Ferien

Annika hilft Badegästen an der Ostsee

Statt zu chillen, hat Annika (in Gelb) sich in den Ferien bei der DLRG gemeldet. Sie hat an der Ostsee gelernt, auch mal über ihren Schatten zu springen, sich durchzusetzen und wie gut die Arbeit im Team funktioniert. Foto: Julia Meyer
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Statt zu chillen, hat Annika (in Gelb) sich in den Ferien bei der DLRG gemeldet. Sie hat an der Ostsee gelernt, auch mal über ihren Schatten zu springen, sich durchzusetzen und wie gut die Arbeit im Team funktioniert. Foto: Julia Meyer

Vom Pflaster bis zum verirrten Kleinkind – zwei Wochen lang hat die 18-Jährige freiwillig eine Wachstation der DLRG unterstützt.

Von Lorraine Dindas

In den Sommerferien chillen, ins Freibad gehen oder etwas unternehmen – das machen wohl die meisten Schüler während der sechs Wochen Freizeit. Annika Funke (18), Schülerin des Gymnasiums Schwertstraße, wollte mal etwas anderes erleben.

Sie war zwei Wochen lang mit dem Verein Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) an der Ostseeküste, dem ehemaligen Kurort Damp 2000. Seit acht Jahren ist Annika Mitglied im Solinger Verein. Seit 2010 macht sie dort eine Schwimmausbildung. „Ich gebe Schwimmunterricht für Kinder, die das Bronze-Abzeichen erhalten möchten“, erzählt Annika. Durch eine Freundin hat sie davon erfahren, dass man als Wachdienst am Damp freiwillig arbeiten kann. Voraussetzungen dafür sind der Besitz des silbernen Rettungsschwimmerabzeichens und die erfolgreiche Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs. Die Anmeldung erfolgte ganz bequem über das Internet.

Annika rückt mit Rasierschaum an, um Quallengeplagten zu helfen

Mit dem Zug ging es für die beiden auf die achtstündige und 500 Kilometer lange Reise. Gerade als Annika in Damp ankam, wurde sie Zeuge einer Rettungsaktion. Ein älterer Herr knickte mit seinem Bein um, als er aus dem Wasser kam und verletzte sich am Knie. Da er sich von der DLRG und den Rettungssanitätern nicht helfen lassen wollte, wurde er mit dem Helikopter in ein Krankenhaus geflogen.

„Meine Hauptaufgabe bestand darin, auf einem Aussichtsturm die Badegäste zu bewachen und Erste Hilfe zu leisten“, beschreibt die Schülerin. So klebte Annika Pflaster auf und rückte mit Rasierschaum an, wenn jemand in Kontakt mit einer Qualle kam. „Wenn Quallen nesseln, muss man die Haut mit dem Schaum einreiben und hinterher wieder abschaben. Dann brennt es nicht mehr.“ Diesen Trick hat die 18-Jährige von ihren dortigen Kollegen gelernt.

„Meine Teamfähigkeit wurde enorm gestärkt.“

Annika über ihre Freiwilligenarbeit

Die Arbeit an der Ostsee bestand für die etwa 13 Helfer aus dem „learning by doing“-System. Das heißt, dass vorher nicht stundenlang gelernt wird, sondern, dass die Erfahrungen und die Erkenntnisse aus der Situation heraus entstehen. So lernte Annika auch, wie sie Unfallprotokolle führen muss oder wie man sich verhält, wenn ein kleines Kind elternlos aufgefunden wird. „Ein sechsjähriges Mädchen hatte sich mit ihren Eltern an einer Stelle am Strand verabredet. Allerdings am Hundestrand und nicht am Badestrand.“ Eine Stunde lang kümmerte sich Annika um das kleine Mädchen, während ihre Kollegen telefonierten und alles absuchten. Dann endlich konnte die Mutter gefunden werden. „Viele Kinder haben an dem Ort Sucharmbänder“, erklärt Annika. „Diese sind mit einer Zahlenkombination versehen und werden bei uns auf die Angehörigen registriert. So können wir sofort informieren, wenn ein Kind verloren geht.“

Nach acht Stunden Dienst das Essen unfreiwillig mit den Möwen teilen

Acht Stunden lang dauerte ihr Wachdienst jeweils, danach war ausgiebig Zeit für Wasserski, Bowling und kulinarische Genüsse. Letztere verliefen allerdings nicht immer so toll. „An einem Abend holten wir uns an einem Stand Crêpes. Ich konnte noch nicht einmal reinbeißen, da flog schon eine Möwe mit meinen Crêpes in ihrem Schnabel davon“, berichtet Annika belustigt. An der Küste seien Möwen ständig auf Futtersuche. „Ein Kollege erzählte, dass drei Möwen ihm sogar einen Döner aus der Hand geklaut hätten.“

MITMACHEN

DAMP Damp liegt an der Ostsee im Norden der Halbinsel Schwansen und ist für Wassersportler wie Surfer, Segler oder Kiter genauso ideal wie für Familien mit Kinder. 

DLRG Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft bietet Interessierten noch bis zum 12. September an, sich ebenfalls für die Wachstation zu bewerben. Die Unterkunft erfolgt im Haus „Langeland“ in Zwei-Bett-Zimmern mit WC und Dusche, inklusive Vollverpflegung. Eine Mitgliedschaft bei der DLRG ist nicht zwingend erforderlich. Weitere Informationen gibt es online.

http://zwrd-k.dlrg.de

Insgesamt nimmt sie sehr viel Positives aus den zwei Wochen bei der DLRG mit: „Meine Teamfähigkeit wurde enorm gestärkt, dort konnte man sich wirklich auf den anderen verlassen.“ Außerdem lernte sie, über ihren eigenen Schatten zu springen und Menschen zurechtzuweisen, die sich nicht an die Regeln hielten.

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