Historisches Foto

Wer erkennt das Gebäude? Wo steht es?

Dieses historische Foto schickte uns ST-Leserin Eva Mersch. 
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Dieses historische Foto schickte uns ST-Leserin Eva Mersch. 

In diesem Jahr wird das Solinger Wahrzeichen in Müngsten 125 Jahre alt.

Von Simone Theyßen-Speich

Dieses historische Foto schickte uns ST-Leserin Eva Mersch. Wer erkennt das Gebäude? Wo steht es und wer hat vielleicht Erinnerungen, die sich rund um das Gebäude, seine Entstehungsgeschichte oder den Stadtteil, in dem es steht, ranken? Schreiben Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Einsendungen. Senden Sie uns gerne bis zum 28. April eine E-Mail.

Der damalige NRW-Ministerpräsident Johannes Rau war am 28. Juni 1997 Gastredner beim 100. Brücken-Jubiläum in Müngsten.

Letzte Woche zeigten wir ein Foto mit elegant gekleideten Damen und Herren, die sich im Hintergrund um den damaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau versammelt hatten. Sie sollten die Besucher wohl ein wenig in die Irre führen. Die Kostüme aus vergangenen Zeiten, präsentiert von Mitgliedern der Rot-Blauen Funken aus Remscheid, waren aber auch ein Hinweis. Denn das historische Foto vom vergangenen Samstag führte nicht nur zurück ins Jahr 1997, sondern erinnerte auch an das Jahr 1897. „Das Foto zeigt Johannes Rau bei seiner Rede 1997 zum Fest anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Müngstener Brücke“, schrieb ST-Leserin Claudia Reuber. Auch Elke Steinhaus hat den Anlass der Rede von Johannes Rau (SPD, 1931-2006), der von 1978 bis 1998 der sechste Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen war, sofort erkannt. „Ich besuchte damals mit meinem Mann das Brückenfest zum 100. Geburtstag der Brücke“, erinnert sie sich. „Es sollte eine Lasershow geben, wir warteten und warteten. Kurz vor Mitternacht gab es dann einige mickrige Laserstrahlen, wir waren maßlos enttäuscht. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass wohl Kabel gestohlen worden waren“, so Elke Steinhaus.

Dieses selbst gemachte und am PC veränderte Bild der Brücke schickten uns Karla und Christian Widera als Auflösung des Rätsels.

ST-Leser Norbert H. Posthum hat anlässlich des Jubiläums der Müngstener Brücke, die in diesem Jahr 125 Jahre alt wird, deren Geschichte recherchiert. Er habe die Feierlichkeiten, bei denen auch historische Kostüme getragen wurden, noch gut in Erinnerung, schrieb er. „Wir sind seinerzeit zum Brückenfest aus der Südstadt über Krahenhöhe und Schaberg und zurückgewandert.“

Brücke wurde am 15. Juli 1897 eingeweiht

Die Fertigstellung des Bauwerks sei am 21. März 1897 erfolgt. „Es wurden 5000 Tonnen Stahl und 950 000 Nieten verbaut. Die Einweihungsfeier fand am 15. Juli 1897 statt. Zunächst trug sie den Namen Kaiser-Wilhelm-Brücke. Bedingt durch die Abdankung des Kaisers wurde sie im Jahr 1918 in Müngstener Brücke umbenannt“, so Posthum.

Er zeigt sich als Fan der mit 107 Metern höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands: „Die Bauleistung als solche stellt für mich eine absolute Meisterleistung dar. Die heutigen technischen Hilfsmittel gab es noch nicht. Es war viel Muskelkraft gefragt. Von Vorteil war jedoch, dass es seinerzeit noch nicht so viele Bedenkenträger gab und auch Umweltauflagen keine Rolle spielten. Wenige Personen haben geplant und die Ausführung überwacht. Der große Rest hat einfach gearbeitet und die Vorgaben umgesetzt. Das Ergebnis war dennoch von guter Qualität und langlebig. Heute wäre ein derartiges Vorhaben weitaus schwieriger zu realisieren.“

Im August wird das 125-jährige Brückenjubiläum gefeiert

Seit 1985 steht die Brücke unter Denkmalschutz. Im Zuge der Regionale 2006 entstand der Brückenpark als großangelegtes Freizeitgelände. Von 2014 bis 2021 ließ die Deutsche Bahn die Brücke sanieren. Anfang dieses Jahres meldete das Land NRW die Brücke für die deutsche Vorschlagsliste der Unesco-Welterbe-Stätten an. Seit vergangenem Jahr gibt es den „Brückensteig“, bei dem Besucher durch den Brückenbogen klettern können. Vom 26. bis 28. August wird in diesem Sommer das 125-jährige Bestehen der Müngstener Brücke gefeiert.

Der Besuch in Müngsten war 1997 nicht der einzige von Johannes Rau in der Klingenstadt. „Am 7. September 1997 kam der Landesvater zur Wiedereinweihung der Jahnkampfbahn nach Wald, auch Box-Legende Axel Schulz war bei der Feier mit dabei“, erinnert sich deren Vorsitzender Guido Rohn. „Wir übergaben dem damaligen Oberbürgermeister Ulrich Uibel 50 000 Mark als Anschub-Finanzierung des Förderkreises für die Sanierung und ich schenkte Johannes Rau für seinen Sohn einen Wimpel meines Lieblingsvereins Borussia Mönchengladbach“, so Rohn.

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