Bäume sollen erhalten bleiben

Ehemalige Jugendherberge: Neues Baurecht kommt

Das 11 000 Quadratmeter große Gelände der früheren Jugendherberge soll unter Beachtung der Natur neues Baurecht bekommen. Foto: Christian Beier
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Das 11 000 Quadratmeter große Gelände der früheren Jugendherberge soll unter Beachtung der Natur neues Baurecht bekommen.

Die Bezirksvertretung und der Planungsausschuss wollen Bäume in Oberburg schützen. Das Grundstück mit der ehemaligen Jugendherberge steht gerade wieder zum Verkauf.

Von Philipp Müller

Solingen. Was soll mit dem Gelände der Jugendherberge Oberburg passieren? Dies soll nun im Rahmen der Aufstellung eines Bebauungsplans geregelt werden. Das beschlossen in einer gemeinsamen Sitzung am Montag die Bezirksvertretung Burg/Höhscheid und der Planungsausschuss des Stadtrats. Für den Projektentwickler Sam Jordan bedeutet dies zugleich einen Rückschlag. Denn die Politik will von den 11 000 Quadratmetern sehr viel Grün erhalten wissen. Eine Planung für eine Siedlung mit vielen Einfamilienhäusern zeichnet sich damit nicht ab.

Der Umfang der Planung war in der Sitzung umstritten. SPD und Grüne wollten den neuen Bebauungsplan auf den Bereich der Straße An der Jugendherberge beschränkt wissen und auf die Tiefe der jetzigen Jugendherberge. Das hintere Grünland mit Bäumen solle zum Landschaftsschutzgebiet ertüchtigt werden. Nach dem Hinweis von Planungsdezernent und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos), dass man genau den Erhalt der Natur mit dem neuen Plan im Auge habe, scherte die SPD wieder aus. Ausschusssprecherin Ramona Engels bestand auf einer Protokollnotiz zum Beschluss, dass Naturerhalt vor Bauinteressen stehen müsse. Das sahen FDP und CDU grundsätzlich auch so – und so fiel der Beschluss gegen Grüne und Linke mit Mehrheit.

Für Vockerter Bauvorhaben gaben die Politiker grünes Licht

Außerdem beschlossen beide Gremien, dass die Grundstücke in Vockert – gelegen zwischen Weckshof und Wüstenhofer Weg – mit 27 Wohneinheiten bebaut werden dürfen. Dagegen wandten sich Grüne und Linke. Sie führten den Flächenverbrauch nahe am Naturschutzgebiet als Gegenargument an. Das durfte auch eine Sprecherin der Anlieger des künftigen Neubaugebiets in der Sitzung erläutern. Sie betonte auch, dass die geplante Zufahrt über eine nur sechs Meter breite Spielstraße zu klein sei, zumal die Ausfahrt auf die Börsenstraße schlecht einsehbar sei. Die Verwaltung nahm dazu keine Stellung, hatte aber im Vorfeld erklärt, dass genau diese Verkehrssituation noch im Detail geplant werde.

Investor Dr. Norbert Zimmermann sagte im Anschluss an die Sitzung, dass mit Rechtskraft der Satzung des Bebauungsplans H 667 (siehe Kasten) die Erschließung des Grundstücks mit Straßen, Zuleitungen und dem Starkregenschutz zügig erfolgen solle.

Jugendherberge Burg wird jetzt im Bieterverfahren angeboten

Für Oberburg kann mit einem neuen Bebauungsplan erreicht werden, dass der vorhandene Baumbestand erhalten bleibt und dazu untersucht wird. Die Verwaltung nennt erhaltenswerte Linden und Buchen mit teilweise drei Metern Stammumfang als schützenswert.

Grundsätzlich hätte ohne den neuen Aufstellungsbeschluss für neues Baurecht für einen Teil des Grundstücks direkt neben der Jugendherberge sofort Baurecht erteilt werden müssen. Nun gewinne man die Zeit, alles genau zu planen, sagte Hartmut Hoferichter. „Alles soll in geordneten Bahnen verlaufen.“

Mit Stufe 2 in der Prioritätenliste sei das eine nachrangige Planung, legte die Verwaltung in der Beschlussvorlage dar. In Stufe 1 stehen große Bauvorhaben von Kondor Wessels in Wald und auf dem Omega-Evertz-Gelände.

Ob das Baurecht in Burg überhaupt für den neuen Eigentümer, eine Gesellschaft des Immobilienkaufmanns Sam Jordan und des Maklers Olaf Koppenhagen, geschaffen wird, ist unklar. Koppenhagen bietet die ehemalige Jugendherberge gerade für 999 000 zum Kauf an. Jordan erklärte, dass es sich dabei um ein Bieterverfahren handele. Wer ein gutes Konzept für die Nutzung des Geländes habe, der könne mit einem Zuschlag rechnen.

Vockert-Projekt

Bereits seit 2004 wurde das Gebiet mehrfach für die Bebauung mit bevorzugt Einfamilienhäusern umgeplant. Ein solches Wohngebiet ist auch Teil des „Handlungskonzepts Wohnen“ der Stadt. Der Bebauungsplan muss Donnerstag, 1. Oktober, noch vom Rat verabschiedet werden. Danach erfolgt die Veröffentlichung der Bausatzung im Amtsblatt und erlangt Rechtskraft.

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