Jugendliche wissen wenig über Rassismus

Guter Zulauf bei zweiter Demokratiekonferenz „Solingen 2043“

+
Hassan Firouzkah (Zuwandererrat, v.l. ) und Anne Wehkamp (Stadtdienst Integration) verfolgen die von Nkechi Madubuko geleitete Diskussion mit Dilan Kaplan, OB Tim Kurzbach und Kübra Gümüsay.

Zweite Demokratiekonferenz „Solingen 2043“ hatte mit rund 150 Teilnehmern guten Zulauf.

Von Andreas Erdmann

Standpunkt von Uli Preuss

Merve Sahin hat eine Vision für Solingens Zukunft im Jahr 2043: „Wir sind eine bunte, engagierte Stadt mit Willkommenskultur und Vorbild für andere Städte. Bürger jedweder Herkunft gestalten ihr Stadtleben gemeinsam.“ Leider sei man noch weit von einer solch solidarischen Gesellschaft entfernt, betonte die Vertreterin des Jugendförderungsprojekts „fYOUture“ in ihrem Vortrag auf der zweiten Solinger Demokratiekonferenz „Solingen 2043“. Besonders Zahlen zum Kenntnisstand der Solinger Schüler zum Thema Rassismus und Geschichte erschreckten die Teilnehmer im Gymnasium Vogelsang. Dorthin hatten der Stadtdienst Integration, die Jugendförderung und das Diakonische Werk am Samstag eingeladen. Rund 150 Besucher kamen.

Demokratiekonferenz „Solingen 2043“

 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss
 © Uli Preuss

„Erschreckend ist eine zunehmend nationalistische Stimmung im Land“, führte Merve Sahin aus. Dabei sei das Wissen um die rechtsradikale Vergangenheit Deutschlands vor allem bei jungen Menschen schwach ausgeprägt. Dies ergab eine Umfrage, die innerhalb eines NRW-Landesprojekts gegen Rechtsextremismus vom Stadtdienst Integration an Solinger Schulen durchgeführt wurde. Demnach wissen nur 48 Prozent der Befragten, dass jährlich am 29. Mai an den Solinger Brandanschlag von 1993 erinnert wird. 40 Prozent gaben an, die Reichspogromnacht von 1938 nicht zu kennen.

„Es herrscht ein allgemeines Informationsdefizit bezüglich Rechtsextremismus und Rassismus“, beklagte auch der Migrationsforscher Dr. Mark Terkessidis in seinem Vortrag. „Beide Begriffe werden oft durcheinander geworfen.“ Auch würden derzeit nationalistische und europafeindliche Tendenzen in der Bevölkerung zunehmen.

Lesen Sie auch: So denken die Jugendlichen über Rassismus

Workshops erarbeiten Grundsätze zu Demokratie und Erinnerungskultur

In Workshops wurden dann unter anderem die für 2019 geplanten „Solinger Tage gegen Rassismus“ vorbereitet. Eine andere Gruppe stellte Überlegungen zu einem Gedenkort für Opfer des Nationalsozialismus an. Eine weitere entwickelte erstmals „Solinger Grundsätze für mehr Demokratie“. „Was die Demokratisierung der Stadt betrifft, sind wir auf gutem Weg“, unterstrich Besucherin Karin Volz. „Dies beweist allein die hohe Teilnehmerzahl.“ Die Konferenz endete mit einer von Nkechi Madubuko geleiteten Podiumsdiskussion, bei der Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), die Journalistin Kübra Gümüsay und Dilan Kaplan (Jugendstadtrat) erörterten, wie Solingen in 25 Jahren eine friedliche, pluralistische Stadt sein kann. „Demokratie beginnt bei jedem Einzelnen von uns“, so Kurzbach.  

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Solingerin singt am Sonntag bei The Voice of Germany 2021
Solingerin singt am Sonntag bei The Voice of Germany 2021
Solingerin singt am Sonntag bei The Voice of Germany 2021
Neues Rätsel: Kennen Sie diese Gaststätte?
Neues Rätsel: Kennen Sie diese Gaststätte?
Neues Rätsel: Kennen Sie diese Gaststätte?
Corona: Inzidenz bleibt in Solingen über Landesschnitt
Corona: Inzidenz bleibt in Solingen über Landesschnitt
Corona: Inzidenz bleibt in Solingen über Landesschnitt
Neues Warnsystem revolutioniert den Hochwasserschutz in Solingen
Neues Warnsystem revolutioniert den Hochwasserschutz in Solingen
Neues Warnsystem revolutioniert den Hochwasserschutz in Solingen

Kommentare