Schulprojekt

Jugendliche lernen, mit Lebenskrisen umzugehen

Durch das Projekt sollen Jugendliche und Heranwachsende an Solinger Schulen für das Thema seelische Gesundheit sensibilisiert werden.
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Durch das Projekt sollen Jugendliche und Heranwachsende an Solinger Schulen für das Thema seelische Gesundheit sensibilisiert werden.

Beim Schulprojekt „Verrückt? Na und!“ soll das Verständnis für psychische Erkrankungen geschärft werden.

Von Moritz Jonas

Solingen. Psychische Erkrankungen beginnen oftmals bereits im Jugendalter. Umso wichtiger sind deshalb wirkungsvolle Prävention und die geistige Gesundheitsförderung. Mit dem Schulprojekt „Verrückt na und?“ sollen auch an den Solinger Schulen Jugendliche für das Thema sensibilisiert werden.

Der Gemeindepsychiatrische Verbund (GPV), ein Bündnis verschiedener Solinger Hilfeanbieter, führt bereits seit 2014 unter Federführung des Psychosozialen Trägervereins Solingen (PTV) Schulprojekttage durch. Außerdem fördert die Solinger Rudolf-Knupp-Stiftung das Projekt bereits im zweiten Jahr. Eine enge Kooperation besteht auch mit dem Projektentwickler „Irrsinnig Menschlich“, der das Programm bundesweit begleitet und auch auf andere EU-Ländern ausgeweitet hat.

„Uns ist es wichtig, dass wir uns für jeden Einzelnen persönlich Zeit nehmen.“
Markus Weber, Psychosozialer Trägerverein Solingen

Das Projekt „Verrückt? Na und!“ richtet sich an Jugendliche und Heranwachsende zwischen 14 und 25 Jahren und wird vor allem an Schulen angeboten. Ziel eines Schulprojekttages ist es, einen offenen Umgang und mehr Mut beim Bewältigen von eigenen Krisen zu entwickeln. Ebenso steht der Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen mit psychischer Erkrankung im Vordergrund. „Junge Menschen sollen durch das Projekt befähigt werden, Lebenskrisen als etwas Normales zu verstehen und zu erkennen, dass es keine Schande ist, sich bei schwerwiegenderen Problemen fachliche Unterstützung oder Beratung zu suchen und in Anspruch zu nehmen“, berichtet Dr. Thomas Hummelsheim, Vorsitzender des PTV und Sprecher des GPV.

Dr. Thomas Hummelsheim ist Vorsitzender des PTV.

Bei der Durchführung des Projekttages werde großer Wert auf Augenhöhe gelegt und an die Lebenserfahrungen der Jugendlichen angeknüpft. In offener Atmosphäre werde dazu eingeladen, Erfahrungen, Vorstellungen und Fragen einzubringen. Über interaktive Gruppenarbeiten würden die Teilnehmer aktiviert und motiviert, miteinander ins Gespräch darüber zu kommen, welche einfachen und alltäglichen Beschäftigungen helfen können, die seelische Gesundheit zu bewahren. „Die Gruppen sind meistens sehr individuell, weshalb wir für jede Gruppe andere Schwerpunkte setzen.“ Nur das Grundgerüst sei immer gleich, erklärt Markus Weber, der die Projekttage für den PTV leitet.

Projekttage können nicht online stattfinden

Gleich sei auch stets der letzte Teil des Projekttages mit der sogenannten Expertenrunde: Dort erzählten Betroffene von ihren ganz eigenen Erfahrungen mit seelischen Erkrankungen, berichtet Weber. Nicht selten sei es der Fall, dass die Mitarbeiter des Schulprojektes noch nach dem Ende eines Projekttages von einzelnen Jugendlichen angesprochen würden, um ein individuelles Problem zu klären. „Oftmals reicht es dann aus, sich noch eine Stunde Zeit zu nehmen, um die Betroffenen zu stärken.“ Aber es können sich auch mehrere anschließende Beratungskontakte oder eine Vermittlung an „passgenaue“ Hilfsangebote ergeben. Auf diese Weise könnten bereits vorhandene schwierige Lebenssituationen angegangen und Ängste vor der Inanspruchnahme von Hilfen abgebaut werden, sagt Weber.

Aktuell ist die Durchführung solcher Projekttage wegen der Pandemie allerdings nicht möglich. „Unsere Angebote auf online umzustellen, ist wenig sinnvoll. Wir glauben nicht, dass die sensiblen Inhalte, die wir vermitteln wollen, über einen Bildschirm genauso gut ankommen, wie während der persönlichen Interaktion, erklärt Hummelsheim. „Denn uns ist es wichtig, dass wir uns für jeden Einzelnen persönlich Zeit nehmen“, ergänzt Weber. Trotzdem können weiter Termine mit dem PTV vereinbart werden.

ptv-solingen.de

Knupp-Stiftung

Die von Elfriede Knupp 1999 ins Leben gerufene Rudolf-Knupp-Stiftung unterstützt vernachlässigte, kranke, erholungsbedürftige Kinder und Heranwachsende in Solingen durch Maßnahmen, die ihrer Bildung und Erziehung sowie der Pflege ihrer seelischen und körperlichen Gesundheit dienen.

knupp-stiftung.de

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