Die Woche von Stefan M. Kob

Jetzt die Weichen stellen für „nach Corona“

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stefan.kob@solinger-tageblatt.de

Dem kalten dunklen Winter, vor allem ohne Schnee und wenig Sonne, hat man noch nie hinterhergetrauert, wenn die ersten warmen Märztage sein Ende ankündigen.

In diesem Jahr sehnt wohl jeder den Frühling besonders herbei: in der nicht unbegründeten Hoffnung, dass der Würgegriff der Pandemie sich endlich lockern möge. Bis aber wieder so etwas wie Normalität einkehrt, wird es allerdings noch dauern. Und unsere Geduld und Disziplin strapazieren. Zuweilen auch überstrapazieren.

Vieles sollen wir tun in diesen schweren Zeiten – und noch mehr lassen. Eins jedoch wäre ein großer Fehler: in eine Art Schockstarre zu verfallen, die erst mit dem neuen Zeitalter „nach Corona“ endet. Denn „nach Corona“, so sagen es alle Prognosen, wird die Wirtschaft zur Aufholjagd ansetzen. Die Wirkung von Impfstoffen, neuen Medikamenten und die dann wieder erfüllbare Sehnsucht der Menschen nach Begegnung, Kultur, Konsum, Reisen wird ihre Wirkung tun und die Nachfrage sprunghaft ansteigen lassen. Dafür sollten die Unternehmen gerüstet sein. Das ist in manchen Fällen leicht gesagt. Je nachdem, wie lange der Lockdown anhält, wird es manchen Betrieb dahingerafft haben. Besonders die Gastronomie verhungert angesichts schleppender Novemberhilfen: Der Name sagt zu Mitte Januar ja schon alles.

Auch für manchen Einzelhändler, der schon ohne das Virus und seine Mutationen kränkelte, wird die Luft dünn. Aber es gibt genügend Unternehmen, die im wahrsten Wortsinn überwintern können. Und was ist fast das wichtigste Zukunftsthema? Ausbildung! Deshalb ist es der großen Mühe von Stadt, IHK und anderen Akteuren wert, den ins Stocken geratenen Bewerbungsprozess mithilfe digitaler Angebote anzukurbeln wie etwa aktuell mit dem „Forum Beruf“. Es ist für beide Seiten – junge Schulabgänger wie auch Betriebe – kein Leichtes, mit Zuversicht nach vorn zu schauen. Ausbildung in der aktuellen Infektionslage ist keine einfach Sache, auch und gerade nicht, wenn die betrieblichen Frischlinge ihre Ansprechpartner in Büro und Betrieb bisher lediglich virtuell oder bestenfalls maskiert kennengelernt haben. Aber die Schwierigkeiten lassen sich mit Kreativität und Planung beherrschen. Wenn so ein träges System wie unser Schulwesen es erkennbar endlich besser schafft, den Stoff per Fernunterricht zu transportieren, statt stumpf Klassen zu schließen, dann wird es den wendigeren und technisch besser aufgestellten Firmen doch wohl erst recht gelingen, ihrem Nachwuchs trotz AHA die Grundregeln des angestrebten Berufs nahezubringen.

Der gleiche Appell gilt aber den Jugendlichen und ihren besorgten Eltern: Nutzt die digitalen Zugangswege, um Euch über die Ausbildung und Berufswahl zu informieren. Die aktuelle Statistik der Arbeitsagentur zeigt, dass die Zahl der Ausbildungswilligen in Solingen drastisch zurückgeht, und das nicht nur aus demografischen Gründen. Das ist doch für den einzelnen durchaus eine Chance: Nie war die Gelegenheit besser, seinen Wunschberuf zu ergattern. Denn Unternehmen, die gerade jetzt Ausbildung anbieten, glauben nicht nur an die Zukunft. Sie gestalten sie.

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