Jugendhilfeausschuss

Junge Eltern früh unterstützen

Junge Eltern schon frühzeitig zu unterstützen, das steht beim Präventionsprogramm Kinderzukunft NRW im Fokus.

Von Anja Kriskofski

Solingen ist seit dem Start als Modellprojekt vor zehn Jahren dabei. Auf der Geburtsstation des Städtischen Klinikums haben die Fachkräfte einen Blick darauf, welche Familien Unterstützung benötigen. Das Programm ist ein Baustein der Frühen Hilfen in Solingen.

Wie wichtig eine gute Bindung zwischen Eltern und Kind ist, erklärte Diplom-Psychologin Kathrin Aydeniz jetzt im Jugendhilfeausschuss. Die Diplom-Psychologin leitet die Psychologischen Dienste der Stadt Solingen im Coppelstift. „Die ersten 18 Monate sind entscheidend.“ Denn in dieser Lebensphase passierten im Gehirn die meisten neuronalen Verschaltungen. Emotionale Erregung müsse später durch das Vernunftzentrum reguliert werden. Geschehe das nicht, rasteten Kinder später aus, „weil sie sich nicht selbst regulieren können“.

Aydeniz nannte Beispiele für Bindungsprobleme, weil Eltern auf Signale ihres Kindes nicht richtig eingehen. Wenn ein Kleinkind hinfällt, sei die angemessene Reaktion, sich hinzuknien und es zu trösten. Aber nicht, panisch zu reagieren oder zu sagen: Steh auf. Auch ambivalente Gesichter, bei denen zwar der Mund lächelt, die Augen aber nicht, können Babys nicht umsetzen.

Weil es wichtig ist, mit der Bindungsarbeit früh anzufangen, sprechen die Fachkräfte Familien bereits auf der Geburtsstation an. Nach der Geburt spielt das Hormon Oxytocin eine wichtige Rolle, das unter anderem beim Stillen ausgeschüttet wird. „Wenn die Mütter dieses Kuschelhormon haben, wollen sie gute Mütter sein“, so Aydeniz. Dann gelinge auch die Beratung gut. Wenn es Bedarf gibt, unterstützen unter anderem Familienhebammen die Eltern, erläuterte Christoph Steinebach, Abteilungsleiter Jugendhilfeplanung.

2018 wurden 74 Risikofälle identifiziert

Laut Zahlen der Stadt Solingen wurden 2018 1343 Kinder im Städtischen Klinikum geboren. Die Familien von 973 Kindern hätten die Kinderzukunft-Koordinatorinnen erreicht. In 74 Fällen (8,2 Prozent) seien Risikofälle identifiziert worden: Hier lagen gesundheitliche oder psychosoziale Risikofaktoren vor. 29 davon waren sogar Hochrisikofälle.

Mitglieder des Jugendhilfeausschusses unterstrichen die Wichtigkeit der frühen Hilfen. Bei vielen jungen Eltern, die Signale ihres Kindes nicht richtig deuten können, habe es solche Probleme schon in der eigenen Kindheit gegeben, sagte die Ausschussvorsitzende Iris Preuß-Buchholz (SPD): „Das ist ein Punkt, an dem wir dringend weiter arbeiten müssen.“

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