Symphoniker

Karibische Klänge mit großer Fülle

Die Solomusiker wurden durch die Bergischen Symphoniker kraftvoll unterstützt.
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Die Solomusiker wurden durch die Bergischen Symphoniker kraftvoll unterstützt.

„On Fire“ im Großen Konzertsaal.

Von Karl-Rainer Broch

Solingen. Zum 15. Mal hieß es am Freitag im Großen Konzertsaal „On fire!“, und 400 Besucher und Besucherinnen wollten wissen, was die Stiftung Bergische Symphoniker diesmal präsentieren würde. Die kubanische Pianistin Marialy Pacheco war mit ihrem Trio gekommen und hatte als besonderen Gast den Trompeter Joo Kraus mitgebracht. Beste Voraussetzungen, um bei „Danzón Cubano“ in die Karibik einzutauchen.

Konzertmeister Mihalj Kekenj, der als Moderator auch durch den Abend führte, hatte die Gruppe beim Jazzfestival in Viersen entdeckt und spontan für „On fire!“ eingeladen, zumal Dirigent Gordon Hamilton viele Stücke für das große Orchester arrangiert hatte, man so die Bergischen Symphoniker auch in das Vergnügen einbinden konnte.

Im Mittelpunkt stand natürlich Marialy Pacheco, die gleich zu Beginn mit „Como el Arruyo de Palmas“ eine fröhliche Grundstimmung verbreitete, dabei aber karibisches Flair mit sinfonischen Tönen unterlegte. Begleitet wurde sie von den Streichinstrumentalisten der Symphoniker, die für zusätzliche Klangfülle sorgten.

Besonders spannend war, dass man aus den Wortwechseln zwischen Mihalj Kekenj und Marialy Pacheco informative persönliche Hintergründe über das Trio erfuhr. Sie schilderte, dass sich bei ihren Stücken afrikanische Kultur mit karibischer Musik mischte und durch gefällige europäische Musik veredelt wurde. Das war bei dem alten Stück „Tres lindas Cubanas“ über 300 schöne Kubanerinnen besonders der Fall: „Das war bei den Spaniern sogar verboten.“

Hier kam auch Trompeter Joo Kraus zum Einsatz, der nach seinem ersten Solo mit spontanem Zwischenapplaus belohnt wurde. Unterbrochen von Walzerklängen wurde es afrikanisch, wobei Schlagzeuger Rodrigo Villalón sich als präzise Rhythmusmaschine hervortat. Beim ursprünglich langsamen Blues „Burundanga“ variierte die Pianistin mehrfach das Tempo, ihre Finger jagten über die Tasten und mündeten in ein furioses Finale.

Nach der Pause machten sich die übrigen Symphoniker – überwiegend Blech- und Holzbläser – mit Paukenschlägen bemerkbar und starteten mit „Sale el Sol“. Dirigent Gordon Hamilton, der mit vollem Körpereinsatz das Orchester leitete, vermerkte, dass die Stücke mit Orchester länger seien. Nach dem träumerischen Titel „Danzón“ spielte das Trio ohne Orchester „Tokyo Call“, dabei konnte auch Bassist Juan Camilo Villa seine Fingerfertigkeit zeigen.

Der ungewöhnliche kubanische Abend endete natürlich nicht ohne großen Beifall und Zugaben.

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