Ausstellung

Die junge Kunst erobert wieder das Museum

Max Pimpernelli alias Max Hölter, gewann mit dem Bild „dancing clown“ (rechts) den 74. Internationalen Bergischen Kunstpreis.Foto: Christian Beier
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Max Pimpernelli alias Max Hölter, gewann mit dem Bild „dancing clown“ (rechts) den 74. Internationalen Bergischen Kunstpreis.

Die 74. Internationale Bergische Kunstausstellung startet ohne Eröffnung.

Von Philipp Müller

Solingen. Auf die am stärksten von Besuchern genutzte Veranstaltung des Jahres muss das Kunstmuseum in diesem Jahr verzichten. Die Eröffnung der Bergischen Kunstausstellung findet nicht öffentlich und im kleinen Rahmen mit rund 50 Personen statt. Das schmerze sehr, bekannte Direktorin Gisela Elbracht-Iglhaut bei der Vorab-Präsentation der Ausstellung. „Aber es geht nicht anders.“

Trotzdem hofft sie, dass sich alle Interessierten trotzdem noch im Kunstmuseum einfinden werden. „Es ist eine sehr, sehr gute Ausstellung geworden“, wirbt die Direktorin um Besucher. Das kann man durchaus so teilen, denn die Künstler und Künstlergemeinschaften zeigen eine große Bandbreite an Kunst, die die zeitgenössischen Trends sehr tiefsinnig abbildet.

Im Rahmen der Bergischen Kunstausstellung wird auch der 74. Internationale Bergische Kunstpreis bei der Eröffnung verliehen. Preisträger 2020 ist Max Hölter – mit Künstlernamen Max Pimpernelli – mit seinem Werk „dancing clown“. Es entstand 2019 als Ölbild auf Leinwand. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird von der National-Bank gestiftet. Die Fachjury erklärte dazu: „Max Pimpernelli überzeugte die Jury mit seiner Malerei und ungewöhnlichen Bildkompositionen. Seine Bildsprache ist geprägt von kontrastreicher Farbgebung und klarer Formensprache.“

Wenn die Besucher dann ab dem 22. September bis einschließlich 1. November im Kunstmuseum die 74. Ausgabe der Bergischen Kunstausstellung besuchen, dann sind sie auch selbst wieder als Jury gefordert. Denn sie entscheiden mit ihrer Stimme über die Publikumspreise für ihr Lieblingswerk in Höhe von 1500, 1000 und 500 Euro. Die Preise werden zum Ende der Ausstellung von der Stadt-Sparkasse Solingen verliehen.

Die Sparkasse stifte den Preis bereits zum 33. Mal, erklärte deren Pressesprecher Martin Idelberger. Gerne unterstütze die Sparkasse das Museum dabei, Schulen in die Ausstellung zu holen. Das findet die Direktorin wichtig. Es gelte trotz Corona: „Das Live-Erlebnis vor der Kunst zu stehen, ist nicht zu ersetzen.“

Sparkassenkunden und ST-Karten-Inhaber können die Ausstellung am Sonntag, 27. September, von 10 bis 17 Uhr zum halben Preis beim Aktionstag im Museum in Gräfrath besuchen.

www.kunstmuseum-solingen.de

Standpunkt: Junge Kunst beeindruckt

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Philipp Müller

Die Entscheidung vor rund 25 Jahren, die Bergische Kunstausstellung auch für Studierende aus Düsseldorf und Köln zu öffnen, trägt weiter Früchte. Auch die 74. Internationale Bergische Kunstausstellung hat das Zeug, weit über Solingens Stadtgrenzen hinaus zu wirken. Die Schau ist heute vor allem eines: Sie ist der Spiegel, wie die junge Kunst gerade tickt. Das macht sie 2020 vor allem tiefsinnig. In den Skulpturen und Installationen, aber auch in klassischen Bildern steckt viel Ideenreichtum. Diese Kunst ist aktuell vor allem auch eine Auseinandersetzung der kreativen Generation mit sich selbst. Wo bin ich? Was will ich? Was kann ich bewirken? Was macht eigentlich den Sinn des Lebens aus? Genau. Das sind Fragen, die wir alle haben. 

Daher ist es doppelt traurig, dass die Eröffnung hinter verschlossenen Türen stattfinden muss. Und es ist doppelt wichtig, dass die Solinger ab dem 22. September schauen, wie viel vom tanzenden Clown des Kunstpreisträgers Max Pimpernelli in ihnen selbst steckt. Vermutlich mehr, als man jetzt ahnt. Allein das ist den Besuch schon wert.

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