Das größte Glück der Erde . . .

Stefanie Bubenzer ist mit Leidenschaft bei der Sache, wenn es um den Reitstall geht. Foto: Christian Beier

BERUFUNG Stefanie Bubenzer (21) leitet den Westernreitstall „Schlossburg Stables“. Hinter dem Traum steckt harte Arbeit.

Von Gina Käding

Viele Mädchen träumen davon, einen Beruf mit Pferden zu ergreifen. Stefanie Bubenzer hat es geschafft. Mit gerade einmal 21 Jahren leitet sie den Westernreitstall „Schlossburg Stables“ (SBS). Und das, obwohl sie am Anfang alles ganz anders geplant hatte.

„Ich wollte schon immer reiten!“, erinnert sich die gebürtige Hagenerin. Als sie mit 13 Jahren begann, auf SBS Unterricht zu nehmen, hätte sie nicht gedacht, dass sie neun Jahre später den ganzen Betrieb leiten würde. Dazwischen lagen die Wartezeit auf einen Studienplatz, ein daraus resultierendes Praktikum auf SBS, zwei Aufenthalte in Texas und eine Reihe von Zufällen, die erst zum Schluss zu einer endgültigen Entscheidung führten: „Es war für mich lange Zeit nur ein schönes Hobby, ich wollte einfach richtig reiten lernen.“

Doch als es dem damaligen Leiter von SBS, Carl Fidler, aufgrund eines Motorradunfalls nicht mehr möglich war, seine Arbeit so wie früher fortzuführen, entschied sich Stefanie für den Job. 2008 begann sie sich in den Betrieb einzuarbeiten, machte den EWU-Trainerschein und den Pferdefachwirt an der Kölner Pferdeakademie. Anfang 2009 übernahm sie die Leitung des Stalls. Seitdem liegt alles in ihrer Hand. Sie gibt Reitstunden und Kurse, übernimmt Organisation und Koordination des Hofes, erledigt anfallende Arbeiten und trainiert selbst nebenbei für eigene Turniererfolge.

Pferdefans, die von diesem Job träumten, unterschätzten oft, dass auch die anfallende Büroarbeit Stunde um Stunde schlucke - und dass man nicht den ganzen Tag auf dem Rücken der Pferde zubringe. Stattdessen sei der Job härter als viele andere. Stefanie ist an die zwölf Stunden pro Tag beschäftigt: „Das ist ein Fulltime-Job. Da darf man sich keinen Stundenlohn ausrechnen.“ Zumal sie als verhältnismäßig junge Frau häufig die Erfahrung machte, unterschätzt zu werden. Doch Stefanie hat nie aufgegeben. Mittlerweile kümmert sie sich mit zwei anderen Frauen um den Betrieb, trägt die Verantwortung für sechs stalleigene und 35 Pensionspferde, die der Westernreitstall zurzeit beherbergt.

Westernreiten: Das Pferd verstehen, anstatt nur „Knöpfe“ zu bedienen

Aber was bedeutet „Westernreitstall“ eigentlich? Das ist eine Reitweise, die zurückgeht auf die Cowboys, die im Wilden Westen Rinder trieben. Damals mussten mit den Pferden weite Strecken bewältigt werden, und die Reiter konzentrierten sich auf die Arbeit mit den Kühen. Deshalb war es wichtig, dass die Pferde auf kleinste Anweisungen ihrer Reiter reagierten. „Beim Westernreiten handelt es sich um eine Impulsreitweise“, erklärt Stefanie. Impulse sind kurze Hilfen, die dem Pferd durch Gewichtsverlagerung, Schenkeldruck - gegebenenfalls auch mal durch Zügel - gegeben werden. Wichtig im Westernreiten ist das so genannte „Horsemanship“, was bedeutet, dass der Reiter auf sein Pferd eingehen und es in seinen Verhaltensweisen verstehen lernen sollte - anstatt lediglich zu wissen, wie man beim Pferd die sinnbildlichen „Knöpfe“ bedient, damit es gehorcht.

„Man sollte nur zwischen zwei Reitweisen unterscheiden: gutes und schlechtes Reiten!“

Stefanie über Konkurrenz zwischen Westernreiten und Englischem Reiten

Am Westernreitstil gefallen Stefanie vor allem die Turnierdisziplinen, die nach wie vor an jene Aufgaben angelehnt sind, die Pferd und Reiter damals bei der Rinderarbeit bewältigen mussten. Das so genannte „Englische Reiten“, also die klassische Dressur, ist darauf ausgelegt, dass Pferd und Reiter gemeinsam ein möglichst kunstvolles Bild abgeben.

Stefanie nervt die Konkurrenz, in der die beiden Reitweisen oft zueinander stehen: „Man sollte nur zwischen zwei Reitweisen unterscheiden: gutes und schlechtes Reiten. Egal, ob Englisch oder Western, man kann immer voneinander lernen!“

Und was wünscht sie sich für die Zukunft? Stefanie denkt nicht daran, sich auf ihrer derzeitigen Situation auszuruhen. Sie hofft, auf Turnieren an einige Erfolge anknüpfen zu können und möchte gerne ihren Pferdefachwirt sowie den Meister an der Pferdeakademie absolvieren. Sie weiß: „In den Bereich reinzukommen, kann schwierig sein. Ich hatte Glück, Menschen zu haben, die mich an die Hand genommen und weitergebracht haben.“

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