Nach Hochwasser

Kanu: Stadt und Verband erneuern Warnung

Während des Hochwassers hat die Wupper eine enorme Kraft entwickelt und auch große Felsbrocken bewegt. Archivfoto: Christian Beier
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Während des Hochwassers hat die Wupper eine enorme Kraft entwickelt und auch große Felsbrocken bewegt.

Pegelmessstationen an der Wupper sind defekt – Veranstalter verteidigt sich gegen Kritik

Von Björn Boch

Solingen. Nach dem Hochwasser vom 14. Juli warnt der Wupperverband weiter davor, die Wupper zu befahren. Es befänden sich noch große Ansammlungen von Treibgut, großen Baumstämmen, Wohnwagenwracks und anderen Gegenständen im Fluss, heißt es in einer Pressemitteilung als Reaktion auf eine Tageblatt-Anfrage.

Bei Räumungsarbeiten werde schweres Gerät eingesetzt: „Für Kanufahrer stellen diese Einsätze eine besondere Gefahr dar. Zudem sollen die Räumungsarbeiten nicht durch Kanusport oder andere Freizeitaktivitäten in der Wupper behindert werden“, so Ilona Weyer vom Wupperverband. Das gelte aufgrund des Umweltalarms auf der Wupper-Talsperre für den Stausee Beyenburg sowie die gesamte unterhalb liegende Wupper. Wer den Fluss dennoch befahre, tue dies auf eigene Gefahr.

Wer fährt, der soll sich geführten Touren anschließen

Die Stadt Solingen unterstützt diese Einschätzung. Allerdings, so stellen Stadt und Wupperverband klar, handele es sich nicht um ein Verbot – das könne nur die Bezirksregierung nach einem verwaltungsrechtlichen Verfahren aussprechen.

Die Warnung richte sich insbesondere an Amateursportler. Wer trotz Warnung mit dem Kanu fahre, dem werde „zur eigenen Sicherheit empfohlen, sich geführten Touren anzuschließen“, heißt es. Diese Touren werden inzwischen wieder angeboten.

Kein Verständnis dafür hat der Gewässerwart vom SAV Bayer Leverkusen und Fischereiaufseher für den Rheinisch-Bergischen Kreis, Peter Jacobs. Er hat am vorigen Wochenende Kanuten am Wupperhof beobachtet (| Kasten). „Ich kenne die Wupper in diesem Abschnitt ganz genau und dadurch die Gefahrenstellen. Und ich erkenne den Fluss nicht wieder“, berichtete er dem ST. Von der Kohlfurth bis zur Rheinmündung liege tonnenweise Müll am Ufer, die Strömungen hätten sich durch Kiesansammlungen stark verändert, außerdem gebe es die Gefahr durch umstürzende Bäume und Schadstoffe im Wasser. „Und dann mit Kind und Kegel ins Boot? Wie rücksichtslos sind diese Verleiher?“ Von seiner Kritik nimmt er Anbieter geführter Touren nicht aus. „Wieso wartet man nicht noch ein paar Wochen?“

Solche Touren seien sicher, betont dagegen der Solinger Thomas Becker – er hat sie seit dem letzten Juliwochenende wieder im Programm. „Als der Wasserstand nach dem Hochwasser zurückgegangen war, haben wir mit unserem Team und Freunden begonnen, die Wupper von Müll und Unrat freizumachen und Gefahrenstellen freizuschneiden“, erklärt er. „Dabei haben wir als Profis, die sich tagtäglich auf dem Wasser aufhalten, festgestellt, dass an einigen Stellen die Wupper nun zwar anders zu befahren ist, aber keine Gefahrenstellen mehr für unsere Kunden vorhanden sind.“

Das gelte, betont Becker, für seine geführten Touren. Die Empfehlung, „Laien, Schlauchboote und Freizeitkapitäne von der Wupper fernzuhalten“ sei richtig. „Wir haben mit vielen Anwohnern der Wupper vorab gesprochen“, ergänzt Thomas Beckers Frau Angelika. Man stehe in engem Austausch und habe ein gutes Verhältnis.

Pegel

Strecken: Klassische Kanustrecken sind von Burgholz bis Müngsten (Strecke 1), Wupperhof bis Leichlingen (Strecke 2) und Müngsten bis Wupperhof (Strecke 3). Für die Befahrung der Strecken 2 und 3 gilt ein Mindestpegel, um den Unterwasserbereich zu schützen. Sowohl der Landespegel, als auch der Pegel des Wupperverbandes liefern nach dem Hochwasser aber keine verlässlichen Daten. „Personen, die trotz der Empfehlung fahren, werden gebeten, sich auf Strecke 1 zu beschränken.“

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