Erfahrungsaustausch

Junge Unternehmer vertrauen zunehmend auf 3-D-Druck

Beim 3-D-Meetup warben (v.l.) Werner Koch, Sven Wagner und Tobias Gerbracht für die 3-D-Technologie. Foto: Christian Beier
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Beim 3-D-Meetup warben (v.l.) Werner Koch, Sven Wagner und Tobias Gerbracht für die 3-D-Technologie.

Startup-Campus NRW lud zu einem Erfahrungsaustausch ein.

Von Michael Kremer

Die vielfältigen Möglichkeiten des 3-D-Drucks sind Inhalt von regelmäßigen Treffen, die der 3-D-Startup-Campus NRW im Gründer- und Technologiezentrum organisiert. Dazu gehören sogenannte Meetups, bei denen junge Unternehmer dem Publikum vorstellen, wie der 3-D-Druck ihnen geholfen hat, ihre Geschäftsidee umzusetzen. Beim jüngsten Meetup am Dienstagabend war dies Tobias Gerbracht. Der Student aus Wuppertal hat es mit Unterstützung des in Solingen ansässigen 3-D-Netzwerkes in die Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ geschafft und dort einen Investor für das von ihm entwickelte Produkt gefunden.

Als zweimaliger Sieger des Bundeswettbewerbs von „Jugend forscht“ war Gerbracht mit Werner Koch in Kontakt gekommen. Er ist Geschäftsführer der im Gründer- und Technologiezentrum ansässigen Firma Exit3D. Mit dessen Unterstützung fertigte der Wuppertaler Student den Prototyp seines Kleinteilefilters, der – am Staubsauger montiert – aufgesaugte Kleinteile wie Schmuckstücke aus dem Luftstrom heraus in einen Auffangbehälter umleitet. Mit diesem Prototypen überzeugte er die Jury in der Höhle der Löwen von seiner Idee, die schließlich in die Praxis umgesetzt und auf den Markt gebracht wurde.

„3-D-Druck ist die beste Möglichkeit, in kürzester Zeit und super effizient einen Prototypen herzustellen“, erzählte Gerbracht seinen gut 15 Zuhörern. Dadurch ließen sich frühzeitig Fehler erkennen und beheben, bevor es dafür in der eigentlichen Produktion zu spät sei. Hergestellt wurde sein „Catch up“ schließlich in China im Druckguss-Verfahren. Das sei schneller und preiswerter als bei einem deutschen Hersteller.

Beim 3-D-Druck gehört Deutschland zu den führenden Nationen

Wo etwas produziert werde, ist nach Ansicht von Werner Koch, der das Solinger 3-D-Netzwerk managt, in Zukunft ohnehin nicht mehr entscheidend. Sobald die 3-D-Technik weiter ausgereift sei, könnten die gewünschten Produkte überall dort gedruckt werden, wo sie benötigt werden. Wichtig seien dann die Programme, die den Druckern den Herstellungsprozess vorgeben. In diesem Bereich gehöre Deutschland nach Angaben von Campus-Manager Phil Derichs und Technologie-Manager Evgeniy Khavkin zu den führenden Nationen.

Dass dem so ist, liegt an jungen Unternehmern wie Gerbracht, der die Möglichkeiten der Zukunftstechnologie erkannt hat und für seine Zwecke nutzt. Dieses Wissen gibt er mittlerweile als Dozent der Junior Uni der Bergischen Universität an die nächste Generation weiter. Zu der gehört ein Schüler des Gymnasiums Schwertstraße: Marc Grethlein, der am Dienstagabend mit im Publikum saß.

Für sein „Jugend forscht“- Projekt entwickelt er an der Junior Uni eine Methode, die den Einsatz von 3-D-Druckern flexibler machen soll. Seine Idee basiert darauf, den Druckvorgang variabel gestalten zu können. Durch variable Ausgänge soll die Produktion von kleinen und großen Teilen ohne Düsenwechsel ermöglicht werden. Einen Prototypen hat er bereits in der Werkstatt des Startup-Campus NRW mit einem 3-D-Drucker hergestellt.

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