Diskussionsrunde

Julia Klöckner diskutiert mit Landwirten

Julia Klöckner hatte sich aus Berlin zugeschaltet. Foto: Kristin Dowe
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Julia Klöckner hatte sich aus Berlin zugeschaltet.

CDU-Politiker Jürgen Hardt hatte die Bundesministerin eingeladen

Von Kristin Dowe

Solingen/Remscheid. Mehr Qualität bei den Produkten und Nachhaltigkeit bei deren Erzeugung wünschen sich wohl die meisten Verbraucher. Die Bereitschaft, dafür auch tiefer in die Tasche zu greifen, ist allerdings oft begrenzt. Über dieses Zukunftsthema der Landwirtschaft diskutierte am Dienstagabend die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner (CDU), mit Landwirten aus dem bergischen Städtedreieck. Der bergische CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt, der den Wahlkreis 103, Solingen, Remscheid sowie Wuppertal-Ronsdorf und -Cronenberg, vertritt, hatte zu der digitalen Runde eingeladen.

Ministerin bekundete Verständnis für den Druck der Landwirte

Der Gesprächsbedarf bei den Landwirten war groß. Eine Frage brannte dabei allen unter den Nägeln: Wer trägt die Kosten für strengere Auflagen in puncto Tierschutz, Stallgrößen und Flächenbedarf, und wie kann verhindert werden, dass diese am Ende auf die landwirtschaftlichen Erzeuger abgewälzt werden? Klöckner, die zuweilen den Ruf einer Agrarlobbyistin genießt, sprach von den Landwirten und sich stets in der Wir-Form. „Die Landwirtschaft steht unter einem enormen Anpassungsdruck. Wir brauchen nicht überall Verbote“. In diesem Punkt wolle sie sich von den Grünen absetzen.

Ein aktuelles Beispiel für die Tierwohldebatte in der Landwirtschaft: der Umgang mit männlichen Küken in der Eierproduktion. Klöckner lobte ein Verfahren zur Geschlechtsbestimmung des heranwachsenden Kükens im Ei, mit dessen Hilfe Eier mit männlichen Küken erst gar nicht ausgebrütet werden, als technischen Durchbruch. „Sie finden keine Mehrheit in der Gesellschaft dafür, ein Küken zu töten, weil es das falsche Geschlecht hat. Landwirtschaft muss auch gesellschaftlich akzeptiert sein.“

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Der Wuppertaler Landwirt Alexander Mechow wandte ein, dass er das Verbot des Kükentötens grundsätzlich befürworte, es diesbezüglich aber viele ungelöste Probleme für die Landwirte gebe: so etwa den Mehrbedarf an Futterflächen und Schwierigkeiten beim Absatz zusätzlich produzierten Fleisches, das sich nur schwer vermarkten lasse. Dafür äußerte Klöckner Verständnis, warb aber weiter für die Methode der Geschlechtsbestimmung im Ei.

Der Koalitionsvertrag hatte ein Ende des Kükentötens schon Mitte 2019 vorgesehen. Die Bundesministerin hatte sich für einen Aufschub des Gesetzes bis 2022 eingesetzt. Gegenüber der Runde begründete sie diese Entscheidung: „2019 hatte die Technik noch keine Marktreife.“

Weiterhin wolle sie sich auch auf europäischer Ebene für eine strengere Kennzeichnungspflicht von Produkten einsetzen, die verarbeitetes Ei enthalten, wenn die Eier nicht tierwohlkonform produziert wurden. Diesbezüglich wolle sie unter anderem mit Frankreich gemeinsam vorangehen.

Die Sorgen um bergisches Wasser wachsen.

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