Jugend demonstriert für Cannabis-Freigabe

Parteinachwuchs ruft zu Marsch am 4. Mai auf.

Von Karl-Rainer Broch

Mit dem ersten Solinger „Global Marijuana-March“ (GMM) am Samstag, 4. Mai, werben vier Solinger Jugendparteien für die Freigabe der Pflanzendroge Cannabis – auch Hanf, Marihuana oder volkstümlich „Gras“ genannt: „Wir wollen zusammen friedlich für die Freigabe und Legalisierung von Cannabis für Volljährige demonstrieren.“

Beteiligt sind die Jusos, die Jungen Liberalen, die Linksjugend und die Grüne Jugend, die von der Ortsgruppe Bergisches Land des Deutschen Hanfverbandes unterstützt werden. Treffpunkt ist am Samstag um 14 Uhr im Südpark an der Haltestelle Bahnhof-Mitte, dann geht die Demo über Werwolf und Ufergarten zur abschließenden Kundgebung am Neumarkt. Erwartet werden etwa 100 Teilnehmer.

Der Marsch wird am Samstag in 32 deutschen Städten durchgeführt

Philipp Röltgen (Linksjugend): „Die erste Friday-Demonstration im März hatte mit 750 Teilnehmern die Erwartungen übertroffen, wir wollen jetzt gegen die Politikverdrossenheit von jungen Leuten angehen.“ Allerdings soll der Marsch für den legalen Cannabis-Konsum unter dem Motto „Keine Pflanze ist illegal“ nicht als Jugend-Demo verstanden werden. Niklas Geßner (Grüne Jugend): „Der 1999 in den USA erstmals durchgeführte Global Marijuana March ist generationsübergreifend, wird am Samstag zeitgleich in 32 deutschen Städten durchgeführt und fand 2018 rund 9000 Teilnehmer.“Für Jessica Schwierz (Jusos) hat ein legaler Verkauf viele Vorteile. Die Polizei werde jetzt noch mit Minimal-Delikten von wichtigeren Aufgaben abgehalten, Konsumenten würden kriminalisiert, und den illegalen Dealern soll das Wasser abgegraben werden: „Das Juso-Konzept sieht vor, den Verkauf an den Schwarzmarktpreisen zu orientieren und die Erlöse zu dritteln.“ Neben dem erzielten Gewinn will man ein Drittel in die Pflegekasse geben und ein weiteres Drittel für die Drogenprävention verwenden. Die jungen Leute würden sich an dem Schwarzmarktpreis von zehn Euro für ein Gramm Cannabis orientieren, um die Dealer auszuschalten. Philipp Röltgen meinte: „Dann erhält man auch keine verunreinigten Drogen.“

Rauchen und Alkohol seien viel schlimmere Drogen als Marihuana, aber legal erhältlich. Ob der Verkauf wie zu medizinischen Zwecken in Apotheken stattfinden soll oder aber in speziellen Verkaufsstellen, ließen sie offen. Allerdings benötigen die Nachwuchspolitiker auch noch den Rückhalt in den Mutterparteien. Niklas Geßner: „Immerhin reden die Koalitionsparteien miteinander über dieses Thema.“

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