet das Bundesgesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz. Danach ist Solingen die zuständige Katastrophenschutzbehörde, die bei Großeinsatzlagen oder in Katastrophenfällen das Zusammenwirken der Feuerwehren und Hilfsorganisationen gewährleisten muss. Auf der mittleren Verwaltungsebene ist die Bezirksregierung Düsseldorf, darüber das Innenministerium NRW zuständig.

Kritik: Dr. Thorsten Böth, der Solinger DRK-Geschäftsführer, hatte im Mai angeregt, den Katastrophenschutz in NRW neu zu planen. Böth sieht vor allem bei den Vorräten von Schutzkleidung und bei Not-Krankenbetten Nachholbedarf. DRK, aber auch die Malteser sind helfend in der Corona-Arbeit eingebunden.

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