Kadetten erlernen die Verkehrsregelung

Melina Schmidt nahm am Samstag ihre Urkunde zur Ernennung als Verkehrskadettin entgegen von Leiter Wolfgang Goeken.Foto: Michael Stoll
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Melina Schmidt nahm am Samstag ihre Urkunde zur Ernennung als Verkehrskadettin entgegen von Leiter Wolfgang Goeken.

Die Ausbildung der Kadetten findet an drei Wochenenden im Februar statt – neben rechtlichen Grundlagen stehen Handzeichen im Mittelpunkt.

Von Alexandra Dulinski

Solingen. Überall dort, wo große Veranstaltungen stattfinden, viele Menschen zusammenkommen, Fußgängerüberwege reguliert oder Rettungswege und Halteverbote frei gehalten werden müssen, kommen Verkehrskadetten ins Spiel. „Jeder hat mitbekommen, was bei der Loveparade passiert ist. Die Masse an Polizisten ist nicht mehr da, deswegen brauchen wir die Verkehrskadetten“, erklärt Wolfgang Goeken, Leiter der Verkehrskadetten Solingen.

„Das war aufregend, als wir das erste Mal auf der Kreuzung standen.“

Jakob Rudolph, Verkehrskadett

Am Samstag wurden 24 junge Nachwuchskadetten ernannt. Sie haben im Februar eine Ausbildung durchlaufen, die an drei Wochenenden im Schulzentrum Vogelsang stattgefunden hat. Die Ausbildung teile sich auf in einen praktischen und einen theoretischen Teil, in dem die Schüler viele rechtliche Grundlagen lernen würden. „Was darf ich und was nicht, wie muss ich mich verhalten? Denn wir dürfen als Verkehrskadetten nicht einfach in den fließenden Verkehr eingreifen. Das muss durch einen Polizisten oder die Verkehrsbehörde angeordnet werden“, sagt Goeken.

Ein Kadett dürfe aber jederzeit helfen und Auskunft geben über Parkmöglichkeiten, Straßensperrungen und Alternativrouten. Neben den rechtlichen Grundlagen werden den Kadetten auch Verkehrszeichen, Parkregeln und die Bedeutung von Sonderzeichen wie Blau- und Gelblicht beigebracht.

Im praktischen Teil üben sie die Handzeichen, mit denen sie den Verkehr an einer Kreuzung oder an einem Fußgängerüberweg regeln. „Das war sehr aufregend für alle, als wir das erste Mal zur Prüfung auf der Kreuzung standen“, berichtet Jakob Rudolph (15), der die Ausbildung in diesem Frühjahr absolviert hat und am Samstag zum stellvertretenden Kadettensprecher gewählt wurde. Nach einiger Zeit habe er sich auf der Kreuzung aber sehr sicher gefühlt.

Solingen: Verkehrskadetten werden auch im Umgang mit Bürgern geschult

„Ich finde es sehr interessant, wie das mit dem Verkehr funktioniert, wie man mit den Leuten kommuniziert. Ich hab vor, später mal Polizist zu werden“, sagt Jakob Rudolph. Er sei schon beim Rosenmontagszug in Solingen eingesetzt worden und hat an Veilchendienstag in Mönchengladbach mitgeholfen. „Da stand ich unter großem Druck, weil einige Leute total verständnislos waren, dass noch einige Straßen nach dem Zug gesperrt waren,“ berichtet er. Deswegen werden die Kadetten auch im Umgang mit den Bürgern geschult, lernen ihre Rechte und Pflichten kennen, berichtet Wolfgang Goeken.

Jakob Rudolph fühle sich mittlerweile ziemlich sicher und gut vorbereitet. „Ich bewundere ihn für seine Zielstrebigkeit, weil er seinen eigenen Weg geht und sich engagiert“, sagt seine Mutter Christiane Rudolph.

Im Alter von 14 bis 22 Jahre werden Verkehrskadetten jährlich ausgebildet. „Wer länger dabei bleibt, kann Schulungen mitmachen und Einsatzleiter oder sogar Leiter der Verkehrskadetten werden“, erklärt Goeken. Die Verkehrswacht stellt jedes Jahr in Solinger Schulen das Projekt vor. Das biete sich an, weil viele Schulen auch Schülerlotsen ausbilden würden.

Übrigens: Humboldtschüler Netusan Neethirajah Vairamuthu, belegte 2018 beim Bundeswettbewerb der Schülerlotsen den ersten Platz. 2019 wurde er zum „Junior-Botschafter“ der Stadt Solingen ernannt. Der Titel wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal verliehen.

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