Bergischer Geschichtsverein

Jugendherberge und die Straßenbahn

Wagen 11 der „Strassenbahn Stadt Solingen“ 1897 auf der Linie Neumarkt zur Krahenhöhe am Ufergarten.
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Wagen 11 der „Strassenbahn Stadt Solingen“ 1897 auf der Linie Neumarkt zur Krahenhöhe am Ufergarten.

„Heimat“-Ausgabe 38 erschienen.

Von Philipp Müller

Solingen. Es gehört zur Tradition des Bergischen Geschichtsvereins, einmal im Jahr eine Ausgabe von „Die Heimat“ herauszugeben. Auch in der 38. Ausgabe werden wieder lokale historische Ereignisse beschrieben, bewertet und geschichtlich eingeordnet. Thematisch ist die Vielfalt wie gewohnt groß.

So fragt der Historiker Horst Sassin: „Wann ist die Jüdische Gemeinde in Solingen entstanden?“ Vieles dreht sich dabei in der zeitlichen Einordnung um den Friedhof auf dem Clauberg. Dort ist er heute noch, doch die Adresse ist nun der Estherweg. Für das Jahr 1718 ist eine erste Erwähnung bekannt gewesen. Doch Sassin findet auch heraus, dass es bereist 1712 in einem Solinger Privathaus eine Synagoge gegeben haben muss.

Um das Thema Religion dreht sich der Beitrag von Doris Schulz. Der Start interreligiöser Annäherung zwischen Christen und Muslims zu Beginn der 1980er Jahre hatte einen sehr traurigen Anlass. Eine 14-Jährige, die in einem christlichen und muslimischen Haushalt aufwuchs, war an den Folgen einer Operation gestorben. Die Beerdigung auf dem evangelischen Friedhof Grünbaumstraße, bei der es auch muslimische Gebete gab, war der Start für den Austausch der Religionsgemeinschaften. Schulz stellt die Akteure in den Mittelpunkt.

Dr. Beate Battenfeld blickt nach Schloss Burg, aber einen Hügel weiter. Die Historikerin erzählt die Geschichte der Jugendherberge. Dabei geht es um die Entstehung, die Planung des neuen Gebäudes durch die Nazis und den Wiederaufbau nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Seit 1911 gab es zunächst Übernachtungsmöglichkeiten in Schloss Burg selbst für Jugendliche. Es ging Jahrzehnte auf engstem Raum im Grabentorhaus geschäftig zu. Auch kurz nach dem Brand der Schlossanlage Ende 1920 war schon 1923 der Jugendherbergsbetrieb wieder möglich.

Auf Dauer war die Burg zu klein. Ein Neubau an der heutigen Stelle wurde während der Nazi-Diktatur ab 1937 umgesetzt. Während des Zweiten Weltkriegs zog die Luftwaffe in die Räume ein. Bei den Bombenangriffen auf Solingen am 4. November 1944 wurde die Herberge schwer beschädigt. Erst am 3. September 1950 wurde die Jugendherberge „Roemryke Berge“ eröffnet.

Das größte Kapitel der 38. Ausgabe von „Die Heimat“ nimmt die Geschichte der Straßenbahnen in Solingen ein. Der Leiter des Stadtarchivs, der Historiker Ralf Rogge, fasst darin die Pionier-Stimmung um die Jahrhundertwende 1900 zusammen. Darauf geht das ST noch gesondert ein.

Die Heimat, Ausgabe 38, Bergischer Geschichtsverein, Abteilung Solingen, 112 Seiten, 7,50 Euro, erhältlich im Stadtarchiv, in den ST-Geschäftsstellen und im Buchhandel unter: ISBN 978-3-925626-55-5

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